Mit dem Alter kommt die Arthrose

(Symbolbild – Pixabay/Andersonvr)

Neueste Zahlen der AOK Baden-Württemberg zeigen: 13,5 Prozent der Versicherten sind davon betroffen – Erkrankungshäufigkeit nimmt ab 55 Jahren deutlich zu

(pm) Am Anfang steht der Schmerz – wie bei fast allen Krankheiten. In diesem Falle sind es ausgerechnet die Gelenke, die bei Belastung und Bewegung schmerzen, wodurch beim Fortschreiten der Erkrankung die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt wird. Später können die Schmerzen dann auch in Ruheposition auftreten. Immer mehr Menschen leiden an der Muskel-Skelett-Erkrankung Arthrose. Der Anteil an Arthrose erkrankter Versicherter ist zwischen 2013 und 2017 um durchschnittlich 3,1 Prozent pro Jahr angestiegen und zwar gleichermaßen bei Frauen und Männern.

Arthrose gilt weltweit als die häufigste Gelenkerkrankung bei Erwachsenen. Dabei sind vor allem die Knie- Hüft- und Schultergelenke sowie die Finger- und Wirbelgelenke betroffen. In Deutschland sind nach aktuellen Erhebungen fast 18 Millionen Menschen erkrankt; Tendenz steigend. Denn die Zahl der Personen ab 65 Jahre wird in Deutschland von rund 17,7 Millionen im Jahr 2017 auf knapp 22 Millionen im Jahr 2030 steigen.

Etwa 20 von 100 Männern und Frauen im Alter zwischen 75 und 84 Jahren haben eine Arthrose des Hüftgelenks; das Risiko dafür steigt vor allem zwischen dem 65. und dem 74. Lebensjahr. Arthrose des Kniegelenks tritt bei Männern vor allem in der Altersgruppe der 55- bis 65-jährigen auf; bei Frauen zwischen dem 65. und dem 75. Lebensjahr. Generell treten Kniegelenksarthrosen bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern.

Laut aktueller AOK-Statistik waren im Jahr 2017 über 550.000 Versicherte wegen Arthrose in Behandlung. Dies entspricht etwa 11,5 Prozent aller Versicherten. Die Zahlen zeigen weiter, dass Frauen insgesamt deutlich häufiger von der Erkrankung betroffen sind als Männer – und dass die Erkrankungs-Häufigkeit mit zunehmendem Alter erkennbar ansteigt bis hin zu 50 Prozent bei den über 85-Jährigen.

Auch im Neckar-Odenwald-Kreis zeichnet sich bei AOK-Versicherten in den zurückliegenden Jahren ein deutlicher Anstieg der Arthrose-Erkrankungen ab. So stieg die Zahl der davon Betroffenen von 9.040 im Jahr 2013 bis zum Jahr 2017 kontinuierlich an und lag zuletzt bei 11.078. Wie im gesamten Land liegt auch im Neckar-Odenwald-Kreis der Anteil an Arthrose erkrankter Frauen (2017 waren es 19,7 Prozent) deutlich höher als bei den Männern (14,6 Prozent).

Zu den bekanntesten Risiko-Faktoren für die Entstehung einer Arthrose zählen Alter, Übergewicht, Verletzungen, einseitige Belastungen der Gelenke, Entwicklungsstörungen des Gelenks sowie auch genetische Faktoren. Mangel an körperlicher Aktivität kann dazu beitragen, dass sich der Knorpelabbau beschleunigt und die Muskeln geschwächt werden. Deshalb ist regelmäßige und gelenkschonende körperliche Aktivität für Menschen mit Arthrose besonders wichtig, insbesondere wenn Knie oder Hüfte davon betroffen sind. Empfohlen wird vor allem Krafttraining, aber auch Ausdauer- und Flexibilitätstraining wie etwa Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Wenn Finger- oder Handgelenke betroffen sind, können Erkrankte innerhalb einer Ergotherapie lernen, wie man belastende Bewegungen vermeidet oder sie gelenkschonend ausführt.

Die AOK Baden-Württemberg hat gemeinsam mit dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie, dem Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen und dem MEDI-Verbund für Betroffene im Rahmen ihres FacharztProgramms bessere Versorgungsmöglichkeiten entwickelt. Wichtig ist dabei, dass Patienten in enger Abstimmung zwischen Hausarzt und Orthopäde ganzheitlich beraten werden. Zudem hat die AOK in Kooperation mit den Universitäten Tübingen und Freiburg entsprechende Trainingsprogramme für Patienten mit Hüft- und Kniegelenksarthrose sowie ein Rehabilitationskonzept für Patienten nach Hüft- und Kniegelenksersatz entwickelt.

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