Mehr Tagesmütter für den Ländlichen Raum

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Die Kindertagespflege soll im Rahmen der frühkindlichen Bildung und Betreuung neben den Kindertagestätten zu einem gleichwertigen, qualitativ anspruchsvollen und für die Eltern attraktiven Standbein ausgebaut werden. Das ist der Kern eines gemeinsamen Vorschlags der SPD-Landtagsfraktion und des Landesverbandes der Tagesmütter. „Wir wollen im Rahmen des beschlossenen Ausbaus der frühkindlichen Bildung und Betreuung auch das Angebot an Tagesmüttern stärken“, sagt SPD-Landtagsabgeordneter Georg Nelius.

Viele Eltern bevorzugten die vertraulichen, familiären Strukturen und die Flexibilität der Tagesmütter, müssten dafür aber vielerorts höhere Beiträge bezahlen. „Mit einer Angleichung der Elternbeiträge wollen wir echte Wahlfreiheit schaffen“, betont MdL Georg Nelius.

Vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf frühkindliche Bildung und Betreuung ab 1. August 2013 müsse sowohl das Angebot bei den Tageseinrichtungen als auch in der Tagespflege gesteigert werden. Während im Bereich der Tageseinrichtungen bereits zahlreiche Aktivitäten liefen, bestehe in der Tagespflege noch erheblicher Nachholbedarf. Zu finanziellen Verbesserungen habe aber auch hier der 2011 zwischen Land und Kommunen geschlossene „Pakt für Familien mit Kindern“ geführt. Die Zuweisungen an die Stadt- und Landkreise nach dem Finanzausgleichgesetz (§ 29c FAG) stiegen demnach von 12,1 Mio. Euro in 2011 auf 40,1 Mio. Euro in 2012 und auf nunmehr 43,7 Mio. Euro in 2013. Das entspricht seit 2011 einem Zuwachs der Mittel von mehr als 350%.




Um den positiven Trend noch mehr anzukurbeln, dringt die SPD-Landtagsfraktion darauf, dass Eltern künftig in allen 44 Stadt- und Landkreisen für Tagespflegeeltern die gleichen Beiträge zu zahlen haben wie für Kindertagesstätten. Fraktionschef Schmiedel mahnte dafür  ein landesweit abgestimmtes Konzept an. So sei es eine Überlegung wert, die Zuständigkeit für die Kitas und für die Kindertagespflege in eine Hand zu legen. Für Erstere sind bisher die Städte und Gemeinden zuständig, für Letztere die Stadt- und Landkreise.

Der Landesverband der Tagesmütter-Vereine stellte sich hinter die Initiative der SPD-Landtagsfraktion für eine Angleichung der Elternbeiträge für die Betreuung in Kindertagesstätten oder durch eine Tagesmutter.  „damit trägt man dem gesetzlich garantierten Wunsch-und Wahlrecht der Eltern tatsächlich Rechnung. Je jünger die Kinder, um so mehr wird die Betreuung durch Tagesmütter von den Eltern bevorzugt“, sagte Christina Metke, Vorsitzende des Landesverbandes der Tagesmütter-Vereine.

In der Kindertagespflege könnten nach Ansicht Metkes relativ kurzfristig mehr Plätze geschaffen werden, wenn sich die finanziellen und bürokratischen Rahmenbedingungen für Tagesmütter verbesserten. Dazu gehöre insbesondere ein verlässliches und planbares Einkommen, auch wenn einmal wegen Krankheit oder ähnlichem ein Platz nicht besetzt sei. „Die Arbeit der Tagesmütter wird überdies durch eine sehr hohe Bürokratie belastet. Wir wissen, dass viele auch deshalb ihre Tätigkeit einstellen oder die Qualifizierung abbrechen“, unterstrich Metke. Hier sei dringender Handlungsbedarf geboten.

Georg Nelius unterstrich am Ende nochmals: Dass es von großer Wichtigkeit sei, den Kinderschutz in ganz Baden-Württemberg durch die Beratung, Begleitung und Vermittlung der Tagesmütter durch pädagogische Fachkräfte zu gewährleisten. Dazu müssten noch in vielen Stadt- und Landkreisen die Strukturen besser ausgebaut und auch landesweite Standards festgelegt werden.

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