Hardheim: Verhaltenskodex für Flüchtlinge

Hardheim. In Kooperation mit dem Verteidigungsministerium hat das Land Baden-Württemberg etwa 1.000 Flüchtlinge in der Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim untergebracht. In der knapp 5.000 Einwohner großen Gemeinde an der Grenze des Neckar-Odenwald-Kreises gelegen regt sich seither immer mehr Unmut.
Die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Volker Rohm sah sich nun veranlasst, einen Katalog aufzustellen, mit dem Flüchtlinge auf hiesige Gepflogenheiten hingewiesen werden.

Zuvor hatte MdL Peter Hauk per Presssemitteilung darauf hingewiesen, dass die Gemeinde im fränkischen Odenwald am Ende seiner Belastbarkeit angekommen sei (NZ berichtete).

Wir dokumentieren den Hardheimer Flüchtlings-Kodex, der bisher nur auf Deutsch herausgeben wurde – im Wortlaut: (Stand 06.10.15)

Liebe fremde Frau, lieber fremder Mann!

Willkommen in Deutschland, willkommen in Hardheim.
Viele von Ihnen haben Schreckliches durchgemacht.
Krieg, Lebensgefahr, eine gefährliche Flucht durch die halbe Welt.

Das ist nun vorbei. Sie sind jetzt in Deutschland.

Deutschland ist ein friedliches Land.
Nun liegt es an Ihnen, dass sie nicht fremd bleiben in unserem Land, sondern ein Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und Einwohnern erleichtert wird.

Eine Bitte zu Beginn: Lernen sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache, damit wir uns verständigen können und auch sie ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen können.

In Deutschland leben die Menschen mit vielen Freiheiten nebeneinander und miteinander:

Es gilt Religionsfreiheit für alle.

Frauen dürfen ein selbstbestimmtes Leben führen und haben dieselben Rechte wie die Männer. Man behandelt Frauen mit Respekt.

In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen.
Man betritt kein Privatgrundstück, keine Gärten, Scheunen und andere Gebäude und erntet auch kein Obst und Gemüse, das einem nicht gehört.

Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben!
Den Müll oder Abfall entsorgt man in dafür vorgesehenen Mülltonnen oder Abfalleimer.
Wenn man unterwegs ist, nimmt man seinen Müll mit zum nächsten Mülleimer und wirft ihn nicht einfach weg.

In Deutschland bezahlt man erst die Ware im Supermarkt, bevor man sie öffnet.

In Deutschland wird Wasser zum Kochen, Waschen, Putzen verwendet.
Auch wird es hier für die Toilettenspülungen benutzt.
Es gibt bei uns öffentliche Toiletten, die für jeden zugänglich sind.
Wenn man solche Toiletten benutzt, ist es hier zu Lande üblich, diese sauber zu hinterlassen.

In Deutschland gilt ab 22.00 Uhr die Nachtruhe. Nach 22.00 Uhr verhält man sich dementsprechend ruhig, um seine Mitmenschen nicht zu stören.

Auch für Fahrradfahrer gibt es bei uns Regeln, um selbst sicher zu fahren, aber auch keine anderen zu gefährden. (Nicht auf Gehwegen fahren, nicht zu dritt ein Rad benutzen, kaputte Bremsen reparieren und nicht mit den Füßen bremsen).

Fußgänger benutzen bei uns die Fußwege oder gehen, wenn keiner vorhanden, hintereinander am Straßenrand, nicht auf der Straße und schon gar nicht nebeneinander.

Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen.

Mädchen und junge Frauen fühlen sich durch Ansprache und Erbitte von Handy- Nr. und facebook- Kontakt belästigt. Bitte dieses deshalb nicht tun!

Auch wenn die Situation für sie und auch für uns sehr beengt und nicht einfach ist, möchten wir sie daran erinnern, dass wir sie hier bedingungslos aufgenommen haben.

Wir bitten sie deshalb diese Aufnahme wert zu schätzen und diese Regeln zu beachten, dann wird ein gemeinsames Miteinander für alle möglich sein.

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15 Kommentare

  1. Manche der Hinweise sind sinnvoll, aber nicht alle, zwei Beispiele:

    „In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen.“
    „Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben!“

    Damit unterstellt man allen Asylbewerbern pauschal, dass sie aus dreckigen Ländern kommen und dort das Eigentum anderer nicht respektiert würde. Das ist planker Rassismus. Was hat man sich dabei bloß gedacht?

    • Der Hinweis auf die in Deutschland übliche öffentliche Sauberkeit hat absolut nichts mit Rassismus zu tun. Der Hinweis ist sogar dringend geboten, wenn man die gängigen Verhaltensweisen in arabischen Ländern mit eigenen Augen beobachten konnte. Wer es nicht glaubt, dem empfehle ich einen Besuch des Weltkulturerbes Cheops-Pyramiden: in 300 m Entfernung beginnt die Millionenstadt Giseh – Müll soweit das Auge reicht, bergeweise neben den Straßen und in den Kanälen ein-schließlich verwesende Tierkadaver. Hotels am Roten Meer oder die Tempelanlagen von Luxor werden extra für Touristen geputzt.

      • Du meinst also wie Rohm, dass die Asylbewerber zum Großteil aus dreckigen Ländern (Denn was ist denn das Gegenteil von einem sauberen Land?) kommen und man sie deshalb allesamt darauf hinweisen sollte, dass Deutschland im Gegensatz ein sauberes Land ist? Wenn du denkst, die meisten kämen aus elenden Slums, dann hast du ein falsches Bild. Selbst wenn es 5% oder 10% der Ankömmlinge wären, die ihren Müll überall fallen ließen, dann rechtfertigt das nicht diese entwürdigenden Unterstellung an alle, sie kämen aus Ländern, die nicht sauber sind.

        Man kann ja schreiben, in Deutschland gibt es eine fläschendeckende Müllabfuhr, Müllsammlung in allen Gebäuden und viele öffentliche Abfalleimer, die unbedingt zu nutzen seien.

        Wenn man aber auf die Formulierung „Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben!“ kommt, dann steckt dahinter eine ganz andere Haltung, die Rohm bewußt oder unbewußt zum Ausdruck gibt.

        Was Rohm übrigens auch zum Ausdruck bringt, ist, dass die Asylbewerber Deustschland Sauberkeit gefährden würden. Solche Gedanken erinnern mich an eine ganz dunkle Zeit …

        Man könnte sagen: Der Ton macht die Musik, aber hier wäre das eine krasse Verharmlosung.

  2. Wer hat sich das ausgedacht? Und vergessen, dass die Regeln auch für alle anderen, nicht nur für Flüchtlinge, gelten! Autobahn- und Bahntoiletten fallen wohl nicht unter die Regeln, Straßenränder voll Mc-Müll, Zigarettenkippen überall, … auch nicht.
    Wer ist noch nie zu zweit auf einem Rad gefahren, oder hat paar Äpfel geerntet an fremden Bäumen?
    Respekt vor Frauen? Schaut euch Bild-Girls und Werbung an!
    Regeln müssen sein, im freundlichen Miteinander geht das besser als durch eine Verbotstafel! Viele der Flüchtlinge kommen aus Ländern, in denen das Gastrecht Ehrensache ist.

  3. Letztes Jahr gab es unter dem Hashtag #Aufschrei Tausende von Berichter von Frauen, die Opfer von Sexismus geworden sind. Da waren die Flüchtlingsbewegungen in weiter Ferne. Vielmehr waren die Frauen in Unis, am Arbeitsplatz, in der Disco, in Nahverkehrsmitteln, eben überall im Alltag sexistischer Anmache ausgesetzt.
    Da hat Herr Rohm keinen solchen Brief verfasst.

    • Herr Rohm kann nicht die Welt retten, er versucht lediglich die Grundlage zu schaffen, für ein friedliches Miteinander. Diesen Leitfaden haben die Gemeinderäte der Stadt Hardheim ja nicht zum Spaß geschrieben. Dass es in Deutschland immer wieder Leute gibt, die alles sofort auf Rassistische Hintergründe schieben ist traurig.
      Der Leitfaden wurde entworfen, weil sich die Bürger mehrfach hilfesuchend an die Gemeinde wandten, und nicht wissen wie sie mit den neuen ( Problemen ) umgehen sollen. Der Leitfaden wurde entworfen, aus einer Ansammlung von Beschwerden der Hardheimer Bürger und die Beschwerden umliegender Orte. Hier wurden bei weitem nicht alle Differenzen angesprochen. Es wurden die Kernprobleme analysiert und in Kürze zu Papier gebracht. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Leitfaden vielleicht von einem Juristen etwas abgeändert, für die Nörgler, auch in anderen Städten eingesetzt wird. Denn wenn man immer nur wegschaut, mache ich mir größere Sorgen, dass der unnötige Rassismus hier eher bei jedem einzelnen entsteht. Die Quittung kommt dann spätestens bei der nächsten Wahl.

      • Grundlagen geschaffen?
        Mir scheint es eher ein Pamphlet geistiger Brandstifter, voller ekelhaftem Alltagsrassismus. Dem Papier nach sind alle Flüchtlinge verwahrloste, Frauenbefummler, die nur nach Hardheim gekommen sind, um Vorgärten vollzupinkeln und Läden leerzufuttern.

        Das sind die gleichen widerlichen Vorurteile, wie sie der normale Mannheimer gegenüber Hardheimer Bauern hegt. Die gehen in Gummistiefeln in die Disco, bespringen Hühner, Kälber, Ziegen, weil die intelligenter sind als ihrer hässlichen Frauen.

        Lieber minderbemittelter Hardheimer, wir gehen nur bei grün über die Straße etc.

        Merkt ihr denn nicht, wie ekelhaft Vorurteile sind?

        Übrigens müsst ihr jetzt vielleicht keine Frauen mehr in Thailand kaufen, jetzt kommen die als Flüchtlinge. Völlig kostenlos. Und Ziegen dürfen wieder Ziegen sein.

      • Sich an Beschwerden von Bürgern ausrichten? Beschwerden die sicher nicht alle auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft wurden? Überall liest man zur Zeit von Falschmeldungen, durch Rechtsradikale gestreut, z.B. angebliche Vergewaltigungen. Selbst wenn manche Bürgerhinweise stimmen, so rechtfertigen sie noch lange keine Pauschalisierungen und die Aufnahme in einen Regelkatalog, weil man damit allen diesen Menschen miese Unterstellungen entgegenbringt Die meisten Asylbewerber respektieren Frauen genauso gut oder genauso schlecht wie Deutsche. Die einen schicken ihre Mädchen mit Kopftuch in die Schule, die anderen bauchfrei und mit Hotpant. Die einen weigern sich, fremde Frauen anzufassen, die anderen grapschen bereits ab 0,5 Promille. Ebenso wird Klauen, Wildpinkeln und Müllfallenlassen sicher nicht von einem so hohen Anteil begangen, dass es gerechtfertigt wäre, dies pauschal einzufordern.

  4. Herr Rohm hat geschworen, Schäden von Hardheim abzuwenden. Das Gegenteil ist der Fall und Hardheim zu einem Ort in Dunkel-Deutschland geworden, auf das Europa mit Abscheu blickt.

    Eigentlich ein Grund, um den Rücktritt einzureichen.

  5. @Hans-Detlef Ott
    Ist das Alles?!
    den Spiegel „zitieren“!
    Wa meint die Integrationsminister/in
    Bilkai Önay/Grüne aus Stuttgart dazu.
    Schämt die Frau sich schon fremd?

    Lichterketten geplant?Um 20.00Uhr
    wird es dunkel.

    Bilkai Önai/Grüne sagte vor kurzen:
    Kein Dorf wird verschont.Damit meinte sie ,mit Asylanten/Flüchtling/
    Refugees/
    Es ist vollbracht,Frau Integrations-
    ministerin Bilkay Önay/Grüne.!
    Viele Dörfer im Neckar-Odenwald-Kreis
    schon mehrfach.

    Kommen Sie doch hierher.Sie sind
    tr.arab.sprechen.Verteilen Sie die
    Zettel mit Hans-Detlef Ott gemeinsam

    Dies ist sinnvoll u n d überfällig.

  6. @NZ
    @JH
    Wie gewohnt ist die NOKz/NZ mit dem
    sehr geachteten Jh voll korrekt und
    blitzwach.
    Danke für die Info.Dem Mitglieds-stand der SpD tut jeder einzelne
    Beitritt gut.
    Frau Öney,jetzt Spd,ist Grünepartei-lich sozialisiert.Ihre polit.Wurzel
    nie verleugnend,sind jederzeit spür-bar und besonders im Altkreis BCH
    erdrückend.

    Gruss

  7. Interessant ist auch, was Rohm nicht als Regel aufstellt. Wie wäre es denn noch gewesen mit:

    Homosexuelle Menschen und Paare werden in Deutschland nicht verfolgt, akzeptiert und als gleichwertig angesehen.

    Warum steht das hier nicht? Vielleicht meint Rohm, in seiner Gemeinde gäbe es das nicht … Nein, eher wäre dann der Applaus vom Stammtisch etwas verhaltener ausgefallen.

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