Fukushima als Mahnung zum Ausstieg

Mosbach. Wie seit fünf Jahren fand sich am 11. März, dem Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima,  wieder ein Kreis von Menschen am Kirchplatz in Mosbach zusammen. Aufgerufen hatten die Initiative AtomErbe Obrigheim und der Kreisverband B90/Grüne. Damit wollten sie ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen in Japan setzen, die immer noch nicht wissen, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können. Zudem seien die Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern nach einer Studie der Umwelt-Organisation Greenpeace messbar angestiegen.

 Angesprochen wurde auch die Beinahe-Kernschmelze vor zwei Jahren im französischen Atomkraftwerk Fessenheim am Rhein, die nach den Atomkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl zeige, dass eine solche Katastrophe überall passieren kann. Dies sei eine ernst zu nehmende Mahnung zum weltweiten Atomausstieg.

Von den TeilnehmerInnen wurde bedauert, dass die EU den Atomausstieg bisher nicht vorantreibe, sondern im Gegenteil bereit sei, z. B. die staatliche Subventionierung des in Hinkley Point/England geplanten Atomkraftwerks zu akzeptieren. Auch in Deutschland sei der Atomausstieg noch nicht für alle Anlagen beschlossen, wie Gertrud Patan von der Initiative AtomErbe Obrigheim ausführte, denn für die Uran-Anreicherungsanlage in Gronau und die Brennelemente-Fabrik in Lingen gebe es noch kein Enddatum. Das bedeute, dass zehn Prozent der Brennelemente weltweit von Deutschland geliefert würden, also bei über 400 weltweit betriebenen Atomkraftwerken für rund 40 Anlagen, dem Fünffachen der noch laufenden deutschen AKW.

Für den Kreisverband der Grünen sprach Hans-Detlef Ott die Hoffnung aus, dass wegen der gefallenen Preise an der Strombörse der teure Atomstrom kaum noch rentabel sei und die Reaktoren dadurch das wirtschaftliche Aus noch vor dem Jahr 2022 – dem offiziellen Abschalt-Termin – ereilen könnte.

„Ein sofortiges Abschalten ist möglich, denn Deutschland exportiert so viel Strom, wie 5 Atomkraftwerke erzeugen“ so Gertrud Patan. Eine Fortsetzung der Atomwirtschaft sei unverantwortlich, zumal die „Ewigkeitskosten“ für die Hinterlassenschaften der Atomindustrie auf die nachfolgenden Generationen verschoben würden.

Zum Ende der Mahnwache wurde mit einer Schweigeminute der Opfer der Katastrophe in Fukushima gedacht.

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