Pandemiebekämpfung geht nur mit Ehrlichkeit

Appell von Landrat und Gesundheitsamtsleiterin

Mosbach.  (pm) Es ist ein Standardprozess im Gesundheitsamt: Sobald die Bestätigung eingeht, dass eine Person aus dem Landkreis positiv auf das Coronavirus getestet wurde, werden die angegebenen Kontaktpersonen von einem geschulten Telefonteam angerufen, über Symptome befragt und das weitere Vorgehen aufgeklärt. Denn nur so können Infektionsketten rasch unterbrochen und damit die Ausbreitung des Virus effektiv unterbunden werden – zum Wohle aller Mitbürgerinnen und Mitbürger und darunter insbesondere der Risikogruppen.

Doch genau dieser eingespielte Prozess ist in der jüngeren Vergangenheit gelegentlich ins Stocken geraten. Der Grund: Positiv getestete Personen gaben, zum Teil bewusst, nicht alle Kontaktpersonen an. „Für unser gemeinsames Ziel, vor Überlastungszuständen des Gesundheitssystems wie in anderen Ländern verschont bleiben, haben viele in den vergangenen acht Wochen hart gearbeitet. Wenn aber genau das nun dazu führt, dass einige das Virus nicht mehr ernst nehmen, könnte eine solche Situation über kurz oder lang eintreten“, beschreibt Landrat Dr. Achim Brötel die Situation und verweist auch auf die nach wie vor hohe Zahl von Neuinfektionen im Kreis.

Deshalb appelliert der Landrat noch einmal eindringlich, die Pandemiebekämpfung zu unterstützen. „Und das muss kein Widerspruch zu den Lockerungen sein, die wir alle herbeisehnen. Im Gegenteil: Ohne konsequente Pandemiebekämpfung keine weiteren Lockerungen! Denn wie wir seit dieser Woche wissen, drohen bei höheren Fallzahlen regionale Beschränkungskonzepte.“

Auch die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Martina Teinert betont: „Ganz entscheidend ist, dass die Patienten dem Gesundheitsamt die Wahrheit sagen und nach wie vor alle Kontaktpersonen vollständig angeben. Wir hatten leider schon Fälle, wo das nicht so war. Wer hier Kontaktpersonen verschweigt, riskiert weitere Infektionen und Todesfälle in der Familie und im Kollegenkreis, also bei Menschen, auf die er womöglich gerade Rücksicht nehmen möchte.“

Ebenso rufen Landrat und Gesundheitsamtsleiterin alle positiv getesteten Personen sowie deren Kontaktpersonen ersten Grades dazu auf, die angeordnete Quarantäne strikt einzuhalten und den Anweisungen des Gesundheitsamtes Folge zu leisten. „Unehrlichkeit ist hier brandgefährlich. Wen die Quarantäne derzeit trifft, der muss da einfach durch. Es ist eine zeitlich befristete, kleine persönliche Einschränkung für jeden Betroffenen, aber mit hoffentlich großem Nutzen in der Pandemiebekämpfung. Letztendlich ist es, jenseits aller rechtlicher Vorgaben, gelebte Solidarität“, so Brötel.

Und Teinert ergänzt in diesem Zusammenhang: „Quarantänen sind keine Willkür, denn all unser Handeln beruht auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen des Robert Koch-Institutes.“ Wenn sich Menschen daran nicht hielten, riskierten diese nicht nur Geld- oder im schlimmsten Fall Freiheitsstrafen. Viel wichtiger sei auch hier, dass dann das ausgeklügelte System, das Deutschland und den Landkreis bisher vor schlimmen Zuständen bewahrt hat, erst recht nicht mehr funktioniere.

Das Robert-Koch-Institut informiert in einem Flyer über das richtigen Verhalten nach angeordneter Quarantäne.

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2 Kommentare

  1. Hey, Ehrlichkeit ist wichtig, die meisten Menschen sind es nicht, schwierig zu erklären
    im Grunde lebt jeder in seinem eigenen Kosmos und das Gehirn biegt die Realität so
    zurecht das „gute“ Lebensumstände dabei rauskommen. Für einige ist die Situation auch eine neue
    Erfahrung vielleicht zum ersten mal werden diese mit massiven Lebens Einschränkungen konfrontiert.
    Ich als sogenannter „psychisch seelisch kranker“ habe da natürlich viel Erfahrungen gesammelt und bitteres Lehrgeld bezahlen müssen. Unversehens findet man sich auf einer Geschlossenen Station
    einer Psychiatrie wieder, die meisten sagen aber auch ganz offen „das kann ich ihnen nicht sagen!“
    Jedem sollte auf jeden fall einleuchten das z.B. wenn man etwas auch nur eine geringe menge Alkohol getrunken hat auf keinem fall einem Arzt zu sagen das man mit dem PKW da ist.
    Solches muss logisch sein! Ärzte und Richter haben eine unendliche Macht hier ist man im Zweifelsfall erst mal „weg vom Fenster“ bis auf weiteres. Als Resümee Ehrlichkeit ist Relativ.
    Gruß Peter Ertl

  2. Hey,
    Ergänzend und erweiternd möchte ich noch zu meinem Kommentar hinzufügen das das Thema Ehrlichkeit ein ganz „heißes Eisen“ ist. Oft höre ich das Darf man doch nicht sagen oder das wird
    man doch noch sagen dürfen! Dann lese ich oft verschiedene Kommentare das man doch alles sagen dürfte, Bis vor 5-6 Jahre habe ich das auch noch gedacht, der Witz an der Sache ist ja –ich schließe die
    NOK-Zeit aus– das viele ja schon ausgeschlossen sind und das sind nicht wenige behaupte ich mal.
    Die sind nicht verstummt oder gestorben die sind gesperrt. Nicht jeder darf alles sagen natürlich kann
    die Person einem das Persönlich mitteilen. Aber medial in form von Kommentare oder ähnliches ist nicht
    mehr möglich. Das geht über IP Adresse oder über die Mail Adresse oder über beides. Obwohl die natürlich nie gegen ein Gesetz verstosen haben jemanden beleidigt haben oder ähnliches.
    Whistleblower gibt’s einige.
    Die haben für manche Bestimmte Personen gruppen eine „unangenehme“ Wahrheit berichtet.
    Es handelt sich hier um: Die Polizei, Beamte im allgemeinen, AWO, Diakonie, Caritas, Kirchen u.v.m. wenn man hier gute Insider Informationen hat und keine Hemmungen diese auch öffentlich zu machen,
    sobald man hier mal auffällig gewesen ist wird man keinen Erfolg mehr haben überhaupt irgendwas zu veröffentlichen. Ja Ja Ehrlichkeit geht meistens aber nicht immer. Ich muss aber auch versöhnlich sein! Es ist längst nicht mehr wie früher, da haben sie die Leute ja noch richtig fertig gemacht, persönlich und sozial ruinieret, oder Psychiatrie, Muss immer an die Psychiatrierten Steuerfahnder denken.
    Gruß Peter Ertl

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