Dumbocher Turmspatzen prunken im 33. Jahr

Prinz Bernd I. und Prinzessin Tina I. regieren die Narrenschar

(Foto: privat)

Donebach. (sis) Drei Tänze und drei weitere Programmbeiträge aus den eigenen Reihen – an den beiden ausverkauften Prunksitzungen in ihrem 33. Jubiläumsjahr haben die Donebacher Turmspatzen einmal mehr bewiesen, dass auch ein kleines Dorf wie Donebach mit Mörschenhardt, Ünglert und ein bisschen Preunschen mit gerade mal rund 450 Einwohnern richtig Faschnacht feiern kann. Mit Gästen, aber eben auch mit vielen eigenen Talenten. Besonders zu Herzen ging da die Minigarde der Turmspatzen: 14 Mädels zwischen fünf und neun, die, von Hanna Kugler und Antonia Schölch trainiert, zum ersten Mal als kleine Nachwuchsspatzen auf der Bühne tanzten.

Dass aber auch diese Jubiläumssaison nicht vom Himmel gefallen ist, sondern im Vorfeld richtig viel Arbeit erforderte, ließ die schlagfertig und geradlinig durchs Programm führende Präsidentin Nathalie Frank durchaus durchblicken. Zwar steht ihr der Siebenerrat zur Seite, aber allein die Suche nach einem Prinzenpaar konnte erst vor drei Wochen abgehakt werden. Mit Prinz Bernd I. und Prinzessin Tina I. wird die Spatzenschar von zwei gebürtigen Osterburkener „Wüscheli“ regiert, die aber schon viele Jahre in Donebach wohnen und „bestens integriert“ sind.

Dem sympathischen Prinzenpaar überließ Sportheimchef Benno Hofmann gerne den Schlüssel und nach deren Vorstellung einschließlich einiger Internas aus der „Räiderschgasse“, wo sie wohnen, ging es nach dem goldigen Tanz der Kleinsten und mit der bewährten musikalischen Begleitung durch das „Duo Banal“ auch schon weiter mit einem guten Bekannten aus Höpfingen, Wolfgang König. Der hatte seine Gastabordnung mitgebracht, angeführt vom dortigen Prinzenpaar, dessen männliche Hälfte bis zu seiner Heirat ein „Ur-Dumbocher“ war und es im Herzen immer noch ist: Uwe Kühner. „Faschenacht for Future“ sei ihm lieber als „Fridays for Future“ erklärte König, der sich augenscheinlich nicht gern was verbieten lässt: den Diesel nicht und Silvesterböller nicht und Bier schon gar nicht.

Nach Königs launigem Auftritt tanzte die Garde der Rouschebercher Milchsäuli in tollen ägyptischen Kostümen vor einer Pyramide samt Mumie, bevor das Milchhäusle Donebach bzw. der örtliche Wirtschaftsjournalist Randy-Andy Frank feststellte, dass „das Geschäftsleben im Ort der Wirtschaftskrise trotzt“. Arbeitskräfte würden dringend gesucht – und wurden live auch gefunden dank kreativer Jobbörse und persönlichem Einsatz der diversen Wirtschaftsbosse Lenze Gerhard, Dixie, Bier-Otto oder Bimbo, dem Vorstand der Goldenen Kelle. Auch die Sportheimgastronomin Margit suchte Unterstützung für Kroketten-Claudia und Schnitzel-Siggi.


Insider-Wissen war hier unbedingt von Vorteil. „Das war der gleiche Schwachsinn wie jedes Jahr“, attestierte die Präsidentin durchaus anerkennend: „Aber dafür lieben wir Euch.“ Weil auch Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger „Text geliefert“ hatte, durfte er auf die Bühne und nutzte die Gelegenheit, als gebürtiger Dumbocher herzlich zum Jubiläum zu gratulieren. Nach dem anmutigen Tanz vom Limbacher Tanzmariechen Janine Gramlich überbrachten die Vertreter der Höpfinger und Mudauer Gastabordnungen sowie Ortsvorsteher Herbert Scharmann und ein immer wieder gern gesehenen Schlossauer Gast, Ortsvorsteher a.D. Herbert Münkel, ihre Grüße und Gratulationen. Präzise, akkurat und damit eine echte Augenweide präsentierte sich dann der einzige Gardetanz des Abends von der Höpfinger Prinzengarde. Auch der Tanz „Après Ski“ der Donebacher Fußballer war mit seinen beinahe akrobatischen Einlagen sehr beachtlich.

Fast noch mehr Unterhaltungswert hatte aber die „Nachrede“ von Tänzer Carlo Hört, mit der er Trainerin Ann-Kathrin Rechner und insbesondere deren Geduld dankte.

Die Pause beendeten echte Urgesteine der Dumbocher Faschenacht, Ortscheller Norbert Bätschn Schnetz und Tagesschausprecher Dieter Rögner. Beide erinnerten an Dumbocher „Stories“ aus dem vergangenen Jahr: Dem Missgeschick etwa, dass gleich beide ehrenamtlichen Sportheimwirte die Uhrenumstellung versäumt und zu früh zum Dienst erschienen waren. Oder den plötzlichen Unmengen von (leeren) blauen Bussen, die das Überqueren der Straße schier unmöglich machten. Oder der Wasserknappheit im Donebacher Brunnen – Schüttung acht Tropfen pro Minute.

Oder die Geschichte des Mörschenhardter Ziegendompteurs Erich. Oder, durchaus kritisch, das Fernbleiben der Mudauer Fußballmannschaft beim letzten Gemeindepokal, der in Donebach ausgespielt wurde. Magisch wurde es mit dem Tanz der guten und der nicht ganz so guten Waldgeister, die sich letztlich versöhnten – sehenswert dargeboten von der Mudauer Wassersuchergarde. Der Auftritt der drei singenden „Sahnetörtchen“ Birgit Halli, Anita Rechner und Sieglinde Bruckert war dann zweifellos einer der Höhepunkte. Auch sie sind von Anfang an dabei, Sieglinde war langjährige, bis heute unvergessene Präsidentin, Birgit und Anita haben immer wieder Programmpunkte geliefert. Ihr als Zugabe gesungenes „Jubiläumslied“ weckte Emotionen, die von der Schautanzgruppe aus Bödigheim mit ihrem wirklich tollen und sehr aufwändigen Tanz „Phoenix aus der Asche“ schnell in eine andere Richtung gelenkt wurden.

Ihnen folgte der gebürtige Schneeberger Rolf „Zack“ Zang, ein geborener Entertainer. Witzig, mit gelegentlichen Blicken weit über den Tellerrand oder auch nur bis zur „Hoffert der Nochborin in Gerolzoh“, dem Puhlschöpfers Marthele, gestaltete er einen etwas anderen Jahresrückblick und am Ende war klar: Katzen mag er irgendwie gar nicht.

Nach diesem sehr gelungenen Programmpunkt tanzte mit der „Powergang“ eine Gruppe, die ebenfalls seit vielen Jahren die Donebacher Faschenacht bereichert. Ihrem Wikingertanz schlossen sich am Ende etliche weitere Mädels an, die irgendwie irgendwann schon mal in Donebach auf der Bühne gestanden haben – Flashmob nennt man das. Damit demonstrierten sie, die sich selber trainieren, aber dennoch insbesondere Geli Schüssler für deren große Unterstützung dankten, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, an das die schlagfertige Präsidentin und auch Martin Repp vom Siebenerrat appellierten. Damit der Jubiläumssaison noch viele, viele weitere folgen mögen!

(Fotos: privat)

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