Maria Himmelfahrt im Morretal

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 Festgottesdienst im sogenannten „Kurpark“/Areal beim Götzenturm. (Foto: privat)

Festgottesdienst mit Kräuterweihe in Zeiten von Corona – Marienaltar im Kurpark – Bewegende Festpredigt von Kaplan Dominik Albert

Hettigenbeuern.   (sch)  „Trau dich zu glauben“, so lautete der eindringliche Appell von Kaplan Dominik Albert in seiner bewegenden Festpredigt an Maria Himmelfahrt. Er wisse dies sei gerade in der heutigen Zeit nicht immer einfach, aber Mut machend stellte er fest: „Wenn wir Maria als große Fürsprecherin erkennen, haben wir Grund zum Feiern. Wir können uns trauen zu glauben!“.

In diesem Jahr gab es erstmals seit vielen Jahren keine Lichterprozession an Maria Himmelfahrt in Hettigenbeuern. Dafür gab es einen ansprechenden Festgottesdienst mit Kräuterweihe im Freien vor der schönen Kulisse des Areals rund um den Götzenturm.

Es gab aufgrund der besonderen Zeiten einen besonderen, außergewöhnlichen Gottesdienst. Es war festlich und schön und der Abend hatte trotz aller Einschränkungen eine beeindruckende Ausstrahlung. Beim Götzenturm war ein schöner, beleuchteter Marienaltar aufgebaut. Die Sitzplätze waren mit Abstand auf der Freifläche neben der Minigolfanlage verteilt.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von den „Heddebörmer Musikanten“ unter der Leitung von Siegrid Meixner. Außerdem sorgte eine kleine Abordnung des Singkreises unter Leitung von der Petra Reiß mit wunderschönen Gesängen und Marienliedern für eine festliche Stimmung. Unterstützt wurden sie von Magnus Balles am Keyboard und Thomas Eck an der Gitarre.

„Es ist kaum ein schönerer Ort für die Feier von Maria Himmelfahrt vorstellbar“, stellte Hauptzelebrant Kaplan Julian Donner bei seiner Begrüßung heraus. Unter dem offenen Himmel im Freien, inmitten der Natur, werde der Gottesdienst zu etwas besonderem. Die Liebe der Menschen untereinander werde in Zeiten von Corona besonders deutlich und so werde auch die Liebe Gottes zu den Menschen spürbar.

„Freuen wir uns an der Liebe die Gott an Maria vollbracht hat“, forderte er auf.
Neben Kaplan Donner wirkten der aus Hettigenbeuern stammende Kaplan Dominik Albert, Diakon Gerhard Gramlich und Pfarrer Stefan aus Ungarn als Mitzelebranten an der Gestaltung des Gottesdienstes mit.

Kaplan Dominik Albert forderte in seiner ansprechenden Festpredigt auf, den Glauben zu leben und ihn zu zeigen. Er begann mit ein paar österlichen Gedanken am sommerlichen Hochfest. Ohne Ostern könnte das Fest nicht gefeiert werden. Ostern gehöre zum Menschsein, ebenso wie unausweichlich auch das Leid. Mitten im Leben gebe es die Vergänglichkeit, das Sterben und all die Kreuzwege dieser Welt.

Gerne werde das Thema zur Seite geschoben, aber das Leid gehöre zum Leben dazu. Mit Jesus sei es aber am Karfreitag nicht vorbei. Er habe mit seiner Auferstehung den Tod überwunden und die Tür zu Gott, zum Himmel aufgestoßen. Der Festtag Maria Himmelfahrt gebe den Menschen die Gewissheit und Sicherheit, betonte Dominik Albert.

Es werde verheißen, dass auch die Menschen zu Gott heimkehren und bei ihm ankommen dürfen. Gott habe Maria als ersten Menschen mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Der Tod habe somit nie mehr das letzte Wort. An Maria sei es geschehen, durch sie haben die Menschen Gewissheit. Das gebe eine Sicherheit, die unbezahlbar sei.

Der Blick auf den Himmel habe Konsequenzen für das jetzige Leben, so mahnte Kaplan Albert. Es dürfe nicht darum gehen, alles zu erreichen, sich mit Gewalt dem Konsumzwang und Leistungsdruck der Gesellschaft oder dem modernen Zeitgeist hinzugeben. Es gelte nicht alles zu können, was andere können.

Vielmehr gehe es um die Sehnsucht, dass in der Zukunft etwas vom eignen Leben übrigbleibe. Bei Gott liege diese bewahrende Zukunft. „Wir müssen uns hier kein Denkmal als perfekte Menschen setzen“, so der Kaplan. Gott setze dieses Denkmal auch für unperfekte Menschen, weil ihm die Menschen wichtig seien.

Als weiteren wichtigen Gedanken griff er den Mut auf, um Zeugnis zu geben für das neue Leben, welches von Gott versprochen sei und keinen Tod mehr kenne. Mit Gott an der Seite haben die Menschen nichts zu verlieren, mitten in den täglichen Kreuzwegen. Davon gelte es Zeugnis zu geben.

Es gelte in die Welt hinauszurufen, dass Christen mehr zu bieten haben als Vergänglichkeit, Tod und das Streben nach immer mehr. Christus habe schließlich sein Versprechen an Maria wahr gemacht, somit haben alle Menschen ein Ziel und werden von Gott erwartet. Die Welt brauche diese Botschaft der Zuversicht und Hoffnung, gerade wenn alles unsicher werde und ins Wanken gerate, nicht nur durch das Coronavirus.

Die Menschen dürfen darauf vertrauen, dass sie ihren Weg nicht allein gehen müssen. Maria, welche die Sorgen und Nöte kennt, trete schließlich für die Menschen bei Gott ein. „In Maria haben wir eine mächtige Fürsprecherin bei Gott“, so die mutmachende Botschaft von Dominik Albert am Marienfeiertag.

Mit dem Mariengebet „Unter deinen Schutz und Schirm“ beendete er seine Predigt und fasste zusammen: „Wenn wir als österliche Menschen erkennen, dass wir eine Sicherheit und Gewissheit haben, die mehr Wert ist als alle Versicherungen dieser Welt und daraus ermutigt werden zum Zeugnis in dieser Welt und wenn wir vertrauen, dass wir in Maria eine ganz große Fürsprecherin haben, dann haben wir heute einen Grund zum Feiern. Gerade auch in diesen besonderen Tagen!“

In den Fürbitten und Gebeten am Marienaltar wurde besonders auch der Kranken gedacht, die Heilung und Linderung benötigen, die auf die Liebe Gottes vertrauen. Auch die Corona-Kranken wurden Gott besonders anvertraut. Die Gedanken wanderten auch zu Pfarrer Dr. Raymond, der als Ferienvertretung schon viele Jahre das Fest in Hettigenbeuern mitfeierte, aber dieses Jahr wegen Corona nicht einreisen durfte.

Ein Höhepunkt war dann die Segnung der Kräuter durch Kaplan Julian Donner. Als Zeichen der Heilung segnete er die vielen mitgebrachten Würzbüschel.
Am Ende des Abends dankten Kaplan Donner und Pfarrgemeinderätin Gisela Schwing allen Mitwirkenden die den Festtag Maria Himmelfahrt zu einem wunderschönen Erlebnis werden ließen.

Schöner Marienaltar. (Foto: privat)

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