Felsblock zum „Fliegen“ gebracht

Neues Anschauungsobjekt am „Weg der Kristalle“ – Katzenbuckel-Führungen ab 28. August

Geograph Michael Hahl präsentiert den Felsblock. (Foto: privat)

Waldbrunn. Die Gunst der Stunde soll man nutzen. So sah man das auch am Waldbrunner Katzenbuckel, wo einer der typischen gerundeten Felsblöcke vom Seeufer auf die nächsthöhere Steinbruchsohle gehoben wurde, um ihn als Anschauungsobjekt am Naturpark-Pfad „Weg der Kristalle“ zu zeigen. Durch die frühsommerliche Trockenheit lag der Felsblock über dem Wasserspiegel des Katzenbuckel-Sees und konnte dadurch mittels Hebebändern befestigt und umgelagert werden, ehe er bei ansteigendem Grundwasser wieder „abgesoffen“ wäre.

So gingen im Auftrag der Gemeinde Waldbrunn der Geograph Michael Hahl, Initiator des Vorhabens, zusammen mit dem Forstunternehmer Peter Edelmann ans Werk, um den 300 Kilogramm schweren Stein für den Geotourismus zu sichern. Dabei kam ein schwerer Forstschlepper zum Einsatz. Der in die Hebebänder eingepackte Felsblock wurde über eine funkbetriebene Trommelwinde nach oben gehoben und an der Steilwand des aufgelassenen Steinbruchs etwa 20 Meter hoch gezogen. Auf der nächsthöheren Steinbruchsohle, wo der Geopfad des Naturparks Neckartal-Odenwald verläuft, konnte der Block dann direkt an eine der Tafelstationen gezogen werden.
Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Felsblock zum „Fliegen“ gebracht“ url=“//www.nokzeit.de/?p=14599„] Große, gerundete Felsblöcke entdeckte man während des bis 1974 andauernden Steinbruchbetriebs öfter und positionierte sie vereinzelt im Betriebsgelände oder am Waldkatzenbacher Dorfbrunnen; auch am Geologischen Lehrpfad in Buchen-Eberstadt befindet sich einer der markanten runden Steine vom Katzenbuckel. Ihre Entstehung führt man auf chemische Verwitterung zurück. Das magmatische Gestein wurde unterirdisch von Säuren zersetzt, die aus den Humusböden an Haarrissen und Klüften entlang sickerten. Dabei blieben ovale Blöcke als Verwitterungsreste zurück, die durch Erosion oder Steinbruchbetrieb freigelegt wurden. Mitunter weist das Gestein oberflächlichen Schalenbau auf, der auf Spannungsrisse aufgrund extremer Temperaturwechsel im Tag-Nacht-Rhythmus zurückzuführen ist.
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(Foto: Michael Hahl)

Auch das vom Seeufer geborgene Gesteinsexponat wurde durch Verwitterung gerundet, zeigt Schalenbau und ist mittig aufgebrochen, wodurch der Einblick in seine innere Struktur möglich ist. Eine neue Tafel, die im August an der Lehrpfad-Station aufgestellt wird, soll über die Entstehungsweise berichten. Im zweiten Halbjahr 2011 gibt es dann wieder geologische Führungen am Katzenbuckel, die abwechselnd von Geograph und Geopark-Ranger Michael Hahl M.A. und Diplom-Geologe Dr. Marco Lichtenberger im Auftrag der Gemeinde Waldbrunn übernommen werden. Die nächste Geoexkursion findet am Sonntag, 28. August, statt. Weitere Führungstermine gibt es dann am 18. September, am 9. Oktober und am 6. November, jeweils um 14 Uhr mit Treffpunkt am Parkplatz neben der Turmschenke auf dem Katzenbuckel. Für die etwa zweistündigen Veranstaltungen wird ein Teilnahmebeitrag erhoben. Weitere Information erhält man bei der Waldbrunner Tourist Information unter 06274-928590.

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