Schafe helfen bei der Landschaftspflege

Schafe als Helfer in der Landschaftspflege
Schafe als Helfer in der Landschaftspflege

(Foto: Bernd Albert Walther)
****Odenwald.** (pm) Im Odenwald wird die Landschaftspflege aufgrund sinkender Zahlen von Erwerbs- und Nebenerwerbslandwirten immer stärker auf Privatpersonen oder Landschaftspflegeverbände verlagert. Liegen Flächen an topografisch exponierten Orten, wird die Pflege schwierig, und viele Flächen verbuschen zunehmend. Davon sind insbesondere Streuobstwiesen betroffen, die aufgrund ihrer Kleinteiligkeit oft für die Wiesenmahd wenig geeignet sind und nur noch selten beweidet werden.

Schafe als Alternative für schwierige Standorte

Schafe bieten hier die Möglichkeit einer alternativen Beweidungsform. Sie eignen sich insbesondere zur Offenhaltung von schwachwüchsigen, steilen oder schlecht zugänglichen Standorten, wo es an Alternativen wie Mähnutzung, Beweidung mit Rindern oder Pferden fehlt. Sie können in kleinerer Anzahl eingekoppelt oder als Herde in Wander- oder Hüteschafhaltung unter Einsatz flexibler Koppeln über die Flächen geführt werden. Gehölze werden von Schafen deutlich weniger verbissen als etwa von Ziegen, wodurch sie sich auch für Streuobstwiesen eignen. Bei einem Verbissschutz mit einer Höhe von etwa 1,30 Metern sind die Bäume weitestgehend geschützt.

Robuste Rassen erleichtern die Haltung

Eine Vereinfachung der Haltung bringen Rassen mit sich, die kein Wollvlies tragen und somit nicht geschoren werden müssen. Eine dieser Rassen ist neben Mufflon, Kamerunschaf, Wiltshire Horn und EasyCare das Braune Haarschaf, auch Nolana-Landschaf genannt, sowie das Nolanafleischschaf. Sie wurden in jüngerer Zeit mit dem Ziel gezüchtet, robuste und gut bemuskelte Schafe zu entwickeln, die sich aufgrund ihres natürlichen Fellwechsels und fehlender Hörner einfach halten lassen. Seit 2018 sind beide Rassen anerkannt und werden auch im Odenwald gezüchtet.

Beweidung mit ökologischem Mehrwert

Bei der Wanderschafhaltung ähnelt die Beweidung einer Mahd und kommt dem Naturschutz entgegen. Generell ist die Beweidung durch Schafe selektiver, und der Verbiss der Pflanzen ist tiefer als bei Kühen oder Pferden.

Als Besonderheit bei Schafen spricht man von einem „giftigen Zahn“. Sie fressen nicht alles, sondern entscheiden sich lieber für saftige Pflanzen und Gräser als für dornige und bitter schmeckende Pflanzen. Schafe sorgen in vielen Fällen durch ihr selektives Fressverhalten für eine vielfältigere Pflanzengesellschaft, denn die übrigen Pflanzen bieten viel Raum für Biodiversität und neue Pflanzen. Hierdurch können artenreiche Wiesen mit Kräutern und bunten Blumen entstehen, auch durch die Verbreitung von Samen im Vlies und an den Klauen.

Der „goldene Tritt“ als Vorteil für Boden und Fläche

Der „goldene Tritt“ der Schafe beschreibt die positive Wirkung des leichten Gewichts und der festen Schritte der Tiere auf die Grünlandnarbe. Er trägt zur Bodenfestigung, zur Verbesserung des Bodenschlusses und zur Förderung der Grasnarbenbildung bei, was für Deichsicherung, Landschaftspflege und Erosionsvermeidung von großer Bedeutung ist. Schafe treten Mäuselöcher zu und verhindern damit deren Ausbreitung. Bei unpassender Haltung kann eine hohe Trittdichte jedoch nachteilig für die Flächen sein. Bei eingekoppelter Haltung tritt dies stärker hervor, was bei der Beweidung besonderer Flächen, die der Erhaltung der Biodiversität dienen, zu beachten ist.

Praxiserfahrung aus Mossautal

Bernd Albert Walther aus Mossautal ist als Zuchtwart und Herdbuchzüchter beim Hessischen Verband für Schafzucht und Haltung engagiert. Mit seinen Nolana-Schafen bewirtschaftet er seit mehreren Jahren mit guten Ergebnissen hauptsächlich Streuobstflächen und eine Fotovoltaikanlage und ist von seinen Tieren begeistert: „Die Nolanas sind hervorragend für Hobby- und Nebenerwerbsbetriebe als Landschaftspfleger geeignet. Sie kommen sehr gut mit unserem Mittelgebirgsklima zurecht.“

 

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