RTL dreht im Landratsamt

Moderatorin Birgit Schrowange und Jugendamtmitarbeiterin Astrid Leonhardt mit dem RTL-Team. (Foto: LRA)

Mosbach. (lra) Das hat man auch im Landratsamt im Mosbach nicht so häufig: Ein betont lockeres Kamerateam mit viel Technik im Gepäck präpariert im Sitzungssaal phantasievoll den Drehort, eine Mitarbeiterin aus dem Jugendamt entfernt noch schnell das Etikett von der vorab für sie ausgesuchten Jacke und wenig später steht Birgit Schrowange von RTL perfekt gestylt und gut gelaunt im Zimmer von Landrat Dr. Achim Brötel. Ja, Mosbach sei eine schöne Stadt. Gut geschlafen habe sie und noch besser gegessen: „Eigentlich viel zu viel, vor allem von den leckeren Spätzle.“ Sie ist freundlich, die bekannte Moderatorin, kein bisschen von „oben herab“. Und erklärt dann im lockeren Gespräch, warum sie so gern von Köln nach Mosbach gefahren ist: „Das Thema, zu dem wir hier drehen, liegt mir wirklich sehr am Herzen. Ich bin selber alleinerziehend und ich weiß, wie wichtig es ist, bei Trennungen in keinem Fall das Wohl der Kinder zu vergessen.“


„Schicksal Scheidungskind! Wenn aus Eltern Feinde werden“ heißt die Produktion des Fernsehsenders RTL in der Reihe „Extra spezial“ (Sendetermin: Montag, 2. Januar 2012, 22.15 Uhr), um die es hier geht. Seit eineinhalb Jahren schon recherchiert und dreht Redakteurin Karla Steuckmann zu diesem Thema, maßgeblich unterstützt von Astrid Leonhardt aus Mosbach. Die gelernte Rechtspflegerin ist als Sachgebietsleiterin im Jugendamt des Landratsamtes ausgewiesene Expertin im Bereich des Jugend- und Familienrechts, gibt bundesweit Seminare und bildet Kolleginnen und Kollegen aus. Und sie berät und unterstützt Eltern in Trennungssituationen.

Entgegen der Vorurteile, die viele gegen Privatsender hegen, geht es bei dieser Produktion seriös zu. „Bei uns steht wirklich das Thema im Vordergrund. Da passiert so viel Schlimmes und Leidtragende sind immer die Kinder“, erklärt Karla Steuckmann, die für eine Reportage über Kinderarmut mit dem Medienpreis des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte 2010 ausgezeichnet wurde. „Bei was anderem hätte ich auch gar nicht mitgemacht“, ergänzt Astrid Leonhardt in ihrer trockenen und direkten Art. „Und wir hätten auch keine Zustimmung dazu gegeben“, erklärt Landrat Dr. Achim Brötel, der als Dienstherr vorab sein Einverständnis erklären musste. Er sieht die Einbindung einer Mitarbeiterin aus seinem Haus ausgesprochen positiv: „Das ist zweifellos ein Qualitätsmerkmal der hier geleisteten Arbeit.“

Tatsächlich arbeiten Astrid Leonhardt und ihre Mannschaft professionell, gelegentlich unkonventionell, oft bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und immer mit einer Zielrichtung: Das Wohl der Kinder, die unter einer Trennung der Eltern immer leiden, so weit wie möglich zu erhalten oder wieder herzustellen. „Tatsächlich erleben wir bei Trennungen eine für die Kinder sehr fatale Entwicklung, da die Intensität des Trennungskonfliktes gewaltig zugenommen hat. Vor allem Frauen kämpfen mit sehr harten Bandagen und lassen leider gar nichts aus. Dagegen gibt es die berühmten „Drückeberger“ bei den Vätern eher selten und wenn, dann haben wir durchaus Mittel und Wege, bei ihnen etwas zu bewegen“, erklärt die resolute Expertin, die durchaus deutliche Worte findet.

Im Filmbeitrag geht es um ein Geschwisterpaar, das bei der Scheidung der Eltern getrennt wurde und bei dem sowohl Mutter als auch Vater seit Jahren systematisch versuchen, die Kinder dem jeweiligen anderen Elternteil zu entfremden. Über eineinhalb Jahre hat Astrid Leonhardt diese Familie, die nicht aus dem Neckar-Odenwald-Kreis stammt, begleitet und versucht Einfluss zum Wohle der Kinder zu nehmen. „Einer meiner schwierigsten Fälle“, gibt sie zu.

In Mosbach wurde nun mit Birgit Schrowange und Astrid Leonhardt die Moderation zu den eingespielten Filmszenen gedreht. Mit viel Aufwand, wenn man bedenkt, dass letztendlich nur wenige Sendeminuten „übrig“ bleiben. Immer wieder wurden die Sätze wiederholt, immer wieder wurde von der Visagistin getupft, gezupft und gepudert, faltenschlagende Sakkos wurden glattgezogen und vorwitzige Kabel im Ausschnitt versteckt.

Birgit Schrowange blieb locker. Ihre Anteilnahme am Thema war echt, kümmert sie sich doch auch ehrenamtlich um benachteiligte Kinder. Im Anschluss nahm sie sich noch Zeit, um Autogramme zu schreiben und Schönheitstipps zu verteilen: Wenig Sonne, gesunde Ernährung, viel Sport. Nichts unbedingt Neues, aber sie selbst war auch nach diesem anstrengenden Drehtag der strahlende Beweis, dass da durchaus was dran sein kann.

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Moderatorin Birgit Schrowange und Jugendamtmitarbeiterin Astrid Leonhardt werden für die TV-Aufnahmen vorbereitet. (Foto: LRA)

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