Jubiläumsjahr zufrieden abgeschlossen

(Foto: pm)

Volksbank Mosbach Geschäftsjahr 2019

Mosbach.  (pm) Die beiden Vorstände Holger Engelhardt und Marco Garcia blicken zurück auf das große Jubiläumsjahr der Volksbank eG Mosbach. Wie bereits angekündigt feierte die Bank dieses anders als gewöhnlich. Auf eine große Jubiläumsveranstaltung und eine Jubiläumschronik wurde verzichtet und das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen von Kundenveranstaltungen und Aktionen, um 150 Jahre Volksbank Mosbach für möglichst viele Kunden spürbar zu machen.

Neben den großen Events standen noch Jubiläumsangebote wie das Jubiläumszertifikat so wie viele weitere kleine Aktionen auf dem Plan und selbstverständlich haben auch die Mitarbeitenden die „150“ gebührend gefeiert und auf die weitere erfolgreiche Zukunft angestoßen.

Jedoch gab es auch 2019 wieder Herausforderungen zu meistern. Die weiter anhaltende Niedrigzinspolitik war eine davon. Hauptleidtragende der Niedrig- und Negativzinspolitik sind Sparer, die ihre Vorsorgeziele nur mit deutlich erhöhten Sparanstrengungen erreichen können. Dies gilt besonders für die langfristig angelegte private Altersvorsorge. Daher nahm die Beratung rund um passende Anlagestrategien, insbesondere auch zum Aufbau der Altersvorsorge einen Schwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr ein.

Aber natürlich hat die Niedrigzinsphase auch große Auswirkungen auf die Banken. Die Volksbank Mosbach muss für ihre überschüssige Liquidität einen Strafzins von 0,5 Prozent bezahlen. Dennoch wird dieser noch nicht an bestehende Privatkunden weitergegeben. Bei hohen Liquiditätsbeständen von großen Firmenkunden gibt es in der Bank jedoch ein Expertenteam, mit dem ein Anlagemanagement aufgebaut werden kann, das hilft Negativzinsen zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, wird mittels individueller Vereinbarungen ein Verwahrentgelt berechnet. Dies ist auch Mittel zum Zweck, um starke Geldzuflüsse zu verhindern.

Hohe Belastungen treten aber auch in der Kreditwirtschaft auf. Die EZB Geldpolitik drückt sowohl die Zinsen für kurz als auch für langfristige Finanzierungen tief in den Negativbereich. In diesem Zinsumfeld entstehen nicht nur direkt Kosten für die Banken, die auf ihre Einlagen Strafzinsen bei der EZB halten müssen. Banken werden auch indirekt belastet, wenn sie ihre Kunden im Einlagengeschäft vor negativen Zinsen zu bewahren versuchen. Zusätzlich drückt die ausufernde Regulierung die Ertragskraft der Banken, zumal wenn sie nicht proportional ausgestaltet ist. Aufgrund des Fixkostencharakters verursacht dies bei den kleinen und regionalen Banken im Bereich Meldewesen und Aufsicht besonders hohe Kosten.

Wenn die Ertragslage der Banken künstlich durch die Minuszinspolitik geschwächt wird, sinkt auch ihre Fähigkeit zur Stärkung ihrer Eigenkapitalpolster. Starke Banken sind aber unabdingbar, um entweder in einer wachsenden Volkswirtschaft die Kreditvergabefähigkeit mitwachsen zu lassen, oder auch um im Fall einer deutlichen Eintrübung der Konjunktur den Kreditzugang zu erhalten. Auch regionale Räume sind betroffen, wenn regionale Finanzinstitute, wie die Genossenschaftsbanken zunehmend unter Druck geraten. Einer der Hauptprofiteure der niedrigen Zinsen und der negativen Renditen auf Staatsanleihen ist wiederum der Staat. Die öffentliche Hand dürfte seit Beginn der Niedrig und Minuszinspolitik schon mehr als 300 Mrd. Euro an Zinszahlungen gespart haben.

Ein weiterer Punkt, welcher der Volksbank Mosbach im vergangenen Geschäftsjahr Kopfzerbrechen bereitete war die Europäische Einlagensicherung. Die Sicherheit der Sparguthaben der Kunden ist nicht verhandelbar. Hier müssen auf europäischer Basis gleiche Voraussetzungen für alle geschaffen werden, so die beiden Vorstände der Volksbank Mosbach. Erst wenn innerhalb Europas eine gleiche Qualität an Sicherungstöpfen aufgebaut ist, kann über eine gemeinsame Haftung diskutiert werden. Die EU darf gut funktionierende Sicherungssysteme wie die Institutssicherung nicht durch Regulierung zerstören und über die Einlagensicherung einen Strukturbruch mit einer faktischen Präferenz für Bankkonzerne auslösen.

Zufriedenstellend waren im vergangenen Jahr wieder die Zahlen der Bank. Die Bilanzsumme konnte deutlich von 920,8 Mio. Euro in 2018 auf über 1.002 Mio. Euro in 2019 gesteigert werden.

Auch ein deutlicher Zuwachs bei der Vermittlung von Krediten an Firmen- und Privatkunden wurde verzeichnet. So belief sich das betreute Kundenkreditvolumen 2019 auf 849.267 TEUR und erfuhr damit eine Steigerung gegenüber 2018 von 7,63%. Das Neukreditvolumen 2019 lag bei 142.693,3 TEUR. Dabei betrug die Anzahl der Finanzierungen 2019 im Firmenkundengeschäft 290 und im Privatkundengeschäft 650.

Durch sehr gute Anlagestrategien im Portfolio konnte im Bereich der Geldanlagen, trotz Niedrigzinsen, ein zufriedenstellendes Ergebnis verzeichnet werden. Mit einer Steigerung gegenüber 2018 von 10,22 % wuchs das betreute Kundenanlagevolumen 2019 auf 1.178,9 TEUR.

Der Verwaltungsaufwand (Kosten inkl. AFA) lag trotz Umbau unter Plan. Dieser stieg von 16.816,8 TEUR (2018) auf 17.709,4 TEUR (2019). Eine Reduzierung zum Vorjahr gab es bei den Risikokosten um 694 TEUR bzw. -173,82%.
Im vergangenen Jahr zahlte die Volksbank Mosbach 1.698 TEUR Steuern. Somit kann das Ergebnis vor Steuern (6.906,1 TEUR) nach Abzug dieser mit 5.208,4 TEUR ausgewiesen werden.

Rund 110.000 Euro flossen, unter anderem für gemeinnützige Projekte, Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen sowie die Unterstützung bei Spendensammelaktionen, in die Region zurück. Zudem engagierten sich die Mitarbeitenden ehrenamtlich in der Region. Auch die Bürgerstiftung für die Region Mosbach ist weiterhin wesentlicher Bestandteil des gemeinnützigen Engagements der Volksbank Mosbach.

Insgesamt zählt die Bank 224 Mitarbeitende. Davon werden 13 junge Menschen in den Sparten Bankkaufmann/Bankkauffrau, Finanzassistent, Bachelor of Arts ausgebildet. Auch im vergangenen Jahr führten diese ein Azubi-Projekt durch. Sie organisierten eigenständig die Weltsparwoche und dies mit großem Erfolg. Zudem legte die Volksbank Mosbach auch 2019 wieder großen Wert auf die Weiterbildung ihres Teams. Insbesondere die digitale Kompetenz wurde in Mitarbeiter Workshops weiter ausgebaut. 74 Mitarbeitende nahmen an externen Seminaren teil. Inklusive Inhouse-Schulungen wurden rund 261 Seminare besucht. Dass die Volksbank Mosbach mit Recht stolz auf ihr Team sein kann, bewies abermals das Private-Banking.

Dieses knüpfte im April 2019 an den Testsieg und die Auszeichnung durch die Fachzeitschrift „Die Welt“ mit der Bestnote von 1,23 an den Erfolg von 2018 an. Eine Prüfung von unabhängiger Stelle und insbesondere die darauffolgende Auszeichnung bestätigt abermals – man ist auf dem richtigen Weg, so die beiden Vorstände.
Auf den Weg machten sich auch Anfang 2019 die Führungskräfte der Bank. Sie besuchten einen Workshop, bei dem sie sich insbesondere mit agilem Arbeiten beschäftigten. So entstanden die „PITCHES“ – Interne Prozessoptimierungen. Hierdurch wurde die Anzahl der abteilungsübergreifenden Prozessentwicklungen im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Arbeitserleichternde, kundenfreundlichere, kostenoptimierende, gewinnbringende und innovative Vorschläge wurden gesammelt und teilweise bereits umgesetzt.

Gemeinsam mit den Mitarbeitenden und insbesondere den Führungskräften wurde im vergangenen Jahr auch an der Strategie der Bank gefeilt. Bereits im Jahr 2018 wurde eine neue Vision und Mission erarbeitet. Darauf aufbauend wurde dann in mehreren Führungskräfteworkshops an der Strategie gearbeitet. Grundsätzlich will die Bank Kunden wie auch Mitarbeiter durch schlanke, automatisierte und standardisierte Prozesse gleichermaßen begeistern, die auf allen Kanälen einheitlich und fallabschließend angeboten werden.

Durch agile Methoden und mit Einbindung der Kunden werden neue Lösungen und Prozesse entwickelt. Das Ziel nahezu papierlos zu arbeiten, rückt auch hier die Digitalisierung in den Fokus ebenso wie das Thema Nachhaltigkeit, welches in der neuen Strategie, als wesentlichen Bestandteil des genossenschaftlichen Geschäftsmodells, eine bedeutende Rolle spielt.

Doch nicht nur von innen heraus erstrahlt die Bank in „neuem“ Glanz. Im Herbst 2019 begannen die Umbaumaßnahmen in der Hauptstr. 16 zum neuen und jetzigen Finanzzentrum Mosbach. Ein Hauptaugenmerk lag von Beginn an auf der Schaffung eines zentralen Finanzzentrums für alle Kunden und Menschen im Geschäftsgebiet.

Das neue Finanzzentrum sollte unter anderem zeitgemäß, kundenorientiert, mit regionalem Charakter und einem hohen Wiedererkennungs- und Identifikationswert ausgestattet sein und dies wurde auch umgesetzt. Es stehen nun zehn Beratungszimmer mit jeweils unterschiedlicher Thematik zur Verfügung. Arbeitsplätze und Beratungszimmer wurden somit getrennt und den neusten Standards angepasst. Zahlreiche Features wie z.B. Handyladestationen, Info-IPads und neuste Technik in den Beratungsräumen stehen Kunden sowie Mitarbeitenden zur Verfügung. Für eine bessere, schnellere und bequemere Kassen- und Serviceorganisation wurde diese an zentraler Stelle platziert.

Die Volksbank Mosbach ist stolz auf ihr modernes Kompetenzzentrum mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern und einer erstklassigen Beratungskompetenz von der klassischen Anlageberatung, über solides Wertpapiergeschäft, dem immer interessanter werdenden Universum rund um die Anlage in Gold über den Bereich Finanzierung von Immobilen, Umbau und Renovierung. Als Element der Wiedererkennung wurde der Marmorboden behalten. Alle Aufträge, die möglich waren, wurden an einheimische Betriebe vergeben.

Der Mut dieses Projekt anzugehen hat sich gelohnt! Als einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahres durfte die Bank am 16. Dezember 2019 ihr neues Finanzzentrum Mosbach der Öffentlichkeit präsentieren.

Auch zwei der Töchter, das TUI-Reisecenter sowie die VB-Immobilien GmbH wurden im Zuge des Umbaus an prominenter Stelle mit eigenem Eingang platziert. Insgesamt unterhält die Bank drei Tochtergesellschaften. Das First Reisebüro im Kaufland gehört ebenso zur Familie. Auch hier ist man über den Verlauf der Zahlen im vergangenen Jahr zufrieden.

Ein weiteres Thema in Sachen „äußerliche Veränderung“ war die Abschaffung der Krawattenpflicht im Jahr 2019. Auch hier geht man mit der Zeit und legt „verstaubte Angewohnheiten“ ab.

In die Zukunft blicken die beiden Vorstände Engelhardt und Garcia positiv, auch wenn die aktuelle Lage rund um das Coronavirus (COVID-19) schwere Zeiten voraussagt. Bei der Volksbank Mosbach wurden sofort nach Bekanntgabe der Gesundheitsgefährdung, Maßnahmen für den Schutz für Kunden und Mitarbeitende getroffen. Ein Krisenteam befasst sich täglich mit der aktuellen Lage und leitet weitere Schritte ein, wenn nötig. Auch hat das Coronavirus die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft fest im Griff. So sank der DAX als besonders sensitives Barometer bereits rapide. Diese Entwicklungen werden tiefe Spuren in den Jahresabschlüssen unserer gewerblichen Kunden hinterlassen, aber auch in der diesjährigen Bilanz der Volksbank Mosbach.

Gerade auch in Krisenzeiten steht die Bank ihren Kunden und Mitgliedern bei. Das hat sie bereits 150 Jahre bewiesen und an dieser genossenschaftlichen Einstellung „gemeinsam schaffen wir das“, wird sich auch die nächsten Jahre nichts ändern. Darüber sind sich Holger Engelhardt und Marco Garcia einig.

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