„Schallende Ohrfeige für Klinik-Personal!“

CDU-Kreistagsfraktion beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der Krankenhäuser in Zeiten von Corona – Kritik an Gesundheitsminister Manne Lucha

Mosbach.  (pm) Die CDU-Kreistagsfraktion nahm die aktuelle Stellungnahme des Minister für Soziales und Integration Manne Lucha zur Krankenhausplanung des Landes zum Anlass einer Telefonkonferenz über die aktuelle Situation der Krankenhäuser. Vor dem Hintergrund der Conrona-Pandemie hatte Gesundheitsminister Manne Lucha erklärt, weiter auf größere Einheiten im Krankenhauswesen zu setzten und kleinen
Häusern die Kompetenz abgesprochen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Rippberger (Mudau) zeigte sich schockiert: „Dies ist eine schallende Ohrfeige für alle medizinischen Fachkräfte, die derzeit auch in den kleineren Krankenhäusern mit  riesigem Engagement und höchster Expertise um das Leben der schwer erkrankten Menschen  kämpfen“. Denn gerade angesichts der Pandemie hat nach Aussage zahlreicher Virologen das gegliederte Krankenhauswesen einen großen Vorteil, da im Fall der Ausbreitung einer Infektion in
einer Klinik viele weitere Krankenhäuser die Versorgung der Patienten weiter sicherstellen können.

Kreisrat Rainer Houck (Schefflenz), der zugleich auch gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion
ist, erinnerte gerade im Zusammenhang mit der Corona-Problematik daran, dass es noch nicht mal
ein Jahr her sei, als die sogenannte Bertelsmann-Studie unter beifälligem Nicken der großen Politik in
Berlin zwei Drittel aller Krankenhäuser in Deutschland mit einem Federstrich für verzichtbar erklärt
habe. Dieselben, die damals Betten und Krankenhäuser kurzerhand streichen wollten, forderten
heute zur Bewältigung der Corona-Krise aber zusätzliche Kapazitäten. Wenn die aktuelle Situation,
die Deutschland vor eine noch nie dagewesene Herausforderung stelle, eines ganz deutlich zeige,
dann sei es aber doch das, dass eine dezentrale und flächendeckende Struktur von Krankenhäusern gerade auch im ländlichen Raum schlichtweg unverzichtbar ist. Nicht nur er, so Houck, sei jedenfalls sehr beeindruckt, wie sich die Neckar-Odenwald-Kliniken auf die neue Situation eingestellt hätten und wie professionell sie auch in Krisenzeiten damit umgingen. Da bewahrheite sich eben einmal mehr der alte Satz „Nie waren sie so wertvoll wie heute“. Wenn man diese Erkenntnis erst einmal verinnerlicht habe, müsse man aber konsequenterweise endlich auch die Grundstrukturen der Krankenhausfinanzierung so verbessern, dass kleine Häuser im ländlichen Raum nachhaltig lebens- und überlebensfähig sind. Dabei sei der zuständige Bundesgesetzgeber eindeutig gefordert.

MdB und Kreisrat Alois Gerig (Höpfingen) wollte jedes Wort seines Fraktionskollegen Houck dick unterstreichen und versprach, sich auch weiterhin in Berlin mit Nachdruck für entsprechende Verbesserungen einzusetzen. Er wolle dazu auch den direkten Dialog mit Bundesgesundheitsminister Spahn suchen: „Corona zeigt doch gerade, dass es ohne die Neckar-Odenwald-Kliniken gar nicht ginge. Das darf dann aber nicht nur in der Krise gelten, sondern muss auch im Alltag zum politischen Selbstverständnis werden“.

Die CDU-Kreistagsfraktion will sich deshalb, so Fraktionsvorsitzender Dr. Norbert Rippberger abschließend, mit ganzer Kraft für die dringend erforderlichen Verbesserungen bei der Finanzierung der Betriebskosten einsetzen. Jetzt gelte es aber erst einmal, dem hervorragenden Team in den Kliniken in Mosbach und Buchen vorbehaltlos den Rücken zu stärken, damit der Neckar-Odenwald-
Kreis zumindest einigermaßen unbeschadet aus der Corona-Krise herauskomme. Das gelte im Übrigen aber auch für den existenziell notwendigen finanziellen Ausgleich für die stark gebeutelten Gewerbebetriebe. Dort seien Bund und Land ebenfalls gefordert, schnell und effizient Hilfe zu leisten.

Dr. Rippberger zollte der gesamten Belegschaft in den Kliniken ein dickes Lob. Denn sowohl in der Bewältigung der Corona-Krise als auch in den Bemühungen um die wirtschaftliche Zukunft der Kliniken leiste das gesamte Team Hervorragendes. Das inzwischen veröffentlichte Februar-Ergebnis zeige, dass trotz der momentan extrem schwierigen Rahmenbedingungen mit Nachdruck, vor allem aber auch erfolgreich an der wirtschaftlichen Konsolidierung gearbeitet werde. Der Januar und jetzt auch der Februar hätten erwiesen, dass das vom Kreistag vorgegebene Ziel von maximal 4,5 Millionen Euro Verlust zur Jahresmitte durchaus erreichbar sei. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bräuchten jetzt aber auch die uneingeschränkte Solidarität und den Rückhalt aller, damit der eingeschlagene Weg tatsächlich zu dem angestrebten Ergebnis führe.

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