Studium außerhalb der Komfortzone

Campus Bad Mergentheim feiert Hochschulpartnerschaft

Bad Mergentheim. (pm) Zehn Jahre Austausch zwischen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach Campus Bad Mergentheim und der Oregon State University (OSU): Das brachte im Laufe der Jahre über 100 internationale Gäste nach Bad Mergentheim und Mosbach und dieselbe Anzahl an DHBW-Studierenden in den US-Bundesstaat. Mit dem Besuch einer OSU-Delegation wurde im Schlosscampus das Jubiläum gefeiert.

2005 verbrachten die ersten sechs Studierenden vom Campus Bad Mergentheim ein Auslandssemester in Oregon (USA). Im Gegenzug kamen fünf OSU-Studierende nach Bad Mergentheim. Während anfangs nur der Studiengang BWL-International Business teilnahm, wurde das Programm mittlerweile auf weitere Studiengänge und nach Mosbach ausgeweitet. Jedes Jahr stehen der DHBW Mosbach 15 studiengebührenfreie Plätze an der OSU zur Verfügung. Die DHBW Mosbach und ihr Campus in Bad Mergentheim haben ein besonderes Konzept, um auch den Studierenden internationales Flair zu bieten, die nicht ins Ausland gehen: Im International Program of Business bzw. Engineering studieren zur Hälfte deutsche und internationale Studierende für ein Semester gemeinsam. „Damit können wir auch direkt vor Ort die interkulturellen Kompetenzen unserer Studierenden stärken. Für diese Internationalität ist unser Campus Bad Mergentheim DHBW-weit bekannt“, bekräftigt Campusleiter Prof. Dr. Seon-Su Kim.

Die amerikanische Universität würdigte die langjährige Partnerschaft im Mai mit einem Besuch von Vertretern des College of Business. Ilene Kleinsorge, Dekanin des Colleges, erzählt: „Nach einigen Stunden am Campus und in der Stadt Bad Mergentheim verstehe ich, warum unsere Studierenden sich hier so wohl fühlen.“ Mit einem Empfang der OSU-Delegation durch den stellvertretenden Bürgermeister Andreas Lehr im Neuen Rathaus unterstrich die Stadt Bad Mergentheim die Bedeutung der Partnerschaft und der internationalen Studierenden für die Stadt. Während in Bad Mergentheim auf rund 22.500 Einwohner 500 Studierende kommen, beheimatet Corvallis, die Heimatstadt der OSU, neben 30.000 „normalen“ Bürgern noch einmal ca. 25.000 Studierende, so dass DHBW-Studierende in ihrem Auslandssemester eine typisch amerikanische Universitätsstadt erleben.

Die guten Beziehungen zwischen den beiden Hochschulen basieren neben dem Studierendenaustausch auch auf einem aktiven Dozentenaustausch. Seit dem Beginn der Partnerschaft vor über zehn Jahren lehren neben vielen anderen internationalen Dozenten auch immer wieder OSU-Professoren in Bad Mergentheim. „Der persönliche Kontakt ist die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, erläutert Prof. Dr. Axel Gerloff, der im Gegenzug selbst regelmäßig Vorlesungen an der OSU hält. Bei seinen Aufenthalten in Oregon führt er Gespräche mit amerikanischen Kollegen und wirbt bei den OSU-Studierenden für ein Auslandssemester in Bad Mergentheim.

James Coakley, stellvertretender Dekan, erklärt den Grund, warum seine Institution die Studierenden bevorzugt ins nicht-englischsprachige Ausland schickt: „Wir bringen sie damit aus ihrer Komfortzone. Die Kurse finden auf Englisch statt, aber außerhalb der Hochschule sind die interkulturellen Unterschiede größer, wenn die Sprache eine andere ist.“ Aktuell genießen acht Studierende aus Oregon den Frühsommer im Schloss – „eine großartige Atmosphäre“,  findet Carol Leder, Betreuerin des Austauschprogramms. Unterschiede zwischen ihrer Heimat und dem Main-Tauber-Kreis haben sie bereits festgestellt, angefangen von der Länge des Blickkontakts (in Deutschland länger) über Öffnungszeiten an Sonntagen (in Deutschland kürzer) bis hin zur Haltung von Messer und Gabel beim Essen.

DHBW MOS Foto OSU 2015

(Foto: pm)

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