Wassersucher prunken bis Mitternacht

(Foto: Liane Merkle)
Mudau. (lm)  „Scho fertich?!“ Stand als aktuelles Kampagnen-Motto der KG „Mudemer Wassersucher“ nicht nur für viele Maßnahmen aus dem Ortsgeschehen, es war auch die Frage zahlreicher Narren als die Sitzungspräsidenten Daniel Schäfer und Angelo Walter in einer Mitternachts-Punktlandung zum großen Finale der örtlichen Prunksitzung aufriefen. Das Narrenvolk hatte bereits viereinhalb Stunden ein Programm genossen, das an Kurzweiligkeit, Qualität, Komik, Spaß und Professionalität kaum zu überbieten war.

Schon beim Einzug der bestens gelaunten Aktiven und der Gastabordnungen hatte man das Gefühl „das nimmt ja kein Ende! Wo kommen die denn alle her?“ Entsprechend beeindruckend gestaltete sich das Bühneneröffnungsbild mit Abordnungen aus Schweinberg, Hardheim, Walldürn, Lauda, Hainstadt, Seckach, Limbach, Zwingenberg, Osterburken, Hettingen, Hettigenbeuern und sogar Oberursel.

Noch vor Ihrer Proklamation würdigten Ihre Lieblichkeit Prinzessin Leah I. und Seine Tollität Prinz Patrick II. die Verdienste von Wassersucher Norbert Münch, der dieser Traditionsfigur seit mittlerweile 33 Jahren einen würdigen Stempel aufgedrückt hat, mit einem speziell erstellten Wachsrelief.

Und dann erfuhr man einiges von der neuen Regentschaft Jaksch-Hafner, sie vor der Inthronisierung im Hauptberuf Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Religion und er Berufsfeuerwehrmann im Kernkraftwerk Philippsburg, denn die beiden plauderten humorvoll über die Charaktere ihrer Familien und gingen bezüglich der Bürgermeisterwahl und der zahlreichen Baumaßnahmen, und leider auch der geschlossenen „Rose“ auf das Motto „Scho fertich?!“ ein.

Wie sich bei der Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger zeigte, hatte dieser absolut keine Einwände gegen die „Jaksch-Hafner’sche Amtsvertretung“ während der fünften Jahreszeit und er war sich sicher, dass der neu eingebaute Fahrstuhl den „Aalden Weibern“ am schmutziche Dunnerschdi bestimmt eine Hilfe sein werde, schließlich würden die – wie er auch – nicht jünger. Kein Wunder, dass ihm die Präsidenten zur Stärkung ein ordentliches regionales Vesper überreichten.

Und dann führte die quirlige Minigarde der KaGeMuWa mit ihrem traumhaften Schautanz „It’s magic“ das Narrenvolk in den Auftakt eines Abends voll Zauberei und Magie, und zwar so gekonnt, dass es am Schluss Gold regnete. Die pfiffige Moderation dieses magisch-vergnüglichen Abends durch die Sitzungspräsidenten Daniel Schäfer und Angelo Walter konnte mit zahlreichen Reimen als eigene Bütt mit gelungener Situations-Komik gewertet werden, bei der nur lachende Gesichter und Humor zu verzeichnen waren.

Naturgemäß nachdenklich stimmend, aber ebenfalls mit einer guten Portion Humor gespickt, gestaltete sich die gelungene politische Bütt von Peter Bienert (Hordemer Wölf) der als „Isegrim vom Unterschloss“ alle Demokraten – also nicht die AfD – begrüßte und sehr richtig feststellte: „Das Weltall und die menschliche Dummheit sind unendlich“. Darin eingeschlossen die Rekordzahl deutscher Abgeordneter, viel braune Masse, Trump und Greta.

Nach so viel Denkarbeit waren gleich drei Augenweiden angesagt. Zunächst legten die elf Garde-Mädels der Juniorengarde „Strumpf Kapp Ahoi Lauda“ ihren Narrenring-Meister-Tanz aufs Parkett. Sie glänzten in ihren eleganten Kostümen, mit unglaublichem Lächeln im Gesicht, temperamentvoll und akkurat. Danach präsentierten die etwas älteren „Goldstücke“ der Hordemer Wölf ihren überaus kreativen, aber auch schwungvoll aufwändigen Schautanz „Vom Bettler zum Millionär“ und die 16 ebenso charmanten wie gut durchtrainierten Mädels der Mudemer Prinzengarde rundeten den ersten Programmteil mit ihrer tollen Gardetanz-Choreografie ab.

(Foto: Liane Merkle)
Unschlagbar für den musikalischen Rahmen der Mudauer Prunksitzung war wie immer der Musikverein unter Leitung von Ralph Müller, der nicht nur für verbindende Schunkelrunden und jeweils passende Ein- und Ausmärsche verantwortlich zeichnete, sondern im Anschluss an das Programm auch noch zum Tanz aufspielte. Als „Helden in Strumpfhosen“ hat sich das Mudauer Männerballett einen Namen gemacht, das es als „Helden um Lucky Luke“ (Moritz Sacher) in diesem Jahr zu neuem Ruhm steigerte. Unter Choreografie von Stefanie Throm, Malka Hemberger und Simone Ruef war den männlichen Grazien ein wahrlich heldenhafter Schautanz gelungen.

Der größte Held jedoch ist ein Opa für seinen Enkel, was man beim Auftritt von Gerald Hemberger und Elias Noe erleben konnte, wo der Enkel zunächst nicht verstand, dass der Opa bei der Oma hängengeblieben ist, wo es doch früher so viele schöne Mädchen gegeben hat. Die traumhafte Kochkunst der Oma war dann auch für den Enkel Grund genug. Träume wurden weiter in den Schautänzen der TSC Walldürn und der Wassersuchergarde der KaGeMuWa erfüllt.

Während sich die 25 Dürmer Fabelwesen „Fabelhaften Welten“ in gewohnter Professionalität verschrieben hatten, bewiesen die Mudemer Tanzprofies mit ihrer „Nacht im Zauberwald“, was die Liebe bewirken kann zwischen Zauberfeen und Waldgeistern. Als „pure Magie“ sahen viele auch den Auftritt von Tanzmariechen Carla Braun (FG Getzemer Narren), die Akrobatik auf höchstem Niveau, gepaart mit Taktgefühl und Charme zeigte. „Mir sen de Karl“ von Stiftung Warentest, stellten sich Andreas Poser und Andreas Leiblein von den LuVö Schweinberg vor und präsentierten als Tester von Bier-Smoothies Comedy, genial unterstützt durch Musik und jede Menge illusionäre Treppen, den Hopfen-Saft auf unvergesslich sympathische Art.

Ebenso angenehm brachten Timo Huberty, Michael Volk, Jürgen Kieser und Markus Wellm als „Vier halbe Ganzherrn, die zamme zwee ganze Halbherrn senn“ das Mudauer Ortsgeschehen zu Gehör. BM-Wahl, saniertes Rathaus (Unglaublich, wie gut man 3 Mio. verstecken kann), Dirigentensuche oder Käsfüss in kaputten Schuhen u.v.m wurde da spaßig musikalisch öffentlich gemacht. Bombenstimmung, Gelächter, Applaus und viele La Olas mündeten in einem bombastischen Finale auf der Bühne, bei dem sich die die Sitzungspräsidenten bei allen Aktiven und Helfern des Abends bedankten. Darauf noch einmal ein dreifach kräftiges „Mudi Hajo!“

(Foto: Liane Merkle)

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