Über 1 Million Übernachtungen im TGO-Gebiet

08.03.10

Touristikgemeinschaft Odenwald zieht trotz der Wirtschaftskrise positive Bilanz für 2009 / Appell: Den Odenwald auch weiterhin als gemeinsame Marke sehen

Der Neckar bei Gundelsheim. (Foto: LRA)

Mosbach. (sch) Während viele andere deutsche Feriengebiete über stark rückläufige Übernachtungszahlen klagen, zieht die Touristikgemeinschaft Odenwald (TGO) für ihr Gebiet trotz der Wirtschaftskrise eine positive Bilanz. Der TGO-Vorsitzende Landrat Dr. Achim Brötel stellte im Rahmen einer Vorstandssitzung am Freitag in Mosbach die aktuellen Zahlen für das Jahr 2009 vor. Demnach verzeichnen die Mitgliedskommunen der TGO nach 2007 und 2008 schon zum dritten Mal in Folge wieder stabil deutlich mehr als 1 Million Übernachtungen pro Jahr. Exakt 1.072.863 waren es 2009 – und statistisch erfasst werden dabei nur Betriebe ab mindestens neun Betten. Da es gerade im Odenwald aber auch zahlreiche Kleinanbieter gibt, liegt die tatsächliche Zahl mit Sicherheit noch einmal Einiges darüber.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar auch ein leichter Rückgang um 3,7 Prozent. Dennoch war sich der Vorstand in der Bewertung einig, dass man mit diesem Ergebnis sehr zufrieden sein könne. Der Odenwald sei gerade für Familien mit Kindern, aber auch für Wanderer und Radwanderer offensichtlich ungebrochen attraktiv. Besonders positiv wirke sich dabei, so TGO-Geschäftsführer Achim Dörr, der UNESCO-Geopark aus, der von immer mehr Besuchern gezielt nachgefragt werde und auch im internationalen Vergleich ein echtes Highlight sei.

Die ständige Präsenz der TGO auf allen wichtigen in- und ausländischen Messen, der direkte Kontakt mit den Anbietern und Kunden, die positive Außendarstellung der Ferienlandschaft zwischen Odenwald, Bauland und Neckartal, aber auch die Entwicklung vieler neuer Angebote zahle sich eindeutig aus, so Landrat Dr. Achim Brötel, der dem „kleinen, aber feinen TGO-Team“ um Geschäftsführer Achim Dörr für den großen Einsatz herzlich dankte.

Weniger erfreulich gestaltet sich hingegen derzeit die Zusammenarbeit mit den hessischen und bayerischen Odenwaldpartnern. Aufgrund eines neuen Tourismusgutachtens und personeller Veränderungen will insbesondere der hessische Odenwaldkreis künftig wieder vermehrt eigene Wege bei der Vermarktung gehen. Die Mitglieder des TGO-Vorstandes, die Bürgermeister Markus Günther (Walldürn), Bernhard Martin (Eberbach), Klaus Schölch (Waldbrunn), Claus Brechter (Bad Wimpfen) und Horst Weber (Ravenstein) kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass das zwar sicher legitim, mit Blick auf den jahrelangen und auch in der Sache sehr erfolgreichen Aufbau zahlreicher Gemeinsamkeiten aber doch auch sehr schade und im Grunde ein Rückschritt in die alte „Kleinstaaterei“ sei.

So müsse man momentan davon ausgehen, dass die gemeinsamen Messeauftritte wohl der Vergangenheit angehörten, weil die Hessen hier eine völlig neue Linie verfolgen. Auch beim Mannheimer Maimarkt, mit rund 400.000 Besuchern immerhin Deutschlands größte Regionalmesse, werde die TGO deshalb künftig allein vertreten sein. Gerade an dieser Messepräsenz will man seitens der TGO aber unbedingt festhalten, wie man auch sonst den bewährten Weg – dann eben notfalls allein oder mit anderen Partnern – weitergehen will. So stellt die TGO etwa bereits in dieser Woche wieder auf der ITB in Berlin, der weltgrößten Tourismusmesse, aus.

Sehr viel schwerer wiege, so TGO-Vorsitzender Dr. Achim Brötel, dass die hessischen und bayerischen Odenwald-Partner auch vom äußeren Erscheinungsbild her künftig den gemeinsam entwickelten und über Jahre hinweg erfolgreich praktizierten einheitlichen Weg verlassen und eine eigene Gestaltung bevorzugen wollten. Hier müsse man, so die einhellige Meinung des TGO-Vorstands, dringend an die Erbacher und Miltenberger Freunde appellieren, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken, weil sie zumindest mittelfristig der Idee der gemeinsamen Vermarktung des Odenwalds schade. Man bedauere deshalb seitens der TGO die eingetretene Entwicklung sehr.

Mit „Rivalitäten“, wie dieser Tage in der Presse zu lesen, habe das allerdings überhaupt nichts zu tun. Es gehe schlicht darum, dass ein Teil des Odenwalds jetzt leider einen anderen Weg einschlagen wolle, der möglicherweise auch dazu führt, dass erfolgreiche gemeinsame Veranstaltungen wie das 3-Länder-Rad-Event künftig in Frage gestellt seien. 2010 finde diese beliebte Veranstaltung zwar auf jeden Fall noch einmal vom 02. bis0 4. August in bewährter Form statt. Danach werde man aber sehen müssen, ob und wie es weitergeht. Wenn sich die bisherigen Odenwald-Partner nicht mehr daran beteiligen wollten, werde die TGO auf jeden Fall allein oder mit anderen Touristikgemeinschaften ein neues Rad-Event konzipieren, das dann eben auch andere räumliche Schwerpunkte hat.

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