Integration von Spätaussiedlern bleibt Dauerthema

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Martina Breuer-Belz (Caritas) und die Bundestagsabgeordnete Nina Warken (re.) während einer Unterrichtsstunde der VHS Buchen e.V. mit Spätaussiedlern. (Foto: Elisabeth Horb)

MdB Nina Warken (CDU) informierte sich über aktuelle Situation der Zugezogenen bei Caritas und VHS in Buchen

Buchen.  (pm) Die Integration von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern stand im Mittelpunkt eines Besuchs der Bundestagsabgeordneten Nina Warken (CDU) beim Migrationsdienst des Caritasverbandes des Neckar-Odenwald-Kreises e.V. und der VHS in Buchen. Warken, die auch Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist, kam dort im Rahmen ihrer Sommertour 2020 mit Vertretern der Caritas und der VHS sowie Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern zusammen, um sich über deren spezifische Probleme und Bedürfnisse beim Ankommen und Fuß fassen in Deutschland zu informieren.

„Nach dem großen Zuzug in den 1990er Jahren ist die Situation von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Dabei stellt die Integration dieser Gruppe eine Daueraufgabe dar, denn noch immer kommen Menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken zu uns“, so Warken.

Dabei habe der ländliche Raum von dem Zuzug profitiert. „Insbesondere viele Handwerksbetriebe gäbe es heute nicht mehr, wenn die Spätaussiedler nicht gekommen wären“, resümierte Martina Breuer-Belz von der Caritas, die sich seit vielen Jahren um die Belange von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern kümmert. Auch im Pflegebereich nähmen sie eine wichtige und unverzichtbare Stellung ein. Des

Weiteren wurden Fragen der Identität und Zugehörigkeit thematisiert. Spätaussiedler seien sehr familiär eingebunden, innerhalb der Familie werde häufig nur Russisch gesprochen. Daher würden sich häufig Schwierigkeiten bei der kulturellen Integration ergeben. „Es ist gut, wenn die eigenen Traditionen aus dem Herkunftsland gelebt und bewahrt werden. Jedoch darf es nicht zu Parallelgesellschaften kommen“, unterstrich die Bundestagsabgeordnete.

Für den Spracherwerb steht die VHS Buchen e.V. der Caritas als verlässlicher Partner zur Seite. Die täglich jeweils vierstündig durchgeführten Sprachkurse würden sehr gut von den Neubürgern angenommen. Das Spektrum der Teilnehmenden erstrecke sich hierbei auf alle EU-Staaten inklusive der Länder der ehemaligen Russischen Föderation.

Nach dem Besuch einer Unterrichtsstunde zeigte sich Warken sichtlich beeindruckt. Anschließend informierten Renate Andres, Leiterin der VHS, sowie Swetlana Jahraus, stellv. Leiterin, über die Herausforderungen beim Erlernen der deutschen Sprache. Auch die teilnehmenden Spätaussiedler berichteten von ihren Erlebnissen und Erfahrungen.

Zentrale Punkte waren u.a. die Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Ausbildungszeugnissen und Studienabschlüssen sowie die Aneignung der deutschen Sprache. „Kinder haben es hier natürlich einfacher, da sie in Kindergarten und Schule automatisch die Sprache lernen, doch auch Erwachsene können beispielsweise durch Vereinszugehörigkeit und mit Hilfe spezieller Angebote in der Region ihre Sprachkenntnisse verbessern“, merkte Nina Warken an.

Peter Zimmermann, Leiter der Bezirksstelle des Caritasverbandes, stellte abschließend den Standort Buchen mit all seinen Fachbereichen vor. Der Migrationsdienst Buchen blickt dabei auf eine lange Geschichte zurück. Damit ist auch der große Erfahrungsschatz der Mitarbeiter verbunden. „Frau Breuer-Belz und ich haben viele Lebenswege mit begleitet und kennen die einzelnen Schicksale sehr genau“, so Zimmermann.

Angefangen mit dem Zuzug der sogenannten „Gastarbeiter“ wurde bereits in den 1970er Jahren die Migrationsberatung im Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis etabliert. Durch diese jahrzehntelange Erfahrung in der Beratungsarbeit und die Netzwerkarbeit mit den zuständigen Behörden, Ämtern und anderen Fachdiensten können die Migrantinnen und Migranten gut begleitet und auch große Herausforderungen der Integration gemeistert werden.

„Es ist immer wieder erfreulich zu sehen, wenn Integration gelingt. Dabei sind die Unterstützungsleistungen der Caritas und anderer sozialer Partner und Initiativen ein unverzichtbarer Baustein“, so Warken abschließend.

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