Startschuss für „Freiräume“

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Bürgermeister Frank Volk, Landrat Stefan Dallinger und Bürgermeister Peter Reichert haben am heutigen Mittwoch die Kooperationsvereinbarung für das gemeinsame Projekt Freiräume unterzeichnet. (Fotos: pm)

Rhein-Neckar-Kreis startet mit Eberbach und Neckargemünd innovatives Projekt

Eberbach/Neckargemünd. (pm) Jetzt ist es offiziell: Am Mittwoch, hat der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Stefan Dallinger, gemeinsam mit dem Eberbacher Bürgermeister Peter Reichert und dem Neckargemünder Bürgermeister Frank Volk eine Kooperationsvereinbarung für das gemeinsame Projekt Freiräume unterzeichnet.

„Ich freue mich, dass sich das Projekt nun so dynamisch entwickelt“, sagt Landrat Dallinger dazu. „Die Agentur, mit deren Hilfe das Konzept erstellt wird, ist bereits beauftragt, und mit der heutigen Unterschrift gehen wir den nächsten, großen Schritt in Richtung Freiräume.“

Im Rahmen des Projekts Freiräume sollen in mehreren Gemeinden – zunächst in Eberbach und Neckargemünd – Räume mit zeitlich flexibel zu- und abschaltbaren Modulen entstehen. Das Konzept fokussiert sich im wesentlich auf drei Module: Im Modul „Coworking“ sollen die Freiräume gut ausgestattete Arbeitsplätze bieten für Pendlerinnen und Pendler, Freiberufliche und Startups, optional sogar für Handwerkerinnen und Handwerker sowie Künstlerinnen und Künstler.

Im Modul „smarter Tourismus“ können die Räume für Kunst und Kultur bereitstehen, von der Tourismusinformation über Ausstellungen bis hin zu digitalen Erlebnispfaden. Im Modul „nutzungsoffene Räume“ besteht die Möglichkeit für einen Nachbarschaftstreff, etwa mit angeschlossenem Café. Vor allem soll damit aber auch der drängenden Raumnot von Institutionen wie Musikschule oder Volkshochschulen entgegengewirkt werden.

„In dem innovativen Projekt Freiräume sehen wir die einmalige Chance, für unsere Villa Menzer und vielleicht sogar weitere Gebäude ein tragfähiges und in die Zukunft weisendes Konzept zu entwickeln, um hier für viele Akteure einen gemeinsamen Raum zu schaffen“, so Neckargemünds Bürgermeister Frank Volk. „Es wird ein sicherlich herausforderndes Projekt, doch wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Rhein-Neckar-Kreis, der Stadt Eberbach und vielleicht auch weiteren Kommunen.“

Der Eberbacher Bürgermeister Peter Reichert erklärt: „Das Projekt Freiräume bietet Chancen, Stadtentwicklung zukunftsorientiert voranzubringen. Es eröffnet mit den Themen Coworking, smarter Tourismus und nutzungsoffene Räume die Möglichkeit, in unserer Stadt Aufenthaltsqualitäten zu schaffen, und das mit finanzieller Unterstützung. Wir sind dabei, freuen uns darauf und sind gespannt.“

„Wir sind froh, dass wir Neckargemünd und Eberbach als Partner gewinnen konnten“, sagt Dallinger und erklärt: „Nicht nur, weil wir hier sehr engagierte Städte mit im Boot haben, sondern auch, weil beide ganz unterschiedliche Ansätze verfolgen. Wir können mit diesem Programm die jeweiligen Konzepte passgenau auf die einzelnen Gemeinden zuschneiden.

Das hilft nicht nur diesen beiden, sondern allen in der Metropolregion Rhein-Neckar – denn das Projekt der Freiräume soll als Blaupause für andere Gemeinden der Metropolregion dienen.“ Während in Neckargemünd mit der Villa Menzer ein einzelner Prestigebau nach längerer Pause wieder angemessen genutzt werden soll, möchte Eberbach über ein dezentrales Konzept Leerstände in der Innenstadt mit Hilfe innovativer, neuer Konzepte wiederbeleben.

Unverzichtbar bei diesem Projekt sei die Bürgerbeteiligung, betonten alle Unterzeichner: „Die Bürgerinnen und Bürger vor Ort wissen selbst am besten, was ihre Gemeinde braucht – und wo Potenziale schlummern. Deshalb möchte ich dringend dazu aufrufen, sich an den Workshops zu beteiligen, damit die Ideen mit Leben gefüllt werden können“, sagte Stefan Dallinger. Die Termine dazu werden demnächst bekanntgegeben.

Ziele des Projekts

Neue Anziehungspunkte durch Digitalisierung: Die smarte Nutzung der Räume, bspw. mit Virtual-Reality-Angeboten, eröffnet neue Potenziale für Bürgerinnen und Bürger sowie für touristische Angebote.

Lebendiger Ortskern: Durch einen attraktiven Anlaufpunkt in der Ortsmitte findet wieder mehr Leben im Ort und vor Ort statt. Die Gemeinschaft wird gestärkt, Leerräume werden wiederbelebt.

Flexible Arbeitsmöglichkeiten: FREIRÄUME ermöglichen moderne Arbeitsformen und können auch das Homeoffice ersetzen.
Verkehrsberuhigung: Mehr wohnortnahe Arbeitsplätze reduzieren den Pendlerverkehr.

Vernetzung: Die Standorte Stadt und Land bieten ganz unterschiedliche Vorteile – Freiräume verknüpfen sie und bauen regionale Disparitäten ab.
Vorbild: Die hier erarbeiteten Konzepte sollen auch für andere Kommunen der Metropolregion einen Mehrwert bieten.

Organisation und Finanzierung

Die Freiräume sind Teil des Förderprojekts „Smarter, nachhaltiger Tourismus“ des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN). VRRN, der Rhein-Neckar-Kreis und die Stadt Heidelberg arbeiten in diesem Rahmen eng zusammen.

Durch das Teilprojekt sollen in den teilnehmenden Kommunen in der Umsetzungsphase Investitionen von insgesamt rund vier Millionen Euro freigesetzt werden. Durch die Projektförderung können die FREIRÄUME dabei zu bis zu 65 Prozent (entspricht rund 2,6 Millionen Euro) durch Mittel des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat finanziert werden.

Zeitplan

Das Gesamtprojekt teilt sich in zwei Phasen auf: in eine Strategiephase von September 2021 bis August 2022 und eine Umsetzungsphase von September 2022 bis August 2026. Danach sollen die Freiräume in einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept weitergeführt werden.

Im Februar beginnt die Konzeption. Beteiligungsworkshops für Bürgerinnen und Bürger sind derzeit noch in Planung, die entsprechenden Termine werden zu gegebener Zeit veröffentlicht. Die ersten Konzepte sollen innerhalb des ersten Halbjahrs 2022 erstellt werden.

Wenn im Anschluss die erforderlichen Beschlüsse in den beteiligten Kommunen sowie auf Landkreis- und Verbandsebene eingeholt wurden, könnten die Konzepte bereits ab September 2022 umgesetzt und erste Maßnahmen eingeleitet werden.

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