Verlust an Wertschöpfung im Raum

Kreisvorstandssitzung – Atomausstieg und Energiewende vor Ort

Odenwald. (cd) Der alle bewegende Atomausstieg, die nicht minder wichtigen Gesetzesvorhaben zur Energiewende und die kommende Tagung „Grün-Er-Leben in der Provinz“ am 26. Juni waren die Themen des letzten Kreisvorstandes der Grünen in Mosbach. Zu der öffentlich stattfindenden Konferenz seien Interessierte herzlich eingeladen; eine Mitgliedschaft sei nicht die Voraussetzung zur Teilnahme, betonten die beiden Kreisvorsitzenden Christine Böhm, Walldürn, und Christine Denz, Mosbach. Der Grüne Tag findet am Sonntag von 10.15 Uhr bis 15.30 Uhr im Tagungszentrum Circampulus“, Kernmühlenweg, in Oberschefflenz statt.

Simone Heitz und Boris Cotar vertreten den Neckar-Odenwälder Kreisverband bei dem Sonderparteitag in Berlin, an dem am Samstag über die Gesetze zum Atomausstieg und zur Energiewende debattiert wird. Man begrüßte mit Genugtuung und inhaltlicher Freude, dass Deutschland aus der Nutzung der Atomenergie ausstiegen wolle. Ein Kernziel der Grünen werde erreicht. Jedoch müsse der Ausstieg noch schneller als von Schwarz-Gelb geplant vollzogen werden. Dass dieses technisch und ohne Versorgungslücken möglich ist, weisen Untersuchungen z. B. des Bundesumweltamtes, der Grünen und anderer Fachkundiger lückenlos nach. Die derzeitige Regierung glaube nicht ihren eigenen Fachleuten und verschiebe die Chancen auf übermorgen, die in einer konsequenten Realisierung der Energiewende schon heute liegen.

Damit leitete Christine Denz zu den Hintergründen der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und anderen Gesetzen über. Diese sollten eigentlich die Energiewende auch in der Fläche und für viele ermöglichen, damit die klima- und umweltschädlichen Atom- und Kohlekraftwerke schnellstmöglich abgeschaltet werden können. Nach dem derzeitigen Willen der schwarz-gelben Bundesregierung aber werden die alten Strukturen zementiert, nämlich die vier Energie-Riesen EnBW, EON, RWE und Vattenfall bevorzugt; Windkraftwerke auf hoher See sollen sehr hoch vergütet werden, wohingegen Windkraftwerken an Land der Garaus gemacht werden solle, indem die Vergütung noch weiter abgesenkt wird und damit die Wirtschaftlichkeit schwindet. Ähnliches ist bei der populären Photovoltaik zu beobachten. Schon würden Solarfirmen vor der Insolvenz stehen. Landkreise wie der NOK setzen zum Teil auf die Bioenergie; auch diese stünde im Schussfeld der Bundesregierung. Aber dieses bedeute den Verlust von Arbeitsplätzen im Handwerk und Mittelstand vor Ort, den Verlust von Wertschöpfung für die Kommunen und für die Bevölkerung.

Dagegen sollten sich im Bundestag und Bundesrat alle hier Verantwortlichen stemmen, appellierte der Kreisvorstand der Grünen auch an den örtlichen CDU-Bundestagsabgeordneten Alois Gerig. Die Interessen des Wahlkreises müssten über den Parteiinteressen stehen.

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