Musik begeistert trotz Gluthitze

Zimmern. (lm) In den zehn Jahren seit seiner Einweihung kann das Dorfgemeinschaftshaus Zimmern auf unzählige kulturelle Höhepunkte zurückblicken. Doch ein Erlebnis, wie es das Aalener Sinfonieorchester unter Leitung des ehemaligen Seckachers Olivier Pols im Rahmen der Veranstaltungsreihe 25 Jahre Musikschule Bauland bot, war bis jetzt unerreicht. Gleich mehrfach feierte das Publikum die Musikerinnen und Musiker beim großen Jubiläumssommerkonzert in der „guten Stube Seckachs“, wie das Dorfgemeinschaftshaus Zimmern auch liebevoll genannt wird. Und das obwohl die Hitze fast unerträglich war.

Im Publikum war zu Fächern umgewandelt worden, was sich nur annähernd dafür eignete, doch die Aktiven auf der noch heißeren Bühne hatten keine Chance, sich eine leichte Abkühlung zu verschaffen. Dennoch boten sie unter der gefühl- und temperamentvollen Leitung von Olivier Pols ein nahezu dreistündiges Klangerlebnis inklusive zwei der Enigma-Variationen von Edward Elgar als tolle Zugabe, das die Zuhörer nur zu gerne ausharren ließ und sicher lange Zeit unvergessen bleibt. Zwar erläuterte der 1. Vorsitzende des Aalener Sinfonieorchesters, Prof. Dr. rer. nat. Dr. rer. pol. Ekbert Hering, dass sie “nur” ein Laienorchester seien, doch die Zusammensetzung und der Abend selbst bewiesen eindeutig, dass entweder der Anteil an Berufsmusikern extrem hoch ist oder die sogenannten Laien eigentlich zu den Profis zählen müssten. Der Professor meinte aber auch sehr glaubhaft, dass sie “ihren Oli” als Dirigenten noch ganz lange behalten möchten, weil er ihnen sehr viel beibringe und das mit einer unglaublichen Geduld und Herzenswärme.

Eröffnet wurde der Abend nach der Begrüßung durch Nikola Irmai-Koppányi mit dem Debüt des Mini-Streicherorchesters der Musikschule Bauland unter Leitung von Anja Schlundt. Und die kleinen Streicher hinterließen mit ihrem Medley an Kinderliedern keinen Zweifel an ihrem musikalischen Können und wurden mit begeistertem Beifall von der Bühne verabschiedet. Das eigentliche Konzert der Aalener wurde würdig eröffnet mit dem Festmarsch op. 1 von Richard Strauss, bevor im zweiten Teil István Koppányi als Solist das Klavierkonert a-moll op. 16 von Edvard Grieg bereicherte. Zu Gehör brachte er zusammen mit dem rd. 60 Personen starken Orchester das Allegro molto moderato, das Adagio und das Allegro moderato molto e marcato.

Nach der Pause, die unter der versierten Bewirtung durch den Förderverein der Musikschule ein wenig Abkühlung gebracht hatte, gab das Aalener Sinfonieorchester zusammen mit seinem musikalischen Leiter Oli Pols und mit der Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 von Antonin Dvorák noch einmal alles. Es nahm sein aufmerksames Publikum mit auf eine interessante Reise durch Allegro, Adagio, Scherzo und Allegro ma non Troppo. Die Stehenden Ovationen leiteten nicht nur die bereits genannte Zugabe, sondern auch verbale Ovationen von Bürgermeister Thomas Ludwig ein, der seinen Stolz zum Ausdruck brachte, dass ein „Sohn Seckachs“ und Musikkollege in so jungen Jahren bereits einen derart großen musikalischen Weg hinter sich und dennoch seine Natürlichkeit und Herzenswärme nicht verloren hat.

Auch im Namen seiner anwesenden Bürgermeisterkollegen Jürgen Galm (Osterburken) und Elmar Haas (Ahorn) dankte er dem Orchester für dieses besondere Geschenk zum Jubiläum und der Musikschule Bauland mit Gründer Kalman Irmai und den jetzigen Musikschulleitern Nikola Irmai-Koppányi und István Koppányi für ihr engagiertes Wirken in den letzten 25 Jahre. „Wenn es Sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden!“ Ein weiteres Dankeschön ging an die Architekten Dea Ecker und Bob Piotrowski, denen man die ideale Konstruktion und Ausstattung der „guten Stube Seckachs“ zu verdanken habe, die in den 10 Jahren ihres Bestehens in keiner Weise an Attraktivität verloren habe und ein unglaublich variables Potential aufweise.

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(Foto: Liane Merkle)

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1 Kommentar

  1. Sehr,sehr schön.

    Kultur im ,, Badischen Hinterland ,, warum ist das nicht öfter möglich.
    Ich finde das hervorragend. Macht so weiter in der guten Stube Zimmern.

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