Grüne für Erhalt der Odenwaldlandschaft

Dokumentation an Landwirtschaftsminister Alexander Bonde überreicht

Die Grünen machen weiter gegen Christbaumplantagen mobil. (Foto: Liane Merkle)

Neckar-Odenwald-Kreis. Die weiterhin zunehmende „Verchristbaumung“ im Landkreis und insbesondere im Hohen Odenwald stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Grünen Kreisverbandes in Mosbach. Kreisvorsitzende Christine Denz, Mosbach, berichtete von einer „Explosion“ der Christbaumplantagen in einigen Gemeinden. Vervierfacht habe sich nach amtlicher Auskunft in 2010 und 2011 die Fläche gegenüber den vorhergehenden Jahren. Als Folge werde mancherorts das klassische Bild des Odenwaldes vereinheitlicht, das bisher geprägt sei durch reizvolle Vielfalt. Dieses schätzten Einheimische und Touristen. Speziell im Neckar-Odenwald-Kreis werde für die neu angelegten Christbaumplantagen überwiegend das ohnehin knappe Ackerland genutzt, für das weit höhere Preise als üblich gezahlt werden. Manchen Landwirt – aus der konventionellen Landwirtschaft ebenso wie aus dem Öko-Landbau – bringe diese „Landverknappung“ an den Rand der Existenz.

Insbesondere der Anbau der Nordmanntanne, die unter anderem im Kaukasus beheimatet ist, sei nur mit verstärktem Pestizideinsatz zu verwirklichen, um den Boden unkrautfrei zu halten. Der dann „blanke“ Boden werde geradezu ausgewaschen. Auch die Umzäunungen der Christbaumplantagen in der zuvor freien Landschaft seien äußerst kritisch zu sehen, bildeten sie doch unüberwindliche Hindernisse sowohl für das Wild wie auch für Bestellung der übrig gebliebenen Felder durch landwirtschaftliche Maschinen. „Unter Naturschutzaspekten, ökologisch, touristisch und auch wirtschaftlich betrachtet ist das eine zweifelhafte Entwicklung“, gab Kreisvorsitzende Christine Böhm, Walldürn, zu bedenken. Profitieren würden vor allem wenige große Betriebe; die regionale Wertschöpfung sollte jedoch vielen zugute kommen.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Grüne für Erhalt der Odenwaldlandschaft“ url=“//www.nokzeit.de/?p=14701„] Ursache für die Entwicklung, die die Grünen mit Sorge betrachten, war eine Änderung des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes LLG in 2009 durch den damaligen CDU-Agrarminister, der die bis dahin geltende Zustimmungspflicht durch die Gemeinden aufgehoben hatte. Der Kreisvorstand und die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen haben sich nunmehr mit der Bitte um rasche Abhilfe an Minister Alexander Bonde gewandt Dem Minister ist der NOK bereits durch einige Besuche gut bekannt.

Es gehe darum, Landschaft zu gestalten und zu erhalten. Das seit Juli 2011 geltende generelle Verbot des Grünlandumbruchs helfe nicht wirklich weiter, weil es sich hier ohnehin schon vorwiegend um Ackerland handele. Die heute bereits möglichen Satzungen könnten im „Brennpunkt NOK“ stärker unterstützt werden, und man könnte beispielsweise durch Veränderungssperren vorläufig lenkend eingreifen. Die Grünen begrüßen das Vorhaben des Landwirtschaftsministeriums, diesbezüglich den NOK zur Modellregion zu machen. Christine Denz überreichte Minister Bonde die Vorschläge samt einer Dokumentation mit Fotos, als dieser am 2. August das Bioenergiedorf Siebeneich einweihte.

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