Eisbekämpfung am unteren Neckar

Schwerpunkt Wehranlagen – Bis Mitte der Woche werden Abflusssteigerungen von bis zu 400 m³/s prognostiziert

(Foto: WSA)

Neckartal. (pm) Die Schifffahrt ruht weiterhin auf dem unteren Neckar zwischen Mannheim und dem Hafen Heilbronn. Die Eisdicken betragen im Seitenkanal Ladenburg zwischenzeitlich bis zu 40 cm. Die Stauhaltungen im Odenwald waren heute Morgen im unteren Drittel auf einer Länge von 5 bis 8 km zugefroren. Zwischenzeitlich sind es 55 Frachtschiffe, beladen mit Kohle, Salz, Futtermittel, Container, Schrott und Schwefelsäure, die ihre Bestimmungshäfen aufgrund der Eiszeit am Neckar nicht erreichen können.


Ab Mitte der Woche rechnet das Wasser- und Schifffahrtsamt aufgrund steigender Temperaturen mit erhöhten Abflüssen am unteren Neckar. Von derzeit rd. 100 m³/s in Heidelberg soll der Abfluss laut Prognosen auf rd.  400 m³/s ansteigen. Der Leiter des „Krisenstabes Eis“, Jochen Bode, berichtet: „Jetzt gilt es die volle Funktionsfähigkeit an den Wehren Ladenburg, Neckarzimmern und Neckarsulm herzustellen. Die Beschäftigten des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg versuchen mit Gasbrennern, Presslufthammer und Pickeln den Eisbesatz wegzubrechen, um die Wehrverschlüsse gangbar zu bekommen. Die Eisbrecher arbeiten weiterhin vor den Wehranlagen zwischen Mannheim und Heilbronn“. Im Hinblick auf die vorhergesagten steigenden Abflüsse im Neckar erläutert Bode weiter: „Durch die bisherigen Aktivitäten sehe ich die kleine Hochwasserwelle ab Mitte der Woche gelassen. Die größte Gefahr, ein Eisversatz vor den Wehren, bleibt durch die Eisbrecharbeiten der letzten Tage beherrschbar“.

Fotostrecke zur Eissituation auf dem Neckar [nggallery id=130] (Fotos: WSA)

Zwischenzeitlich werden auch immer mehr Schäden an den Eisbrechern gemeldet. Der Leiter des Bauhofes des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg in Neckarsteinach, Rüdiger Böhme erklärt: „Wir haben schon jetzt eine ganze Reihe von Reparaturanforderungen von den Schiffsbesatzungen. Besonders die Schiffsschrauben leiden unter dem ständigen Einsatz im Eis. Wir werden deshalb die Schiffe nach Beendigung des Eiseinsatzes auf Helling nehmen und neue Schiffsschrauben aufziehen müssen“.

Auf die Frage, wann es mit der Schifffahrt am unteren Neckar weitergeht, antwortet der Leiters des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg, Jörg Huber: „Die Eisdicke an der Schleuse Feudenheim ist beispielsweise so enorm, dass das Enteisen der Anlage noch einige Zeit beanspruchen wird. Die Techniker des Bauhofes in Neckarsteinach gehen davon aus, dass die Schifffahrt noch mehrere Tage warten muss. Zum Anlaufen der Schifffahrt müssen die Betriebsbereitschaft der Schleusen und Wehre gleichzeitig mit einer gewissen Eisfreiheit der Flussstrecken gegeben sein.“


Das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg wird beim Eiseinsatz durch die Nachbarämter in Mannheim, Freiburg und Bingen mit Eisbrechern unterstützt. „Ohne diese Hilfeleistung der Kollegen, hätten wir hier schon längst keine aktive Rolle bei der Eisbekämpfung mehr. Wir könnten nur noch abwarten was kommt. So sind wir weiter Herr des Geschehens“.

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Festliegende Schiffe auf dem zugefrorenen Neckar. (Foto: WSA)

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