Reisenbach gegen Windpark Markgrafenwald

Artenschutz – Brandschutz – Landschaftsschutz nicht berücksichtigt

 Reisenbach. (lm) Im Zuhörerraum des alten Reisenbacher Rathauses war bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung kein Platz mehr zu finden, was zweifelsfrei an dem TOP „Windpark Markgrafenwald“ lag. Die zwölf von der Windpark Markgrafenwald GbR geplanten 199 Meter hohen Windkraftanlagen sollten zwar auf Gemarkung Waldbrunn und Eberbach gebaut werden, würden aber vor allem die Bürger von Reisenbach, insbesondere die im Grund stark beeinträchtigen.

Und nicht nur die besorgten Bürger verstanden diese erneute und ausgesprochen dringende Aufforderung einer Stellungnahme zum immissionsschutzrechtlichen Antrag für deren Errichtung nicht, auch das Ortschaftratsgremium reagierte mit einem einstimmigen Beschluss gegen die Errichtung. Gründe hatte man viele. „Wir sind hier unberührtes Landschaftsschutzgebiet sowohl im „Neckartal II – Eberbach“ als auch im Naturpark Neckartal-Odenwald und stolz auf unsere wunderschöne Natur, die nicht nur viele Menschen lockt, hier heimisch zu werden, sondern auch unzählige Erholungssuchende aus den Ballungsgebieten anzieht“, so Ortsvorsteher Mathias Rechner, der sich gegen den „Verkauf“ dieser unersetzlichen Boni wehrte.  

Es sei überhaupt kein Zweifel, dass sich das Landschaftsbild nachhaltig zum Negativen verändern würde. Außerdem fand man es fragwürdig, dass der Artenschutz mit zweierlei Maß gemessen wird. Während der Kinzert bei Schloßau wegen des Schwarzstorchs als Vorrangfläche aus der aktuellen Entwurf des Teilregionalplanes Windenergie herausgefallen war, würde man ihn in Reisenbach einfach als „nicht vorhanden“ betrachten. Doch das sei nachweislich falsch, denn sowohl der BUND als auch der NABU und der Revierförster selbst hätten Brutstätten des Schwarzstorches und auch des Wespenbussards nachgewiesen.

Die Ortschaftsräte ergänzten den sehr geringen Abstand der geplanten Anlagen zu den Wohngebieten, die enormen Verluste in Wohn- und Erholungswert, die in immer heißer und trockener werdenden Sommern erheblich gesteigerte Brandgefahr in dem wasserarmen Gebiet (bisher seien je Anlage ja nur lediglich zwei Feuerlöscher angedacht). Bürgermeister Dr. Rippberger, der bei der Ortschaftsratssitzung ebenfalls anwesend war ergänzte, dass es aus Sicht der Gemeindeverwaltung fraglich sei, ob das Verfahren überhaupt genehmigungsfähig ist. Zum einen fehle eine klare Stellungnahme zum Artenschutz, die sogar das Regierungspräsidium einräumt, die aber bisher mehr als widersprüchlich erscheint.

Dann sei sonnenklar, dass das Landschaftsbild durch die zwölf Anlagen komplett bestimmt würde und zudem absolut im Widerspruch zu dem vom RP eingerichteten Landschaftsschutz steht. Es sei aus Sicht der Gemeinde gegenwärtig völlig offen, ob die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den beantragten Windpark überhaupt geschaffen werden können. Denn angesichts der vielschichtigen, aber sehr detailliert beschriebenen Faktenlage zum Artenschutz ist es nach Ansicht der Gemeinde Mudau unzulässig, den Artenschutz an dieser Stelle auf die Ebene der Anlagenplanung zu delegieren. Diese Konfliktbewältigung müsse der Regionalplan selbst erzielen und wenn offensichtliche Zweifel an der artenschutzrechntlichen Zulässigkeit so ausdrücklich formuliert seien, könne die Konsequenz auch für diese Vorrangfläche nur lauten dass sie nicht weiterverfolgt werden darf. Je schneller die Stellungnahme der Gemeinde Mudau erfolge, desto zügiger könne das Landratsamt entsprechend agieren, so die Meinung des Bürgermeisters. 

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2 Kommentare

  1. Ich und wir sind t i e f s t
    enttäuscht von Badischen
    Haus!
    Nachdem m e i n u n s e r
    Badener wohlgelittenes und
    m e h r f a c h als friedens
    stiftendes und menschenrett-endes z.b.im Spiegelsaal von
    Versailles,bei,der Reichs-gründung(da ging es nur um
    e i n Wort.sowie die kurze
    Ansprache 1918),da hat das
    Haus Baden echte,echte,echte,
    grosse Weitsicht bewiesen.
    Darum gibt ea z.B.im Odenwald Fahnen der Badener.

    Und jetzt m a c h t das
    Badener Haus a l l es ka-
    putt.
    Im November 1918 öffnete
    der B a d e n e r in Berlin
    die Fenster und sagte,der …,und rettete Deutschland.
    Und jetzt Prinz Bernhard
    mach es deinen Vorahnen
    nach!
    Stell den Windpark ein.
    Markgrafenwindpark a u s!

  2. Landschaftsbild? Was für eine alberne Träumerei. Wir sind ein dichtbesiedeltes Wohlstands- und Industrieland. Zu nah an Siedlungen sollen sie nicht stehen, aber stehen sie weiter weg, dann ist das Naturerlebnis beeinträchtigt. Atomausstieg, Klimaschutz und Energieversorgung sind wichtiger als das Landschaftsbild.

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