Kreis zur KWO-Entsorgung verpflichtet

Umweltminister antwortet auf parlamentarische Anfrage von Peter Hauk MdL

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Der Neckar-Odenwald-Kreis sei „verpflichtet, die freigemessenen Abfälle aus dem KWO anzunehmen und auf einer von ihm betriebenen Deponie zu entsorgen,“ so die unmissverständliche Antwort des baden-württembergischen Umweltministers Untersteller (GRÜNE) auf eine parlamentarische Anfrage des Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk (CDU) zur Frage der Entsorgung der aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim anfallenden freigemessenen Abfälle. Weiter schreibt der Minister: „Mit der Deponie Sansenhecken verfügt der Neckar-Odenwald-Kreis über eine für diese Abfälle geeignete Deponie, die es dem Kreis ermöglicht, seiner Entsorgungspflicht nachzukommen.“

MdL Peter Hauk, der sich von der Landesregierung in dieser Frage mehr Unterstützung erhofft hatte, zeigte sich von der Antwort des Ministers enttäuscht. „Die Energiewende und der damit verbundene Ausstieg aus der Atomkraft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es kann nicht sein, dass etwa bei der wichtigen Beseitigungsfrage einzelne Akteure alleine gelassen werden.“ Gleichzeitig betonte Hauk, dass die Nachricht aus dem Umweltministerium jedoch kein Grund zur Hysterie sei. Bei dem wohl künftig in der Deponie „Sansenhecken“ in Buchen zu entsorgenden Material handle es sich ausschließlich um freigemessene, radioaktiv unbelastete Abfälle.

Die Diskussion um die Entsorgung der Abfälle aus dem KWO war aufgekommen, da die Deponie der Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises (AVR) in Sinsheim im Frühjahr 2013 einen Annahmestopp verfügt hatte. Dieser hatte dazu geführt, dass die EnBW fortan den Neckar-Odenwald-Kreis mit dem Zentrum für Entsorgung und Umwelttechnologie „Sansenhecken“ in Buchen für allein annahmepflichtig gehalten hatte. Durch die jüngste Mitteilung der Landesregierung befürchtet MdL Peter Hauk nun eine einseitige Belastung des Neckar-Odenwald-Kreises.

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5 Kommentare

  1. Hauk sagt: „Es kann nicht sein, dass etwa bei der wichtigen Beseitigungsfrage einzelne Akteure alleine gelassen werden.“

    Eine dümmlichere Aussage habe ich in diesem Zusammenhang noch nicht gehört. Alleine gelassen, wo ist denn der wirklich gefährliche Müll? Ja wohl nicht im Neckar-Odenwald-Kreis.

    Billigste, durchsichtige Stänker-Politik, statt sachlicher Auseinandersetzung. Und der soll Ministerpräsident werden?

  2. Unbestritten ist doch, dass die Deponie in Buchen einen großen Imageschaden davon trägt, wenn hier der Schutt des KWOs abgelagert wird. Hinzu kommen Ängste, egal wie irrational dies sind. Das sind eben die Geister, die die Grünen durch ihre Jahrzehntelange Hysterie hinaufbeschworen haben. Dass sie sich jetzt in gewisser Weise gegen einen grünen Umweltminister richten, ist in gewisser Weise schon eine Ironie der Geschichte!

    Hinzu kommt zudem die Kostenfrage. Hier wird man im NOK durchaus alleine gelassen.

    Hauk hat also durchaus recht!

    • Wußte gar nicht dass es bei einer Mülldeponie ums Image geht. Wie schaut das denn in der Praxis aus? Sagt dann die Firma A: Nein unseren Müll liefern wir dort nicht ab, wir wollen nicht dass unsere Reste dort in Gefahr ihren Lebensabend verbringen müssen?

  3. Wo sind die Buchener Brüllaffem, wenn es um den hochradioaktiven Müll geht, der nun vom KWO durch Dörfer und Städte nach Neckarwestheim gebracht werden soll? Protest, nein danke! Der Müll kommt ja weit weg.
    Es ist widerlich, dieses St. Florians-Prinzip.

    Und keiner schämt sich.

    • In einer Demokratie darf man den Brüllaffen keinen Vorwurf machen, sondern denen, die sie immer wieder wählen, noch dazu bei uns mit übergroßer Mehrheit.

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