Schwarzach: Grundschüler lernen Abfallvermeidung

## Projekt mit EAN und AWN


_(Foto: pm)_

_(pm)_ In Schwarzach befindet man sich aktuell in der Umsetzung des 1. Energietischen Quartierskonzeptes des Neckar-Odenwald-Kreises. Auf dem Weg zum „Inklusiven Mehrgenerationendorf der Zukunft – Schwarzach 2.0“ wird aber nicht nur die energetische Entwicklung des Quartiers im Bereich Freibad, Schwarzach-Halle, Alla-Hopp-Anlage, ehem. Lama-Gold-Areal, Wildpark und Wohnmobil-Stellplatz angegangen – auch in der Grundschule waren Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Monaten im Bereich Umweltschutz und Abfallvermeidung sehr aktiv. Die Initialzündung für dieses Quartierskonzept geht auf eine Veranstaltung der Energieagentur Neckar-Odenwald (EAN) zurück, die Umwelt- und Energieagentur Karlsruhe (UEA) ist für die Umsetzung dieses Projektes verantwortlich, welches bereits seit rund einem Jahr läuft.

Innerhalb eines solchen Quartierskonzeptes können auch Schulprojekte gefördert werden – eine willkommene Möglichkeit für EAN-Leiter Uwe Ristl, die örtliche Grundschule mit einzubinden. Schon beim ersten Gespräch mit Schulleiterin Claudia Kronschnabel wurde klar, dass das Thema Müll und Abfallvermeidung genauso interessant wie pädagogisch hilfreich sein könnte. Nun kam auch die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) mit ins Spiel: Susanne Wirtz, Fachfrau für die Beratung von Schulen, erarbeitete in enger Abstimmung mit der Schulleitung ein auf die Wünsche der Schule zugeschnittenes Konzept. Startschuss war im Januar mit Unterrichtsstunden in allen vier Klassen: Alle konnten anhand von mitgebrachten „sauberen“ Abfällen ihr Sortierkenntnisse ausprobieren und diese den Papiertonnen, den gelben Säcken oder auch den Restmülltonnen zuordnen. Von den Klassenlehrerinnen Kristina Jäger, Andrea Wäsch, Sandra Koch und Marion Kienzler wurden diese Arbeiten dann für die kommenden vier Wochen in den Unterricht mit eingebunden. Um auch den tatsächlichen Weg dieser Abfälle deutlich zu machen, waren die Schülerinnen und Schüler auch immer mit dabei, wenn die entsprechenden Abfallfahrzeuge zur Abholung dieses Abfalls bzw. der Wertstoffe vor Ort waren.

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Der Besuch des Entsorgungszentrums Sansenhecken in Buchen bei bestem Wetter war der Höhepunkt des Projektes: Hier konnten die über Wochen gesammelten Drucker, Batterien und andere Wertstoffe in die entsprechenden Container auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. Unter Führung von Susanne Wirtz und Claudia Arlt aus dem AWN Beratungsteam erfuhren die interessierten Teilnehmer auch den Unterschied zwischen Ein- und Mehrwegflaschen und warum es wichtig sei, Wertstoffe wie Papier, Metall und Glas getrennt zu sammeln, damit es optimal weiterverarbeitet und recycelt werden könne. Die Rundfahrt über die Deponie war dann auch sehr eindrucksvoll: Auf einer Deponiefläche von „über 25 Fußballfeldern“ werde ein enorm hoher technischer Aufwand für den Umweltschutz betrieben. Hier sei, so Susanne Wirtz, „viel Geld vergraben“. Genauso eindrucksvoll war auch, wie viel Tonnen die Besuchergruppe „auf die Waage bringt“ – am Wiegeterminal der AWN erfuhren es die Schüler ganz genau.

Als Abschluss dieses Projektes wurden dieser Tage in der Grundschule Schwarzach die Ergebnisse in Form von Vorträgen und Schautafeln vorgestellt. Bei diesem Termin war auch Bürgermeister Mathias Haas vor Ort, um sich zu informieren, über den Stand des Quartierskonzeptes zu berichten und den Dank auch seitens des Gemeinderats auszusprechen. Schulleiterin Claudia Kronschnabel freute sich sehr darüber, mit welch großem Engagement die Schülerinnen und Schüler „bei der Sache“ waren. Susanne Wirtz hatte verschiedenen Beispiele vorbereitet, die insbesondere auch Grundschüler aus ihrem eigenen Alltag kennen: Trenne ich den Müll richtig, wie lange kann man Kleidung anziehen und müssen es immer neue Kleidungsstücke sein? Die gewonnenen Erkenntnisse waren auf den Schautafeln zu lesen. „Es ist wichtig, den Müll zu sortieren, weil man daraus neue Sachen machen kann“ oder „in manchen Klassen fällt mehr Abfall an als in anderen“ oder „in der Schule muss der Müll besser getrennt werden“. Allein 14 Gelbe Säcke wurden in vier Wochen in den vier Klassen der Grundschule gesammelt. In 14 Tagen wurden ebenfalls insgesamt knapp 40 kg an Papier, Kartonagen und Katalogen gesammelt, wovon rund 10 kg auf Schreibpapier entfallen sind.

Hochgerechnet auf ein Schuljahr wären dies rund 180 kg Schreibpapier. Für die Herstellung dieser Menge an Primärfaserpapier benötigt man nach Angaben der EAN rund 9000 Liter Wasser, 400 kg Holz und knapp 1000 kWh Energie. Für die gleiche Menge Recycling-Papier (nach Zertifikat „Blauer Engel“) würde man 70% des Wassers, 60% der Energie und natürlich das Frischholz sparen. Somit wäre auch hier die Botschaft, möglichst wenig Papier zu verbrauchen, doppelt zu bedrucken und generell zertifiziertes Recyclingpapier zu verwenden. Als großes Ereignis durften diese dann „persönlich“ dem Abfallfahrzeug übergeben werden, das eigens dazu vor der Schule geparkt hatte. Sogar ein „Probesitzen“ im Führerhaus war für die Grundschüler möglich. Als nachhaltige Präsente gab es Vesperdosen für die Vermeidung von Plastik- und insbesondere Alumüll und themenbezogene Malbücher der EAN. Pädagogisch sei diese Form des praxisnahen Unterrichts sehr wertvoll – darüber waren sich alle einig! „Die Bewusstseinsbildung von jungen Menschen“, so Uwe Ristl von der EAN, „ist besonders effektiv und nachhaltig“. In Bezug auf Umweltschutz gelte nach wie vor, dass der beste Strom der sei, der gar nicht verbraucht würde und die Verpackung die Beste sei, die man gar nicht herstellen müsse. Diese Form von Unterricht, so Susanne Wirtz vom AWN-Beratungsteam, würde auch in verschiedenen anderen Schulen angeboten werden.

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