Mosbach plant Biotopverbund

Naturnahe Flächen in Reichenbuch. (Foto: pm)

Heimische Artenvielfalt erhalten

Mosbach. (pm) Den Verlust unserer Artenvielfalt zu stoppen ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Zur Erhaltung der heimischen Artenvielfalt soll bis 2030 der landesweite Biotopverbund auf 15 Prozent der Offenlandfläche erweitert werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Stadt Mosbach eine Biotopverbundplanung für ihre Flächen beauftragt. Unter dem Biotopverbund ist ein Netz an funktional miteinander verbundenen Lebensräumen von Tieren und Pflanzen zu verstehen. Hierdurch soll wieder ein Austausch der Arten untereinander und somit die biologische Vielfalt ermöglicht werden. Dies kommt vor allem weniger mobilen Arten wie Amphibien, Reptilien, Heuschrecken, Wildbienen oder Schmetterlingen zugute.

Der Biotopverbund ist durch das Bundesnaturschutzgesetz vorgegeben und wird konkretisiert durch das Landesnaturschutzgesetz von Baden-Württemberg. Auf Grundlage des 2020 beschlossenen Landesnaturschutzgesetzes ist die Erstellung von Biotopverbundplanungen für alle Kommunen verpflichtend.

Sowohl bei der Planung als auch der späteren Maßnahmenumsetzung wird die Stadt Mosbach durch die Biotopverbundbotschafterin Luisa Klingmann vom Landschaftserhaltungsverband unterstützt.

Die für dieses Ziel notwendige Biotopverbundplanung vor Ort basiert auf existierenden Biotopen und Biotopverbundelemente. Im Rahmen der Planung sollen die bereits vorhandenen Lebensräume aufgewertet und miteinander vernetzt werden – etwa durch entsprechende Pflege.

Durch ein Maßnahmenkonzept wird die Sicherung und Aufwertung bestehender Biotope, aber auch die mögliche Erweiterung und Neuschaffung von Lebensräumen konkretisiert. Besonders die feuchten Lebensräume liegen der Stadt Mosbach am Herzen. Wasser zurückzuhalten wird eines der Hauptthemen der Zukunft sein. Vor allem die Amphibien leiden unter der zunehmenden Trockenheit.

Ihre Laichgewässer trocknen zu früh aus und die Kaulquappen können sich nicht zu Frösche, Kröten und Molche entwickeln. Im Rahmen der Planung soll nach Möglichkeiten gesucht werden, das lebensnotwendige Wasser länger in der Fläche zu halten.

Die anschließende Umsetzung des Konzepts ist für die teilnehmenden Gemeinden nicht verpflichtend und soll maßgeblich über freiwillige Maßnahmen umgesetzt werden. Der wichtigste Aspekt ist, ob die Flächen verfügbar sind. Deshalb sollen Maßnahmen auf Flächen, die nicht im Eigentum der Stadt sind, durch Flächentausch, den Kauf von Flächen oder Flurneuordnungen möglich gemacht werden. Umliegende Eigentümer sind aufgerufen, sich freiwillig zu beteiligen; ein finanzieller Ausgleich für die Bewirtschafter ist vorgesehen.

Durch die Biotopverbundplanung entstehen nicht nur Vorteile für die biologische Vielfalt, auch die Stadt Mosbach profitiert auf mehreren Ebenen. Neben einer Förderung von 90 Prozent durch das Land erhält die Stadt Mosbach durch die Planung einen umfassenden Überblick über den Zustand der Natur in ihrem Gemeindegebiet und ein ausführliches Maßnahmenkonzept. Letztes ist vor allem wichtig, wenn es darum geht, Eingriffe durch Bauvorhaben auszugleichen.

Die Planung steht momentan noch ganz am Anfang. Nachdem sich das beauftragte Büro einen Überblick verschafft hat, stehen nun im Frühjahr Übersichtsbegehungen an. Abstimmungstermine beispielsweise mit lokalen Landwirten und Flächeneigentümern werden in den kommenden Monaten folgen. Bis zum Ende der Planung möchte die Stadt erste Maßnahmen umsetzen. Diese werden zuvor im Rahmen eines öffentlichen Termins vorgestellt.

Bei weiteren Fragen zur Biotopverbundplanung kann man sich gerne an Petra Birkefeld von der Stadt Mosbach (p.birkefeld@mosbach.de, 06261 82-458) oder Luisa Klingmann vom Landschaftserhaltungsverband (luisa.klingmann@neckar-odenwald-kreis.de, 06281 5212-1741) wenden.

 

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