Zur Vorstellung kam nur ein Rippberger

Symbolbild

von Liane Merkle

Mudau. Als Zweitkandidat Tassilo Rippberger fünf Minuten nach Eröffnung der Kandidatenvorstellung in der Mudauer Odenwaldhalle noch nicht eingetroffen war, er sollte an diesem Tag gar nicht mehr kommen, erläuterte Siegfried Buchelt als erster Bürgermeisterstellvertreter den etwa 100 interessierten Bürgern die Grundregeln der Bürgermeisterwahl, die am 23. Oktober stattfinden wird.

Die Amtzeit von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger läuft zum 13. Januar 2012 aus. Innerhalb der Bewerbungsfrist hat der noch amtierende Bürgermeister seine Bewerbung abgegeben und nach ihm noch Tassilo Rippberger, Legationsrat 1. Klasse, wohnhaft in Wien.  Der Mudauer Gemeinderat hatte befunden, dass eine öffentliche Kandidatenvorstellung stattfindet, sollte mehr als eine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters eingehen.


Im Rahmen dieser Veranstaltung hat jeder Bewerber die Möglichkeit, sich und seine Ziele 15 Minuten lang vorzustellen und bei Bedarf im Anschluss die Fragen der Bürger zu beantworten.

Diese Gelegenheit nutzte Dr. Norbert Rippberger: „Mein Name ist Norbert Rippberger. Ich bin verheiratet, Vater von vier Kindern und lebe seit 2004 in Mudau.“ Nach der Kinder- und Jugendzeit in Donebach sei er nach dem Abitur am Burghardt Gymnasium in Buchen zum Studium der Biologie, Chemie und Geographie nach Heidelberg gegangen, was seinen Abschluss als Doktor der Naturwissenschaften fand.

Sein beruflicher Werdegang führte ihn nach Frankfurt zu einer großen Immobilienfirma mit dem Aufgabengebiet in der Bauleitplanung für den Verband Region Untermain. Von dort ging es in das thüringische Jena in den Bereich der Stadtentwicklung und Stadtsanierung. Wie Dr. Norbert Rippberger weiter ausführte, sei er zusammen mit seiner Familie im Jahr 1993 nach Berlin umgesiedelt, um für den Entwicklungsträger des Landes Berlin die Wissenschaftsstadt ,,Adlershof“ mit zu entwickeln.

Er selbst bezeichnete die elf Jahre in Berlin als lehrreich, da er als Mitglied der Geschäftsleitung mit der gesamten Bandbreite von Stadtentwicklung konfrontiert worden war. Parallel hierzu habe er als Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Berlin Studenten der Stadt- und Regionalplanung unterrichtet. Sein zweiter Lehrauftrag führte ihn an die Humboldt-Universität in den Bereich der Landschaftsplanung für Studenten der Geographie.

Im Januar 2004 habe er das Amt eines Bürgermeisters in Mudau angetreten, was ihm sehr viel Freude bereite. „Den Schritt zurück in die Heimat habe ich zu keiner Zeit bereut“. In den vergangenen acht Jahren habe man in Mudau eine gute Entwicklung erleben dürfen, im Handel, im Handwerk, in der Industrie und bei der allgemeinen Aus- und Weiterbildung. Mudau habe keine Arbeitsplätze verloren sondern durch neue Betriebe und Betriebserweiterungen neue hinzugewonnen.

Die Schulen und Kindergärten seien gut aufgestellt und böten ein hervorragendes Angebot für die Kleinsten wie für die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Hauptschule. ,,Wir haben noch unsere eigene Schule und das mit sehr guter Qualität worauf wir stolz sein können“. Weiter führte er aus, die öffentlichen Gebäude seien in Schuss und deren Einrichtungen würde man hegen und pflegen, was auch für die Ehrenamtlichen in der Gesamtgemeinde gelte.

Die Landwirtschaft sei und bleibe die Basis für den Erhalt der Kulturlandschaft und die gelte es heute wie in Zukunft zu stärken. Als Beispiel nannte Dr. Rippberger das Flurneuordnungsverfahren im Ortsteil Scheidental. Großen Wert lege er auf Bürgernähe, was auch für die gut funktionierende Verwaltung gelte. Ein Ziel von ihm war und sei die Nähe zu den Vereinen und den Kirchen mit ihrer hervorragenden Jugendarbeit.

Durch konsequente Entscheidungen in jedem Bereich habe man im Gemeinderat die Sicherung eines stabilen Gemeindehaushaltes erreichen können.

Die Stärkung der Gemeinde über die Region hinaus sei ihm stets eine Herzensangelegenheit gewesen, was die Mitgliedschaften in Kreistag, Regionalverband und Geopark Vorstand dokumentieren würden. „Die Wahrnehmung unserer Gemeinde ist auch die Wahrnehmung unserer Leistungen und unserer Fähigkeiten“. Inmitten des Dreiländerecks sei man verkehrstechnisch in alle Richtungen gut angebunden und Mudau gelte nach dem Landesentwicklungsplan als Kleinzentrum.

Damit dies auch in Zukunft so sein werde, bot er seine Zusammenarbeit mit den Ortsteilen, den Ortschaftsverwaltungen, dem Gemeinderat und Verwaltung, den Vereinen und Institutionen an und bat die Bürgerinnen und Bürger der Gesamtgemeinde Mudau um ihre Stimme bei der anstehenden Bürgermeisterwahl am Sonntag, 23. Oktober diesen Jahres.

Zu der Frage von Gernot Grimm, wie man mit dem Thema Demographie umgehen wolle, meinte Dr. Rippberger, dass man seit den Demografietagen zu diesem Punkt eng mit der Handwerkskammer Mannheim, der Caritas und der Volksbank Franken zusammen arbeite. In Folge habe die Gemeinde in das Areal Krone investierte, wo das Tagesdemenzzentrum der Caritas und vier Barriere freie Wohnungen ihren festen Platz gefunden haben.

Anschließend wollte Ralf Hauk wissen, wie der passionierte Sportler in Dr. Rippberger die Zustände der örtlichen Sportanlagen beurteile. Worauf dieser deutlich machte, dass die elf Fußballplätze der fünf örtlichen Fußball- und Sportvereine durch eben diese in bestem Zustand seien. Ebenso halte man die diversen Schulturnhallen und die Odenwaldhalle in Schuss. Letztere sei nun im aktuellen Sanierungsgebiet aufgenommen und in diesem Zusammenhang wolle man auch das Odenwaldstadion von Seiten der Gemeinde in eine sinnvolle Überplanung aufnehmen und weiter dem Breitensport offen halten. Die wegfallende Laufbahn wurde planerisch in den Schulgeländebereich verlegt. Doch müssten noch Fördermöglichkeiten geklärt werden.

Eine Stellungnahme zu regenerativen Energien erwartete Stefan Farrenkopf und erfuhr, dass Mudau stolz sein könne auf das vorbildliche Biomassekraftwerk, auf viele Photovoltaik-Anlagen auf gemeindeeigenen, aber auch auf vielen privaten und landwirtschaftlichen Gebäuden. Darüber hinaus habe die Gemeinde ein Nahwärmenetz im Bereich der Schloßauer Schule aufgebaut, und im Ünglert werde ein solches aus privater Hand gerne genutzt.

Hinzu verwies Dr. Norbert Rippberger auf die Diskussion zu Thema Windenergie wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung unter dem Aspekt, dass alle davon profitieren sollten (NZ berichtete).



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