Der Altar der Familie Kaufmann. Aufgrund starken Winds mussten die Leuchten immer wieder angezündet werden. (Foto: sch)
Maria Himmelfahrt 2026
Hettigenbeuern. (sch) Sommerhitze und Schwüle machten den Festgottesdienst im Morretal zwar beschwerlich, doch das Marienfest strahlte dennoch viel Zuversicht und spirituelle Wärme aus. „Maria Himmelfahrt ist eine Hoffnung für uns alle“, betonte Pfarrer Frederik Reith beim Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt. Der besondere Abend des heißen Sommertages wurde durch den feierlichen Gottesdienst, die eindrucksvolle Predigt, die Musik sowie die liebevoll gestalteten Marienaltäre zu einem leuchtenden Zeichen gelebten Glaubens.
Festlicher Gottesdienst mit Kräuterweihe und Musik
Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm der gemischte Chor des Gesangvereins Harmonie unter Leitung von Peter Eck, der auch die Orgel spielte. Da der eigentliche Chorleiter verhindert war, sprang der in Kandel lebende und gebürtige Hettigenbeuerner ein und übernahm die musikalische Leitung. Pfarrer Reith begrüßte die Mitfeiernden mit den Worten, dass er sich freue, dass dieser Brauch in Hettigenbeuern weiterlebe. Gemeinsam mit Diakon Gerhard Gramlich zelebrierte er den Gottesdienst.
Bereits während seiner Priesterausbildung habe er Mariä Himmelfahrt schon einmal in Hettigenbeuern miterlebt, erinnerte sich Reith. Gemeinsam wolle man an diesem Marienfest durch Maria und mit ihr Gott loben, unterstrich er. Gleich zu Beginn wurden die mitgebrachten Kräuter gesegnet. Die vielen Kräuter deutete der Pfarrer als Zeichen des Lebens, der Gesundheit und des Heils. Blumen und Kräuter brauchten Gottes Hilfe zum Gedeihen, sagte er, und auch der Mensch sei auf Gottes Beistand angewiesen. Gerade in Zeiten der Trockenheit werde dies besonders deutlich.
Predigt: Maria Himmelfahrt als Zeichen der Hoffnung
In seiner Predigt lud Pfarrer Reith die Gläubigen zunächst zur Bildbetrachtung des Gotteslob-Bildes Nr. 684 ein. Dort ist der Hochaltar des Freiburger Münsters dargestellt, auf dem die „Marienkrönung“ zu sehen ist. Das Hauptbild zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel, gemalt von Hans Baldung Grien zwischen 1512 und 1516. Für Reith verdeutlicht dieses Bild den Kern des Festes: Maria, ein besonderer Mensch, wurde von Gott in den Himmel aufgenommen und dort gekrönt.
Diese Auszeichnung sei nicht nur Ausdruck dessen, was Maria geleistet habe, sondern auch eine Hoffnung für alle Menschen. Wenn Maria von Gott aufgenommen worden sei, dann sei damit auch der Himmel für die Menschen geöffnet. Gott stürze die Mächtigen vom Thron; es gehe nicht um irdische Erfolge, sondern um Gottes Gunst. Auf die Kleinen und Niedrigen schaue Gott, wie Maria es im Magnificat besingt. Am Ende entscheide allein Gottes Gnade und nicht der Mensch. Dennoch könnten sich die Gläubigen vorbereiten, Liebe teilen und den Weg des Evangeliums gehen. Wenn sie das Licht in die Welt hinaustragen, wie es bei der anschließenden Lichterprozession sichtbar wurde, dann sei dies ein Zeichen der Hoffnung darauf, dass auch sie einst bei Gott aufgenommen werden.
Lichterprozession durch den Stadtteil

(Foto: sch)
Entlang des Prozessionswegs waren mit viel Liebe gestaltete Marienaltäre mit Lichtern und Blumen aufgebaut worden. Die Altäre wirkten durch ihre Vielfalt und Gestaltung sehr eindrucksvoll; einer leuchtete mit einem großen Herz besonders hell. Auch die kleineren und schlichten Stationen trugen zur Schönheit des Marienfestes bei. An diesem heißen Sommertag waren die Altäre mit großem Einsatz und gewissermaßen im „Schweiße des Angesichtes“ vorbereitet worden. Am Bildstock wurde gemeinsam gebetet und gesungen, bevor die Bitten an Maria gerichtet wurden.
Dank an die Dorfgemeinschaft
Zum Abschluss in der Kirche dankte Martina Berberich vom Gemeindeteam allen Beteiligten, die den Abend zu etwas Besonderem gemacht hatten. Sie sagte: „Danke für diesen besonderen Abend. Dieses beeindruckende Fest ist nur durch eine Gemeinschaftsleistung der Dorfgemeinschaft möglich.“ Damit wurde noch einmal deutlich, dass Mariä Himmelfahrt in Hettigenbeuern nicht nur ein liturgisches Fest, sondern auch ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Glauben und gelebte Tradition ist.