Höchstleistungen bei der Gäässwärmerzunft

Adelsheim feiert eine mehr als 4 stündige Sitzung

Adelsheim. Mit Vollgas startete die Gäässwärmerzunft Alleze am Samstagabend in der vollbesetzten Eckenberghalle mit einer beeindruckenden Prunksitzung in die heiße Phase der Fasnacht. Unter dem diesjährigen Fasnachtsmotto „Wenn die Sonne heiß wie Feuer brennt, die Gääss dann gern ins Schwimmbad rennt!“ feierten die Jecken gemeinsam mit mehr als 100 Aktiven bis in die frühen Morgenstunden. Grund für die ausgelassenen Stimmung war wieder einmal das abwechslungsreiche Programm das für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte.

Ihren großen Auftritt hatten gleich zu Beginn die kleinsten der Zunft. Denn die tänzerische Eröffnung in Adelsheim liegt schon traditionell bei den „Seatown Kücken“. Mit viel Freude beim Tanz verzauberten die Nachwuchstänzerinnen als kleine Meerjungfrauen das Saalpublikum. Sehr zum Stolz der anwesenden Eltern, Großeltern und der Trainerinnen Darleen Neubeck und Vanessa Arifi. Vom Publikum wurde die Kücken euphorisch gefeiert, so dass sie nicht um eine Zugabe herumkamen.

Datenschutzgrundverordnung großes Thema                                                             

Anschließend ergriff Zunftpräsidentin Iris Kull das Wort und begrüßte kurz alle anwesenden Gäste sowie die Stadtkapelle unter der Leitung von Ralf Simonides. Das die Begrüßung in diesem Jahr so kurz ausfalle liege an der neuen Datenschutzgrundverordnung die es ja nicht mehr erlaube Namen zu nennen. Mit eben dieser neuen Datenschutzverordnung beschäftigte sich anschließend auch der neue Zeremonienmeister Gabriel Kaminski. Er machte sich Gedanken darüber wie man die Verordnung umsetzen könne und hatte auch direkt ein paar Vorschläge parat. Mit einer großen Brille oder einer Papiertüte über dem Kopf waren nur zwei der vielen Ideen. Schließlich meinte er jeder der auf Foto- und Videoaufnahmen unkenntlich gemacht werden möchte solle sich einen roten Punkt auf die Stirn kleben, dafür habe man extra einen „Punkteshop“ eingerichtet. Dann war es endlich soweit. Die einzelnen Gruppierungen und der Elferrat marschierten – angeführt von Fahnenträger Severin Neubeck -, unter den Klängen der Feuerwehr- und Stadtkapelle, in die bunt geschmückte Eckenberghalle ein.Als Gabriel Kaminski versicherte das jeder Programmpunkt ein Highlight sei, hatte er nicht zu viel versprochen! Den ein Glanzpunkt jagte den nächsten.

Tänzerische Höchstleistungen

Ein wahres Feuerwerk tänzerischen Könnens entfachten die „Tänzerinnen der Zunft“ im Anschluss an die Begrüßung durch Elferrat Robin Arns mit ihrem Marschtanz (Trainerinnen: Marie-Sofie Roth, Pia Rittler, Miriam Obrecht). Aus tänzerischer Sicht könnten die Tänzerinnen dem Rheinland entstammen, denn sie erinnerten mit tänzerischen Elementen und Hebefiguren an die ganz großen Karnevalshochburgen. Gekonnte Schrittfolgen und absolute Synchronität zeugten von wochenlangem Training was mit reichlich Applaus durch das Publikum gewürdigt wurde.

Kaum wahr die Bühne wieder leer fuhr der Jungelferrat, betreut von Angie Boras-Schweitzer und Wolfgang Dolk, mit einem großen Zug in die Halle ein. Lokführer Lukas Bopp wurde unter Personenschutz in die Halle geleitet.Nachdem Bopp in humorvoller Art und Weise den Jungelferrat vorstellte übergab Marius Zetzmann offiziell das Amt des Kindersitzungspräsidenten. Nach 5 Jahren ist für Ihn die Zeit gekommen das Amt abzugeben. Seinen großen Auftritt wird Lukas Bopp schon am nächsten Tag auf der großen Kinder- und Jugendprunksitzung haben. Elferratssprecher Sebastian Fuchs erkundigte sich bei Zetzmann was er mit seiner freien Zeit nun machen würde. Als dieser meinte er wolle erstmal ein Praktikum machen schlug Fuchs vor er könne heute Abend direkt als „Sitzungspräsidentenpraktikant“ fungieren. Marius Zetzmann nahm dankend an und führte den Rest der Sitzung souverän und humorvoll durchs Programm.

Die „Seatown Zicken“, trainiert von Anna-Lena Kern, Diana Sterzer und Denise Hirschmann, entführten das Publikum nach Afrika in die Wetl von Simba, Rafiki und Zazu. Für ihrem Schautanz „König der Löwen“ ernteten sie vom Publikum tobenden Applaus sodass sie ohne Zugabe nicht von der Bühne kamen. Anerkennung und Beifall bekamen ohnehin alle Aktiven an diesem Abend.

Prusi Alleze 01
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Er ist wieder da

Den Büttenauftakt des Abend machte danach Wolfgang Spohrer  in der Rolle der Traditionsfigur des Jollys. Redegewand und mit spitzer Zunge vollzog er einen Rückblick auf die letzten neun Jahrzehnte. Dabei glossierte er manche Veränderung im „Städtle“. Ob steigendes Verkehrsaufkommen, fehlende Gaststätten oder moderne Kommunikationstechnik nichts war vor dem „auferstandenen“ Jolly sicher.Der „neue“ Jolly würdigte in seiner Rede auch die beiden langjährigen „Jolly-Darsteller“ Joachim Müller und Rainer Bühler. Mit seinem Bütteneinstand als Jolly hatte Spohrer den Saal voll auf seiner Seite und erteilte wie SiPrä Zetzmann feststellte manchem im Saal fast schon eine humorvolle Geschichtsstunde. „Crazy Farmers“ stürmten anschließend die Bühne. Dahinter verbargen sich die Jungtänzerinnen der Zunft, trainiert von Maren Blaha, Tanja Müller und Andreas „Heiner“ Pfeiffer. Die gute Choreographie, Dynamik und Showeinlagen der Jungtänzerinnen kam beim Publikum so gut an das auch hier eine Zugabe fällig war.

Partymusik riss Publikum von den Stühlen

Nach einer Schunkelrunde durch die Feuerwehr- und Stadtkapelle ging es nahtlos im Programm weiter. Die vier Elferräte Ralf Ulrich, Attila Jucha, Marius Zetzmann und Sebastian Fuchs boten als „Back.Knie-Boys“ eine „gigantische Zwergenshow“. In bester Showmanier performten sie bekannte Partyhits. Von Andrea Bergs „Du hast mich tausendmal belogen“ über „Cordula Grün“, „Mama Laudaaa“ bis zu Wolfgang Petrys „Weiß der Geier oder weiß er nicht“ wurde das Repertoire der Partymusik voll ausgeschöpft. Das besondere, wären ihrem Playbackauftritt standen sie hinter einer Kiste die ihnen bis zu den Knien reichte. An diesen hatte sie Schuhe befestigt, so dass es aussah als, als würden Kleinwüchsige auf der Kiste tanzen. Das Publikum war begeistert und konnte sich nicht mehr auf den Stühlen halten. Mitgrölend und klatschend unterstützten sie die Elferräte und forderten am Ende sogar lautstrak eine Zugabe der „Zwerge“.

Mit Partymusik ging es direkt weiter. Mit ihrem Schautanz „I love Malle“ entführten die „Seatown Girls“ das Hallenpublikum auf das 17. Bundesland der Deutschen, die Partyinsel Mallorca. Mit diesem Auftritt war ihnen wieder ein Highlight der Sitzung geglückt. Der im Team einstudierte Tanz, kam so gut an, dass eine Zugabe fällig war.

Als Bürgermeisterkandidat betrat „Alt Jolly“, Rainer Bühler, die Bütt. In bekannter Art und Weise zog Bühler über Themen aus der Lokalpolitik und dem Weltgeschehen her. Als Bürgermeisterkandidat hatte er auch ein umfangreiches Wahlprogramm im Gepäck. So wolle er nach Fertigstellung der Ortsumfahrung eine KfZ-Teststrecke einrichten um die Stadtkasse zu füllen. In der Lachenstraße würde man dann Fahrwerk und Stoßdämpfer testen, da könne man sich die Sanierung sparen. Weiter wolle er die Alte Linde erwerben und zur Bürgergaststätte umbauen. Dass er der der richtige für das Amt sei beweise sein außergewöhnliches Verkaufstalent „Wenn`s sein muss verkaaf ich aa e kariertes Zebra.“, so Bühler. Eine Gemeinde erfolgreich zu führen, sei wie ein Mannschaftssport und im Team zu arbeiten fiele Bühler leicht, schließlich mache er ja nix. Das man als Bürgermeister einen klaren Standpunkt braucht wusste Bühler auch „Ja, Nein oder Vielleicht Hauptsache en klare Standpunkt!“.  Mit seinem Auftritt löste Bühler Lachtränen beim Publikum aus. Diese ließen ihren neuen Bürgermeisterkandidaten auch erst nach einer Zugabe von der Bühne.

Schautänze lösten Begeisterungsstürme aus

Magisch wurde es dann beim Schautanz der Tänzerinnen der Zunft. Trainiert von Lea Walter, Lea Windhager, Ellen Windhager und Naomi Boras-Schweitzer zeigten die Tänzerinnen die ganze Bandbreite des Karnevalistischen Tanzsports. Mit ihren Hebefiguren, gekonnten Schrittfolgen und absoluter Synchronität begeisterten sie das Publikum welches laute „Zugabe“-Rufen von sich gab.

Nach dem die Tänzerinnen den Wunsch nach einer Zugabe erfüllten erschien Maxi Maurer als Postbote die Halle. Zuerst erkundigte sich Maurer im Zwiegespräch mit Bürgermeister Gramlich wie der Bau der neuen Eckenberghalle vorangehe und ob man im kommenden Jahr dort schon die nächste Prunksitzung abhalten könne. Gramlich entgegnete das geplant sei erst im Jahr 2021 dort Fasnacht zu feiern. Diese Aussage verleitete Maxi Maurer spontan zu einer Wette mit dem Bürgermeister. Der närrische Postbote erkundigte sich noch nach dem Busisnesspark und den Bauplätzen im Ort ehe er zu seinem Einzelvortrag überging. Auch dort nahm er allerlei Ortsansässige aufs Korn.

Mit ihrem Showtanz unter dem Thema „Ägypten“ brachten die Jungs der „Gäässbockboys“ anschließend die Halle zum Beben. Pharaonen und Archäologen fegten über die Bühne. Ihr akrobatisches Talent bewiesen Sie dabei durch spektakuläre Sprünge, Salti, Überschläge und Würfe. Klar das bei diesem Auftritt eine Zugabe fällig war. Dieser Bitte kamen die Boys natürlich nach, den mittlerweile sind auch ihre Zugabeshows legendär. Und von dieser ging es direkt über ins große Finale bei der sich alle Aktiven auf der Bühne versammelten. Sitzungspräsident Marius Zetzmann bedankte sich nochmals bei allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, bei der Stadtkapelle (Leitung: Ralf Simonides) und bei allen Gästen. Mit dem finale war aber noch lange nicht Schluss, bis in die frühen Morgenstunden wurde die Allezer Fasnacht gefeiert.

Närrischer Fahrplan

Für die Gäässwärmerzunft war der Auftakt in die Fasnachtssaison zweifelsohne gelungen. Doch viel Zeit zum Erholen blieb ihnen nicht. Denn bereits am Sonntag wurde die Kinder- und Jugendprunksitzung gefeiert. Und auch in den nächsten Tagen wird nicht viel Raum für Privates sein. Am Donnerstag übernehmen die Gäässwärmer die Macht am Rathaus und feiern Straßenfasnacht. Am kommenden Samstag findet ab 20:33Uhr die 1. Allezer Weiberfasnacht statt in der Eckenberghalle statt, zu der auch Männer in Frauenkleidung gerne gesehen sind. Am Rosenmontag veranstaltet die Feuerwehr- und Stadtkapelle ihren traditionellen Nachthemdenball, in diesem Jahr wieder im Gemeinschaftshaus „Alter Bahnhof“.

 

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