KJG-Zeltlager in Orsingen-Nenzingen

(Foto: privat)
Buchen. (sis) Eigentlich liegt Orsingen-Nenzingen im beschaulichen Hegau unweit des Bodensees. Dennoch herrscht dort gerade „Wildnis pur“. Denn mit über 70 Jungs im Alter von acht bis 15 Jahren aus dem Odenwald und dem Bauland ist die KJG Dekanat Buchen dort gerade auf „Safari-Tour“. Mit Rangern, wilden Tieren, einem „Düngerbalken“ (was dem Donnerbalken entspricht…), einem Königsfelsen und natürlich jeder Menge „Buschfunk“.

Das „Bubenzeltlager“ gibt es mit wechselnden Mottos seit 64 Jahren. Immer wieder aufs Neue finden sich abenteuerlustige Jungs, die den Reiz eines reinen Zeltlagers ohne Strom und fließend Wasser nur aus den Feuerwehrschläuchen schätzen, und eine ganze Schar an ehrenamtlich tätigen Lagerleitern, Betreuern und Köchinnen zusammen, um in zwei Wochen zu einer ganz besonderen Gemeinschaft zusammen zu wachsen.

Ohne Smartphone, ohne TV, ohne Komfortzone. Dafür mit ganz viel frischer Luft, Natur, Spielen, frisch zubereitetem Essen und natürlich auch zwischenmenschlichen Sympathien wie Antipathien, die es anzunehmen und auch mal – ohne Eltern – auszuhalten gilt. Das ganz normale, ursprüngliche Leben. Eigentlich.

Wie so ein Zeltlager funktioniert, darüber konnten sich die Eltern am traditionellen Besuchersonntag informieren. Und spätestens bei „Savannengras an Zebrastreifen“, dem auch für die Eltern zubereiteten Mittagessen (Reis und Putengeschnetzeltes mit Gemüse), tauchten auch die Gäste in die „Wildnis“ ein.

Zuvor gab es die Singerrunde mit dem jedes Jahr neu gestalteten Liederbuch, denn gemeinsam gesungen wurde und wird viel im Zeltlager. Auch das ist eine Besonderheit in Zeiten, in denen Kinder kaum noch singen. Nach dem aktuellen Lagerschlager und dem Schlachtruf „Hakuna matata – zählt für uns nur; Hakuna matata – Wildnis pur!“ liefen die Vorbereitungen für das traditionelle Theaterstück.

Die Handlung war nicht wirklich neu; die Wortspiele dagegen waren originell wie immer. „Alles tier zuliebe“ war der Titel und die Suche nach dem „schönsten Tier in der Wildnis“ war die Rahmenhandlung. Tobias Schmelcher und Julian Kirchgässner durchreisten zunächst einen heimischen Bauernhof und dann – immer rechtsrum – Afrika, wo sie „Pony & Clyde“ ebenso begegneten wie einer sehr attraktiven Kuh – einem „Laufsteak“.

Ganz klar, dass sie auf ihrer Suche letztendlich bei den adretten Zebras – den neun Köchinnen –fündig wurden, die sogar ein Lied zum Besten gaben.
Als Schauspieler betätigten sich „Die acht Ranger und ihre Notnahrung“ (Betreuer Silas Ehler), „Die Safaripioniere“ (Marcel Weis), „Indiana Chrisi und seine Jäger des verlorenen Schatzes (Christoph Schmelcher), „Der Elefantentrampler und seine neun wilden Löwen“ (Tino Mackert), „Affenbande! Wer hat die Kokosnuss geklaut?“ (Marius Noe), „Der Klimawandel und seine zehn letzten Tiere“ (Linus Kieser), „Die Kobra und die zehn Klapperschlangen“ (Jakob Bopp), „Die Schlangenjäger“ (Lukas Röckel) sowie „Der King der Kongs“ (Raphael Weber)

Die Leitung des Lagers und die Versorgung liegen bei Alexander und Jochen Walz, Lorenz Farrenkopf, Johannes Illek, Fabian Kieser, Tobias Schmelcher, Sebastian Kaufmann, Julian Kirchgässner, Johannes Röckel sowie Johannes Bundschuh und Marcel Niemann. Für hervorragendes Essen sorgten Alicia Hans, Antonia Schölch, Chiara Schneider, Clara Bopp, Evelyn Hilbert, Klara Schmelcher, Kristina Jaufmann, Lina Kieser und Suse Schmidt.

Funktionieren kann ein Zeltlager wie dieses nur, wenn viele Rädchen ineinander greifen: Ehrenamtlich tätige junge Leute, die Urlaub und Freizeit einbringen und ein großes Maß an Verantwortung übernehmen, Kinder samt Eltern, die im weitesten Sinn „offen“ sind sowie Unterstützer vor Ort und auch daheim.

Dazu zählen Hofmann Transport GmbH Ravenstein und Maragarete Illek Transporte Rosenberg, die das umfangreiche Material kostenlos an den Bodensee transportiert haben und es auch wieder abholen. Zu hoffen bleibt, dass sich diese Menschen immer wieder finden, damit eine ganz besondere Institution wie das KJG-Zeltlager noch viele, viele Jahre bestehen bleibt.

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