Arbeitsmarkt im Wandel

 „Fit machen für die Anforderungen des Arbeitsmarktes und dem Fachkräftebedarf zusammen mit den Unternehmen und weiteren Akteuren am Arbeitsmarkt aktiv zu begegnen gehören wie auch im vergangenen Jahr zu den Schwerpunkten. Große Herausforderungen, die es zusammen anzugehen gilt“, so der Blick der Agenturleiterin Karin Käppel auf 2020.(Foto: pm)

Resümee 2019 und Ausblick auf 2020 – Ausbildung und Qualifizierung stehen weiter ganz oben auf der Agenda

(pm) Das Arbeitsmarktjahr 2019 war ein Jahr, das von den weltwirtschaftlichen Ereignissen zunehmend stark geprägt wurde. Das Jagen von Rekord zu Rekord ist endgültig vorbei. „Aber 2019 war auch ein Jahr des Wandels und der Chancen. Veränderte Anforderungen und Schwerpunkte, aber auch große Herausforderungen, die wir aktiv und nachhaltig mitgestaltet haben“, resümiert Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

Mit dem Qualifizierungschancengesetz hat der Gesetzgeber die Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung Arbeitsloser aber auch von Beschäftigten, wenn sich ihr Arbeitsplatz aufgrund Digitalisierung und Automatisierung verbessert. Für die zielgerichtete und vor allem frühzeitige Weiterbildung der Beschäftigten ist eine enge Zusammenarbeit der Agentur mit den Arbeitgebern und Netzwerkpartnern wichtig.

Die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim hat 2019 rund 1.400 Weiterbildungen gefördert, davon rund 350 Weiterbildungen für Beschäftigte in ihren Betrieben. Die Arbeitsagentur hat dafür insgesamt über 10 Millionen Euro eingesetzt.
„Die Arbeitswelt ändert sich und diesen Wandel begleiten wir und fangen ihn durch berufliche Qualifizierung auf“, so Karin Käppel.

Mit dem im vergangenen Jahr eingeführte Teilhabechancengesetz haben über 100 Menschen im Agenturbezirk nach jahrelanger Arbeitslosigkeit den Weg zurück in das Erwerbsleben geschafft. Ein toller Erfolg für unsere Gesellschaft.

Im Jahresdurchschnitt waren weniger Menschen arbeitslos als 2018. Durchschnittlich waren 9.122 Menschen arbeitslos gemeldet, 0,8 Prozent weniger als 2018. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Agenturbezirk liegt wie auch 2018 bei 2,7 Prozent.
Durchschnittlich waren 7.429 Stellen gemeldet, 450 oder 5,7 Prozent weniger als in 2018.

Die Jahreszahlen für die Kreise

Jahreswerte 2019 im Landkreis Schwäbisch Hall

Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 2,7 Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent). Es wurden 3.084 Arbeitslose gezählt, 13 (Minus 0,4 Prozent) weniger als 2018. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 2.462; 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Jahreswerte 2019 im Hohenlohekreis

Im Hohenlohekreis liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent (Vorjahr 2,3 Prozent). Es wurden 1.582 Arbeitslose gezählt, 46 oder 3,0 Prozent mehr als 2018. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 1.246; 19,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

Jahreswerte im Main-Tauber-Kreis

Im Main-Tauber-Kreis liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent). Es wurden 1.981 Arbeitslose gezählt, 29 oder 1,4 Prozent weniger als 2018. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 2.539; 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Jahreswerte im Neckar-Odenwald-Kreis

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent). Es wurden 2.476 Arbeitslose gezählt, 78 oder 3,0 Prozent weniger als 2018. Der Bestand an Stellenangeboten lag bei 1.181; 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Ausblick auf 2020

Positiver Ausblick ist, dass auch 2020 die Beschäftigung weiterwachsen wird, wenn auch langsamer als in den vergangenen Jahren. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet einen Anstieg um 0,4 Prozent. Fachkräfte werden in vielen Bereichen weiterhin dringend gesucht und das Thema „Berufliche Qualifizierung“ wird eine große Rolle spielen. Laut IAB wird die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg und auch in unserer Region überdurchschnittlich steigen. Dennoch bleiben wir mit unserer Arbeitslosenquote, die laut IAB-Prognose bei 3,0 (bezogen auf abhängig zivile Erwerbspersonen) liegen wird, unter dem Landesdurchschnitt.
„Die Konjunktur wird uns keinen Rückenwind geben und das stellt uns insbesondere vor zwei Herausforderungen, die auf den ersten Blick widersprüchlich klingen. Auf der einen Seite werden wir vor der Aufgabe stehen, den zu erwartenden Anstieg der Arbeitslosigkeit abzufangen und auf der anderen Seite dem Fachkräftemangel gezielt entgegen zu wirken“, so Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.
Das Erwerbspersonenpotenzial wird schrumpfen. Deutschland braucht Zuwanderung und mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 01. März in Kraft tritt, hat die Regierung die Umsetzung dafür vereinfacht. Das Fehlen der Fachkräfte kann zur Wachstumsbremse werden. Doch Zuwanderung funktioniert nur begrenzt, deshalb müssen wir inländische Potenziale bestmöglich ausschöpfen.

„Der Strukturwandel in den Unternehmen ist in vollem Gange bei wirtschaftlich unruhigem Fahrwasser. Wir werden diesen Prozess zusammen mit den Arbeitgebern und Akteuren am Arbeitsmarkt weiter voranbringen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, vorausschauend zielgerichtet zu qualifizieren, um den Fachkräftebedarf zu decken und Arbeitslosigkeit zu vermeiden“, erklärt Karin Käppel.

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