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PV-Anlage auf Aula und Feuerwehrgerätehaus
Mudau. (lm) Entsprechend des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg hat der Mudauer Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung nach der kürzlich erfolgten Dachsanierung der Aula und des Feuerwehrgerätehauses in Langenelz zum einen die Erstellung eines neuen Hausanschlusses an die Netze BW GmbH in Höhe von 3.148,74 Euro sowie die Auftragsvergabe zur Installation einer PV-Anlage auf der nach Süden ausgerichteten Dachfläche beschlossen. Den Zuschlag erhielt die Firma Münch GmbH aus Limbach-Krumbach als günstigste von vier Bietern, wie Felix Schäfer ausführte, zum Angebotspreis von 19.546,53 Euro. Bei maximaler Belegung ist eine Modulleistung von rund 9 kWp möglich. Zudem umfasst das Angebot einen Speicher von mindestens 10 kW sowie die notwendigen Installationen für den neuen Hausanschluss.
Neue Uniformen für Atemschutzgeräteträger
Ein weiteres Gesetz, das die Gemeinden einhalten müssen, ist das Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg. Es schreibt vor, dass jede Gemeinde ihre Feuerwehrangehörigen einheitlich zu bekleiden, persönlich auszurüsten sowie aus- und weiterzubilden hat. Außerdem muss sie die für einen geordneten und erfolgreichen Einsatz erforderlichen Feuerwehrausrüstungen beschaffen und unterhalten. Da der bisherige Hersteller der Uniformen für Atemschutzgeräteträger, die Firma Albatros, nicht mehr über die erforderliche DIN EN 469:2020-Vorschrift verfügt, darf sie nicht mehr nach Deutschland liefern. Daher entschied das Gremium auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung, schrittweise beginnend mit 33 neuen Uniformen für Atemschutzgeräteträger zu bestellen. Dies geschah auf Anraten der Unfallkasse und des Landratsamts Neckar-Odenwald sowie nach Erläuterungen durch Kommandant Markus Peiß zu den praktischen Reinigungsmöglichkeiten dieser Jacken in Walldürn. Die Bestellung erfolgt bei der Firma Wilhelm Barth GmbH und Co. KG aus Fellbach zu Kosten in Höhe von 27.370 Euro. Aufgeteilt wird diese erste Bestellung auf die Mudauer Feuerwehrabteilungen Donebach mit vier, Mörschenhardt mit drei, Mudau mit zwei, Scheidental mit sieben, Schloßau mit zwölf und Steinbach mit fünf Jacken.
Pflege und Holznutzung bis 2035
Mit wichtigen Entscheidungen zum Gemeindewald ging es weiter. Zunächst stellten Forstbetriebsleiter Pascal Hecht und Revierleiter Michael Schwarz die von Oliver Braun von der Forst- und Landschaftsplanung aus Sonnenbühl erstellte Forsteinrichtungserneuerung 2026 vor. Bisher hat man je Hektar durchschnittlich 159 Euro pro Jahr erwirtschaftet. Die Fachleute warfen einen genauen Blick auf die bisherige gute Pflege in Jungbestand, Ästung und Waldverjüngung. Gepflanzt wurden Eiche, Hainbuche, Esskastanie, Kirsche, Bergahorn, Erle, Douglasie, Lärche, Atlaszeder sowie Tanne und Buche als Vorbau. Unter Berücksichtigung des Klimawandels gilt für die nächsten zehn Jahre für den inzwischen 386,5 Hektar großen, gut gemischten Gemeindewald Mudau mit seinen vielfältigen Funktionen von Wasserschutz über FFH-Gebiet und Naturpark bis hin zum Erholungswald, dass in der Hauptnutzung 11.500 Kubikmeter auf 97 Hektar und in der Vornutzung beziehungsweise Durchforstung 16.000 Kubikmeter auf 238 Hektar eingeplant sind. Natürlich sei eine positive Bilanz das Ziel, gleichzeitig könne es in einzelnen Forstwirtschaftsjahren zu Schwankungen kommen. Geplant ist eine Holznutzung von 7,5 Kubikmetern pro Hektar und Jahr bis 2035.
Alt- und Totholzkonzept stärkt Artenvielfalt im Wald
Weiter stimmten die Räte der Einführung des Alt- und Totholzkonzepts zu. Forstbetriebsleiter Pascal Hecht aus Walldürn und Revierförster Michael Schwarz stellten das Konzept vor, das einerseits den Erhaltungszustand gegebenenfalls bedrohter Arten sichert, andererseits die Entwicklung unverzichtbarer Habitatstrukturen fördert und so langfristig zu vernetzten Inseln natürlichen Altholz-Lebensraums auf der gesamten Gemeindefläche führt. Gelingen soll das durch die Ausweisung von Waldrefugien auf Flächen von ein bis drei Hektar am Stück sowie von Habitatbaumgruppen, die in einer Gruppengröße von etwa zehn bis 15 Bäumen markiert und von der künftigen Nutzung dauerhaft ausgeschlossen werden. Im Endzustand wären das im Mudauer Gemeindewald rund 33 solcher Gruppen. Hinzu kommt der seit langem praktizierte Schutz besonderer Einzelbäume mit etwa Höhlenstrukturen, Astabbrüchen, bizarren Wuchsformen oder Großhorsten. Näheres wird das Gremium bei der Waldbegehung am heutigen Freitag vor Ort erfahren.
Windenergie im Gemeindewald
Anschließend sollte eine weitere längere Präsentation des bislang bestbietenden Projektierers JUWI GmbH aus Wörrstadt zur Errichtung von Windenergieanlagen im Mudauer Gemeindewald für die Bereiche Neuhof und Kinzert die Aufmerksamkeit der Gemeinderäte aufrechterhalten. Ina Helfrich als Projektleiterin Akquise und Außendienstmitarbeiter Joachim Papp stellten die Planungen vor, die das Gremium interessiert zur Kenntnis nahm. Aktuell spricht man von vier Windkraftanlagen im Neuhof und zwei im Kinzert mit einem sogenannten Flächenpooling von 28 Hektar, wobei eine Anlage bei Beteiligung von 37 Privateigentümern und einem speziellen Verteilungsschlüssel möglich wäre, bei einem Abstand von mehr als 1.000 Metern zu Siedlungen. Die sechs Windenergieanlagen sollen eine Nabenhöhe von 175 bis 200 Metern und einen Rotordurchmesser von etwa 160 bis 180 Metern haben, also eine Gesamthöhe von rund 260 bis 290 Metern. Man erwartet einen Jahresertrag von etwa 100.000 kWh, was einem Jahresverbrauch von rund 34.600 Haushalten entspricht und einer CO2-Ersparnis von etwa 80.000 Tonnen. Sollte der Vertrag noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, geht man von der Inbetriebnahme im Jahr 2031 aus. Die Präsentation schloss mit einer Übersicht der verschiedenen Beteiligungsmodelle unter dem Titel „Regionale Wertschöpfung und lokale Beteiligung“. Laut Präsentation von Ina Helfrich könnte die Gemeinde Mudau jährlich 217.000 Euro erwarten.
Bauanträge
Unter den Bauanträgen und Bauvoranfragen, die Anna-Lena Dambach vorstellte, ging es unter anderem um eine größere Photovoltaik-Fläche auf einem landwirtschaftlichen Gelände in Scheidental, die jedoch noch von der Baurechtsbehörde und dem Landwirtschaftsamt geprüft werden muss. Ebenfalls geprüft werden muss eine beantragte Abweichung zum Brandschutz in Schloss Waldleiningen.
Dem Haushaltsplan 2026 der Gemeinde Mudau hatte das Landratsamt zugestimmt.