Timo Bracht besucht DHBW Mosbach

(Foto: DHBW Mosbach)

Mosbach. (ds) „Bei Motivation kann man nicht tricksen“, begann Timo Bracht, einer der weltbesten Triathleten seinen Vortrag am vergangenen Donnerstag an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach. Bracht, der Ende November bei seinem Sieg in Arizona für 3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen gerade einmal 8 Stunden und 7 Minuten benötigte, ist für viele der zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer sicherlich der Inbegriff eines Motivationskünstlers. Dahinter verbirgt sich allerdings eine sehr zielgerichtete Methodik, die der Eberbacher anhand verschiedener Motivationsstrategien erläuterte. Schnell wurde deutlich, dass diese nicht nur im Sport von großem Nutzen sind.

Mit einem filmischen Einblick in die Gedankenwelt eines Hochleistungssportlers vor und während des Ironman auf Hawaii leitete der mehrfache Europameister seinen fesselnden Vortrag ein. Die Wettkampfsituationen beim vermutlich härtesten Triathlon der Welt waren immer wieder der Referenzpunkt, um anhand von Beispielen die Herausforderungen im Rennen und in der akribischen Vorbereitung zu veranschaulichen. 

Für die Motivation sei es unabdingbar, sich Ziele zu setzen und ein konkretes Anforderungsprofil zu erstellen. Handelt es sich um ein zu komplexes System, dem man gegenüber steht, so gilt es, dies zu vereinfachen und besser greifbare Aspekte herauszustellen. Bracht übertrug diesen Ansatz auf die Analyse von Verbesserungspotentialen in seiner eigenen Wettkampfpraxis. Das Gros aller Läufer würde im abschließenden Marathon ab dem dreißigsten gelaufenen Kilometer deutlich schwächer. Also habe er sich antrainiert, genau ab diesem Punkt die Laufgeschwindigkeit konstant zu halten oder sogar noch zu beschleunigen. Bracht, dem der Ruf vorauseilt, sich mit Begeisterung der Detailarbeit und Tüftelei zu widmen, gewährt auch Einblicke in die technischen Optimierungen, die er vornimmt, um sein Leistungsvermögen weiter auszureizen. Dies geschieht beispielsweise durch eine verbesserte Aerodynamik beim Radfahren oder auch durch den Einsatz von Spezialsocken, die während des Wettkamps feucht gehalten werden und somit die Belastungen durch die mitunter große Hitze abzumildern.
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Eine gewisse Ungeduld und die Vermeidung von Routinesituationen sowie den Willen, Veränderungen herbeizuführen charakterisieren nicht nur Bracht selbst. Es sind in seinen Augen auch entscheidende Eigenschaften, die zur Leistungsmotivation dazugehören. Wichtig sei darüber hinaus, in seinem Tun die Möglichkeit zu besitzen, ein qualifiziertes Feedback einzuholen und so die eigenen Ziele kontrollieren zu können.

Der sportliche Erfolg war Timo Bracht nicht in die Wiege gelegt, sondern setzte schon früh eine große Leistungsbereitschaft voraus. Als Talent in der Jugend habe er sich nicht hervortun können, sein Vater musste sich sogar vom Leichtathletiktrainer anhören, er brauche den Sohn nicht wieder mitzubringen. Über die Jahre konnte er jedoch in zunehmenden Maß Erfolge verzeichnen, zunächst noch lokaler Natur, später dann auf internationaler Ebene: „Man könnte auch sagen, vom Mosbacher Stadtlauf zum Ironman Hawaii.“ Die richtige Balance zu finden zwischen der Herausforderung der gesetzten Ziele und dem Können bzw. dem Leistungsvermögen sei daher notwendig für die individuelle Entwicklung. Daher plädierte Bracht dafür, das Augenmerk auf lebenslanges Lernen zu richten um dauerhaft neuen Anforderungen gewachsen zu sein und die Fertigkeiten stetig ausbauen zu können.

Im Anschluss an den Vortrag, der durch die Unterstützung des Freundes- und Absolventenvereins DHBW friends for life ermöglicht wurde, stellte sich Bracht noch den zahlreichen Fragen des Publikums. Mit seinen Ausführungen zum Thema Doping oder auch der Frage, wie gesund die Ausübung des Leistungssports ist und was für den Athleten nach der aktiven Laufbahn folgt, konnte Timo Bracht an diesem Abend gewiss weitere Sympathien gewinnen

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