Es klappert die Mühle im Mariental

Von  Tiger-, Pfauen- und Elefantenmehlen/ Besichtigung der Biemermühle

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Durch bis zu 25 Siebe rieselt das gemahlene Mehl in der Biemermühle, wie Müller Albert Biemer seinen Gästen erklärte. Daraus resultieren dann die verschiedenen Ausmahlungsgrade des Mehles, die den Typenzahlen entsprechen (z.B. Weizenmehl 405). (Foto: LRA)

Dallau. (lra) Der Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes legt alljährlich ein vielseitiges und interessantes Veranstaltungsprogramm auf. Eine dieser Veranstaltungen fand kürzlich mit erfreulich viel Zuspruch von Seiten der Verbraucher statt: Die Besichtigung der Biemermühle in Dallau.

Schon in der sechsten Generation betreibt Albert Biemer mit seiner Tochter Ina die Mühle im romantischen Mariental in Dallau. Produziert wird dort zu 80 Prozent „Tiger-, Pfauen- und Elefantenmehl“. Das ist ein ganz spezielles, nach eigener Rezeptur hergestelltes Weizenmehl  für Fladenbrote, das in verschiedene Länder Europas exportiert wird. Nachgefragt wird dieses Fladenbrotmehl vor allem von in Indien, Pakistan und Afghanistan gebürtigen Menschen, die in Europa leben.




Albert Biemer erklärte, dass er sein Getreide ausschließlich von Landwirten aus der Region im Umkreis von 25 Kilometern bezieht. Den Besuchern wurden anschaulich und praxisnah die einzelnen Verarbeitungsstufen der verschiedenen Getreidearten, hauptsächlich Weizen- Dinkel- und Roggenmehl, erläutert: Die Reinigung des Getreides, die einzelnen Mahlvorgänge, die entscheidend sind für die verschiedenen Ausmahlungsgrade und Typenzahlen des Mehles und schließlich auch die neue, vollautomatische Abfüllanlage. Parallel dazu durften die Besucher in den fünf Stockwerken der Mühle die imposanten Maschinen begutachten. Ein hauseigenes Labor überprüft die Qualität des Getreides u.a. auf den „Kleberanteil“ im Getreide, der entscheidend für die Backqualität ist, und den  Feuchtegehalt. Im Hofladen durfte dann auch verkostet werden, was aus Biemer-Mehl Leckeres entstehen kann – in diesem Fall süße Hefeschnecken, die die Seniorchefin eigens gebacken hatte.

Dabei wurde auch die Produktpalette im Hofladen vorgestellt, die sich an Grundsätzen von Hildegard von Bingen orientiert und von verschiedenen Weizen-, Dinkel- und Roggenmehlen über Brot- und Spätzlesmehl  hin zu Back- und Müslizutaten wie Kürbiskernen und Amaranth reicht. Auch Besonderheiten wie gemahlene Galgantwurzelgibt es hier, ein spezielles Gewürz, das man zum Backen der „Nervenkekse“ nach Hildegard von Bingen braucht. 

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