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Die Diskussion um die Zukunft der Krankenhausversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis bewegt die Menschen. Besonders rund Mosbach ist die Sorge wegen der drohenden Krankenhausschließung groß. Unser gemeinsames Ziel ist es daher, eine verlässliche, qualitativ hochwertige und wohnortnahe Gesundheitsversorgung für alle Menschen im Landkreis zu sichern.
Wir „Klinikrebellen“ begrüßen deshalb ausdrücklich den interfraktionellen Antrag aus Mosbach. Es geht nicht darum Zeit zu gewinnen, sondern das anzugehen, was die ureigensten Aufgaben des Managements ist, nämlich die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen z.B. durch das Gewinnen von mehr Patienten.
Bei genügender Anstrengung auch in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten reden wir laut Geschäftsleitung vom 26. Januar 2026 bei einer Steigerung der Patientenauslastung auf 60 Prozent um eine Reduktion des Defizites um 7,5 Millionen Euro. Warum macht man das dann nicht? Hingegen ist sicher, dass die erwarteten Patientenströme von Mosbach nach Buchen ausbleiben werden.
Der Landrat hat recht, wenn er sagt, es sei schon 5 nach 12. Das ist aber nur deshalb so, weil man hier lange Zeit gar nicht auf die Uhr geschaut hat, während andere Landkreise längst ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Eine Umwandlung des Krankenhauses Mosbach in einen Sektorenübergreifenden Versorger (SüV) lehnen wir kategorisch ab.
Die Grundlage für eine solche Umwandlung ist ein Gutachten, dem mittlerweile aus verschiedenen Richtungen seine Mangelhaftigkeit nachgewiesen wurde.
Eine Umwandlung in ein SüV entspricht einem kompletten Blindflug. Weder Ausstattung noch Finanzierung sind geregelt.
Klar ist lediglich die Mindestausstattung. Sie entspricht noch nicht einmal einer gängigen Hausarztpraxis. Öffnungszeiten sind 5/8. Das heißt an Samstagen, Sonn- und Feiertagen geschlossen. Vorgesehen ist ein Arzt (kein Facharzt) vor Ort und für acht Stunden und ein Allgemeinmediziner in Rufbereitschaft.
Weiter ein EKG und ein Ultraschallgerät – kein Labor und kein Röntgengerät. Zusätzlich sind ein Pfleger und einige Betten vorgesehen. Das reicht gerade für die stationäre Behandlung von Durchfallerkrankungen aus.
Ein SüV wäre ein Tod auf Raten, wie man das z.B. beim ehemaligen Krankenhaus Bad Säckingen besichtigen kann. Offiziell wird ein SüV einem Krankenhaus gleichgesetzt. Wieviel Sarkasmus braucht man hierfür?
Leider wurden von offizieller Seite die Angebote der Kreisärzteschaft zur Zusammenarbeit bei der zur Erhöhung der Patientenzahl, der Einrichtung von medizinischen Versorgungszentren, oder die Einbindung von externen Beratern, abgelehnt.
Auch wurde der zukunftsweisende Neubaueines Zentralklinikums noch nicht einmal im Ansatz diskutiert.
Es ist an die 30 Jahre her (so alt ist die Diskussion schon), dass man um die Notwendigkeit einer Reform wusste und dabei auch über einen Neubau auf der grünen Wiese zwischen Buchen und Mosbach diskutiert hat. Selbst der damalige Chef der AOK hatte immer und immer wieder dafür plädiert.
Hätten die Verantwortlichen damals den Mut besessen und entsprechend gehandelt, hätten wir heute bestimmt einige Sorgen weniger und dafür mehr Euros in den Kassen des Landkreises und seiner Kommunen.
Jetzt droht aufgrund fragwürdigen Gutachtens und kaum geprüfter Alternativen nicht nur eine gigantische Fehlinvestition, sondern auch eine massive Verschwendung unserer Steuergelder.
Wir bitten daher die Verantwortlichen, sich zum Wohle der Bevölkerung und der eigenen Finanzen dem interfraktionellen Antrag aus Mosbach anzuschließen.
Hans-Peter Hillmeier, Claus Kapferer, Hartmut Landhäuser, Gerhard Lauth, Dr. Gunther Leibfried


