Rückbau von Sohlschwellen für Ökologie

Durchgängigkeit in Seckach und Hiffelbach hergestellt

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Stromabwärts des Durchlasses in Zimmern war der alte Absturz der Seckach ein Hindernis für Fische, der bereits zurück gebaut und anstelle dessen eine für Fische durchwanderbare Sohlengleite geschaffen wurde (Foto unten). Die Länge dieser Sohlengleite beträgt etwa 40 m. Beim Vergleich des alten Zustands mit der neu gebauten Sohlengleite lässt sich deutlich erkennen, dass aus dem ehemals für Fische unüberwindbaren Hindernis ein naturnaher Abschnitt mit unterschiedlichen Fließstrukturen geworden ist. (Foto: pm)

Seckach. (pm) Zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) lässt die Gemeinde Seckach derzeit zahlreiche kleinere und größere Querbauwerke (u.a. Betonschwellen und Wehranlagen) in der Seckach und im Hiffelbach beseitigen, welche ein Wanderhindernis für Fische und Organismen darstellen. Durch diese lokal begrenzten Eingriffe wird die ökologische Durchgängigkeit wieder hergestellt.

Über den aktuellen Stand sowie den weiteren Ablauf dieser Bauarbeiten ließen sich Bürgermeister Thomas Ludwig und Bautechniker Roland Bangert dieser Tage von Bauleiter Dipl.Ing. Patrick Hermann informieren; er ist Mitarbeiter des Ing.Büros Wald + Corbe aus Hügelsheim, das mit der Planung und der Bauleitung für diese Maßnahmen betraut ist.

Bis vor kurzem waren in Seckach und Hiffelbach auf den Gemarkungen Seckach und Zimmern noch 33 Querbauwerke vorhanden. Ein Teil dieser Bauwerke wurde bereits im Zuge der inzwischen fertig gestellten örtlichen Hochwasserschutzmaßnahmen umgebaut und jetzt erfolgt die Umgestaltung der verbliebenen Bauwerke außerhalb der Ortslagen.




Diese Querbauwerke dienten seither der Stabilisierung der Sohle des Gewässers, doch nun wurden anstelle dieser für Fische und Kleinstlebewesen nur schwer überwindbaren Bauwerke kleine Fischtreppen (Sohlengleiten in Beckenstruktur) angelegt. Die Beckenstruktur entsteht dabei durch Steinriegel, die einen Aufstau erzeugen und eine definierte Durchflussöffnung in das nachfolgende, tiefer liegende Becken besitzen. Die von der Wasseroberfläche bis zur Gewässersohle durchgängige Durchflussöffnung dient den Fischen als Schlupf bei ihrer Wanderung stromaufwärts. Je nach Gewässerstandort und Abflussmenge variiert die Schlupfbreite zwischen 25 und 70 cm. Das Gefälle wird bei diesem Bauwerkstyp stufenweise um ca. 15 cm je Stufe abgebaut, wobei die Becken den Fischen mit ihrer beruhigten Strömung Standplätze und Ruhezonen bieten. Die Beckenlänge ist der Abflussmenge angepasst und reicht von 2,5 – 3,5 m. Einzelne Störsteine in den Becken erhöhen die Vielfalt der Fließstrukturen noch zusätzlich.

Die Bauarbeiten, mit deren Ausführung die Gemeinde Seckach die Fa. August Mackmull aus Elztal-Muckental beauftragt hat, werden, sofern es die Witterung zulässt, voraussichtlich Ende April abgeschlossen sein.

Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den angrenzenden Grundstückseigentümern und Pächtern, die der Gemeinde Seckach gestatteten, ihre Grundstücke für den Bau der Sohlengleiten befahren und auch als Lagerplatz nutzen zu dürfen.

Finanziell unterstützt wird diese auf rd. 230.000 € veranschlagte und ökologisch wertvolle Maßnahme durch das Land Baden-Württemberg mit 70 % Fachförderung und aus dem Ausgleichstock. Hierfür ist die Gemeinde Seckach ebenfalls sehr dankbar wie auch für die hervorragende fachliche Unterstützung bei der Antragsstellung und der technischen Umsetzung vor Ort durch das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises mit seiner technischen Fachbehörde und deren Mitarbeiter Dipl. Ing. Waldemar Ehrmann.

2014 03 20 03

Für Fische wieder durchgängig. (Foto: pm)

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