Erzbischof Burger bei der Altarweihe

Gottesdienst ins Gemeindehaus übertragen

Großeicholzheim. (lm) „Es gibt nicht mehr viele Altarweihen in der Erzdiözese Freiburg“, so Erzbischof Stephan Burger, der mit seiner Anwesenheit und seiner klangvollen Liturgie die Wiedereröffnung der kleinen Filialkirche St. Laurentius mit Altarweihe zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Großeicholzheimer Gläubigen machte. Als Mitzelebranten wirkten neben Pfarrer Andreas Schneider und Diakon Joseph Depta eine große Zahl versierter Ministranten und für den gelungenen musikalischen Rahmen sorgten Organist Stefan Müller, zwei befreundete Trompeter und der Singkreis Mixed Generation in der bis auf den letzten Platz besetzten St.-Laurentius-Kirche, die nach über einem Jahr intensivster Sanierung und Neugestaltung nur so. Und weil sie an diesem besonderen Gottesdienst schlichtweg zu klein war und das neue große Dorfgeläut weithin eingeladen hatte, war auch im angrenzenden Gemeindesaal Dank Videoübertragung kein leerer Platz mehr zu finden.

Sichtlich ergriffen und über die Maßen beeindruckt ließ sich die Gottesdienstgemeinde vom Geschehen mitreißen, was maßgeblich der souveränen Führung von Erzbischof Stephan zu verdanken war, dessen voll tönende Baritonstimme nun wirklich kein – noch so gutes – Mikrofon benötigte. Der liturgischen Eröffnung folgte zuallererst die Segnung des Wassers und des wunderschönen Taufbeckens, das nicht nur an die Taufe als Beginn des Christseins erinnert, sondern hier in der Nähe des Eingangs auch als großzügiger Weihwasserbehälter dient. So wurde die Gemeinde nach der Erneuerung des Taufbekenntnisses auch mit diesem Wasser besprengt, ebenso wie der neue marmorne Ambo als Ort, von dem aus das „Leben spendende Wort“ verkündet wird. Zwei Lesungen und das wiederholte „Halleluja“ wirkten als Bekräftigung der Weihe ebenso wie als „Entré“ für die Predigt des Erzbischofs, der er den Titel stellte: „Erzähle nicht deinem Gott, dass du große Probleme hast, sondern erzähle deinen Problemen, dass du einen großen Gott hast“.

Er meinte damit nicht nur, dass die Gläubigen die Glocken brauchen, die sie im Alltag an die Gegenwart Gottes erinnern, sondern vor allem daran, dass er mitten unter ihnen ist. Er stellte auch fest, dass die Großeicholzheimer bereits im täglichen Leben umsetzen, weshalb die Kirche im Dorf steht. Obwohl er schwieriger geworden sei, zum Glauben zu stehen, sich für den arbeitsfreien Sonntag und eine große Familie einzusetzen, sehe er hier beispielhaft gelebte Ökumene und eine positive Zukunft für den christlichen Glauben. Gerade in Welt, in der Christen noch immer unbarmherzig verfolgt werden, brauche es solche Gläubigen und deren Solidarität, um immer wieder auf die Situationen aufmerksam zu machen und zu verdeutlichen, dass der Friede auf dieser Welt immer beim Einzelnen beginne. Nach diesen eindringlichen Worten folgte das absolute Highlight dieses Festgottesdienstes: Die Altarweihe.

Eingeleitet durch die Allerheiligen-Litanei wurde in den Sockel des Altares die sogenannte Reliquie (sterbliche Überreste des Heiligen Laurentius) durch Erzbischof Stephan Burger beigesetzt und danach fest verschlossen. Nach der Besprengung des Altares mit Weihwasser folgte seine sorgfältige Salbung mit Chrisam, einem kostbaren, duftenden Öl, als Zeichen dafür, dass Menschen zu Christus, dem Gesalbten gehören. Und schließlich wird noch Weihrauch direkt auf der „Tischplatte“ verbrannt. Was darauf hinweisen soll, dass Christi Opfer, das auf dem Altar unter heiligen Zeichen gegenwärtig ist, wie lieblicher Wohlgeruch zu Gott aufsteigt, ebenso wie die Gebete der Gläubigen. Nachdem der dann gereinigte Altar dann feierlich gedeckt und mit brennenden Altarkerzen bestückt war, konnte die eigentliche Weihe mit der ersten Eucharistiefeier erfolgen.

Vor dem feierlichen Schlusssegen leiteten gesungenen Danksagungen erste Dankesworte ein von Pfarrgemeinderat Philipp Galm als Vorsitzenden des Baufördervereins und als Baubeauftragter von St. Laurentius an alle diejenigen, die zum Gelingen dieses besonderen Festgottesdienstes beigetragen hatten. Doch der Projektgröße entsprechend, die als durchaus enorm zu bezeichnen ist für eine so kleine Filialgemeinde folgte ein weiterer würdiger Festakt in der Tenne des ehemaligen Wasserschlosses.

Auch hier mehr als gut besucht und wie im Gottesdienst im Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter neben Vertretern der Seelsorgeeinheit und der Evangelischen Kirchengemeinde auch Bürgermeister Thomas Ludwig, Ortsvorsteher Reinhold Rapp, Gemeindereferentin Ute Hodel, die Pfarrer Martin Drathschmidt und Ingolf Stromberger sowie Schulleiterin Marlies Herold-Schmidt erinnerte Philipp Galm an die den Beginn der Renovierungs-Weichenstellung vor neun Jahren, an die Wunschliste des Filialausschusses und an den permanenten Kampf aller Verantwortlichen gegen Kürzungen und Rückstellungen aufgrund des engen Finanzhaushaltes von Gemeinde und Kirchengemeinde. Sein Dank, dass „die Kirche im Dorf bleiben kann“ ging an die Vorstandschaft des Förderverein, mit dem angeschlossenen Fundraising-Team unter Leitung von Rolf Arnold, an alle Ehrenamtlichen, Handwerker, weiter an Hanno Roters vom Erzbischöflichen Bauamt Heidelberg für die gelungenen Planungen und natürlich an alle Förderer.

So an den Ausgleichsstock der Erzdiözese für rd. 110.000 Euro, die Pfälzer katholische Kirchenschaffnei für 150.000 Euro, den Energiefond der Erzdiözese für rd. 12.000 Euro, das Baden-Württembergische Umweltministerium für einen Zuschuss aus dem Förderprogramm Klimaschutz-Plus für ca. 10.000 Euro und an die politische Gemeinde Seckach für rd. 5.000 Euro als Zuschuss für den Glockenturm. Hanno Roters lobte das in tiefem Glauben begründete Interesse und Engagement der Großeicholzheimer für die positive Neugestaltung ihrer Kirche.

Diese besondere Einstellung in der Gemeinde habe er schon beim Bau des Gemeindesaals vor 14 Jahren kennengelernt und sie habe ihn selbst tief berührt. Weiter erläuterte er die jetzt einfach Eleganz des Kirchenraums mit der liturgischen Neuordnung, die einen jetzt frei atmen lasse und zu einem Ergebnis geführt habe, dass sich absolut sehen lassen könne. Auch sein Dank galt allen, die zum Gelingen beigetragen haben.

Dass man nicht nur zu Pfingsten „dem Geist Raum geben möchte“ bestätigten auch die dankenden und lobenden Grußworte von Andreas Reize als Pfarrgemeinderatsvorsitzender der Seelsorgeeinheit, und die anerkennenden Ausführungen von Bürgermeister Thomas Ludwig, Ortsvorsteher Reinhold Rapp und Klaus Rinklin als Vorsitzendem des evangelischen Ältestenkreises. Mit Geschenken bedankte sich Pfarrer Andreas Schneider bei den besonders engagierten Herren Hofmann und Schell sowie Organist Stefan Müller, mit einer geweihten Osterkerze bei Pfarrer Stromberger für die harmonische Ökumene und mit einer kleineren „Glockenausführung“ bei Philipp Galm für dessen unerschütterliche Überzeugungsarbeit zugunsten des „Dorfgeläuts“.

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Erzbischof Stephan Burger segnet den neuen Altar. (Foto: Liane Merkle) 

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