Mosbach: Ersthelfer retten Leben

Erfolgreiche Wiederbelebung – Ingrid Häfner überlebte einen Kreislaufstillstand Dank beherzten Ersthelfern und optimal funktionierender Rettungskette


 Ingrid Häfner genießt das Musizieren wieder und ist ihren Rettern sehr dankbar. (Foto: Dr. Harald Genzwürker)

Mosbach. (pm) Dank des beherzten Eingreifens zahlreicher Ersthelfer und der unmittelbaren Verfügbarkeit eines Defibrillators konnte Ingrid Häfner am Abend des 21. Juli erfolgreich wiederbelebt werden. Der Defibrillator in der Mosbacher Stiftskirche ist einer von insgesamt 175 Geräten im Landkreis und zeigt einmal mehr die Notwendigkeit einer flächendeckenden Versorgung mit diesen lebensrettenden Helfern.

Es sollte der schwungvolle Auftakt für den „Aktivmarkt Ü50“ am Folgetag werden. „Später Sommer – buntes Leben“, so hatte der Organisator Pfarrer Sommer die Veranstaltung am 21. Juli in der Mosbacher Stiftskirche tituliert. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Salonorchester aus dem Raum Buchen.

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Gerade wurde das dritte Stück gespielt; doch plötzlich kam nicht nur die Veranstaltung ins Stocken, denn die 82-jährige Pianistin des Orchesters Ingrid Häfner kippte plötzlich zur Seite und reagierte nicht mehr. Umso schneller reagierten aber ihre Musiker-Kollegen. Dr. Christian Nafz aus Osterburken kümmerte sich sofort um Frau Häfner. „Zunächst hat sie noch geatmet, aber dann setzte die Atmung aus und ich habe sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen.“

Sofort wurde ein Notruf über die 112 abgesetzt. Umgehend wurden die Besatzungen des am Mosbacher Standort der Neckar-Odenwald-Kliniken stationierten Notarzteinsatzfahrzeuges und eines Rettungswagens des DRK Mosbach alarmiert. Währenddessen setzen die Orchesterkollegen Norbert Hummel aus Buchen und Dr. Nafz die Wiederbelebungsmaßnahmen fort. „Irgendwer brachte plötzlich einen AED“, erinnert er sich. Ihm war gar nicht bewusst, dass in der Stiftskirche einer dieser Laien-Defibrillatoren (AED = Automatisierter Externer Defibrillator) stationiert ist; wie viele der Defis im Kreis aufgrund einer Spende, in diesem Fall vom Lions Club Mosbach. Das Gerät wurde angeschlossen und begleitete die Maßnahmen der Ersthelfer.

Nur vier Minuten nach dem Notruf erreichten die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes die Stiftskirche. Notarzt Andreas Harsch und sein Team stimmten sich mit den Ersthelfern ab und setzen die Wiederbelebungsmaßnahmen fort. Mit Erfolg, kurz nach der Defibrillation begann Ingrid Häfner sich zu regen.

Nachdem der Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt bestand, wurde die Patientin wegen ihrer bereits bekannten Herzkrankheit unverzüglich ins Krankenhaus am Plattenwald transportiert. Dort wurde Ingrid Häfner ein Defibrillator, ein sogenannter ICD, eingesetzt. Bereits eine Woche nach dem Ereignis konnte sie wieder nach Hause nach Hainstadt, jetzt aber „mit Defi an Bord“, schmunzelt sie. Ihr ist es sehr wichtig, allen zu danken, die an irgendeiner Stelle dazu beigetragen haben, dass sie „trotz eines kurzen Aussetzers jetzt wieder ganz die Alte“ ist. Gleichzeitig möchte sie Menschen Mut machen, in einer solchen Situation zu helfen, damit auch andere weiterleben können, wenn sie plötzlich einen Herzstillstand erleiden.


Dr. Nafz erklärte später, dass er ganz normale Maßnahmen der Ersten Hilfe ergriffen habe, wie sie jeder durchführen könne. „Entscheidend ist in einer solchen Situation, dass man sich ein Herz fasst und handelt“, appelliert auch Dr. Harald Genzwürker, der sich seit Jahren im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz im ganzen Landkreis aktiv um die Einführung von Laien-Defibrillatoren kümmert und bei zahlreichen Veranstaltungen immer wieder betont: „Der einzige Fehler, den man machen kann, ist nichts zu tun!“

Passenderweise gab es beim „Aktivmarkt Ü50“ am Folgetag des Ereignisses einen Stand des DRK Mosbach, an dem über Wiederbelebungsmaßnahmen und die Anwendung von AEDs informiert wurde. Unter dem Titel „Was sich liebt, das drückt sich!“ sollten hier unnötige Ängste abgebaut werden. Im Rahmen der Woche der Wiederbelebung vom 18. bis 24. September wird es dazu auch verschiedene Angebote im ganzen Neckar-Odenwald-Kreis geben – Ingrid Häfner will am 19. September einen Vortrag im Krankenhaus Buchen besuchen, damit auch sie im Ernstfall anderen helfen kann.

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