Grüne Kreistagsfraktion zur MBB in Sansenhecken

04.02.10

„Sicherheit und Transparenz sind entscheidend!“

Buchen. (cd) Zentrales Thema bei dem jüngsten Treffen der Grünen Kreistagsfraktion war die geplante und umstrittene  Mineralstoffbehandlungsanlage MBB auf der Mülldeponie Sansenhecken. Vorangegangen war ein Informationsgespräch von Christine Denz, Simone Heitz, Gabi Metzger und Dorothee Roos mit dem AWN-Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter.

Außerdem diskutierte man in einem weiten Rahmen die Chancen und Risiken der Müllnutzung und –entsorgung und die ökonomischen  und ökologischen Perspektiven der Deponie. Christine Denz erinnerte an die frühzeitige Veranstaltung vom Mai letzten Jahres in Buchen zum Thema MBB mit Herrn Dr. Ginter als Referenten. Der damalige Pressebericht mit detaillierten Ausführungen sei unter www.gruene-nok.de nachzulesen. Für die Grünen Kreisrätinnen eröffnen sich nach dem jetzigen Stand des Wissens und insbesondere nach der


Durchsicht der fachlichen Stellungnahme des Landesnaturschutzverbandes Probleme und Bedenken, auch wenn sie einer Weiternutzung der Deponie im Grundsatz positiv gegenüberstehen. Diese Vorbehalte räumt auch die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht aus. Deshalb werden Fraktionsmitglieder am Erörterungstermin (9. Februar, ab 9 Uhr, Sporthalle Buchen-Hainstadt) teilnehmen. Sie rufen auch die Bevölkerung dazu auf, weil man sich dort eine Meinung bilden könne. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Die geplante MBB soll in einer gemeinsamen Betreibergesellschaft (ECOSOIL und AWN) Bauschutt, Gleisschotter und andere Zivilisationsabfälle in modularen Anlagen in der ehemaligen Rottehalle der MBA trennen – auch davor lagern. Nach der Bearbeitung wird das Material wieder verwendet, teilweise deponiert. Rückgewonnen werden sollen werthaltige Rohstoffe wie z. B. Metalle und Mineralien. Diese gehen dann wieder in den Wirtschaftskreislauf:  im Prinzip ein sinnvolles Recycling. Allerdings handelt es sich dabei zum Teil um problematische Stoffe wie z.B. Schwermetalle. Hier muss sichergestellt sein, dass keine Anreicherung in der Umgebung stattfindet..  Derzeit rechnet man mit ca. 4.000 LKW-Ladungen – der Gleisanschluss soll wiederum nicht benutzt werden, was auf Kritik stieß. Möglich ist eine Nutzungszeit von 50 Jahren. Entscheidende Fragen für die Akzeptanz sind für die Grünen: Um welche Stoffe handelt es sich genau? Wer analysiert die Zusammensetzung vor der Anlieferung?? Welche Verfahren werden eingesetzt? Wie und wie oft und durch wen wird nach der „Behandlung“ die Abluft, das Abwasser und der Boden kontrolliert? Zur Wiederherstellung des durch den MBA-Müllgestank verloren gegangenen Vertrauens fordern die Kreisrätinnen eine freiwillige regelmäßige Überwachung von Luft und Boden mit entsprechender Veröffentlichung der Daten: „Sicherheit und Transparenz sind entscheidend!“

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