Im Tollhaus die Meisterschaft verspielt

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Der Trainer der Verbandsliga-Handballer des TV Mosbach. (Foto: pm)

Erfolgstrainer Sören Birkert im Gespräch mit NOKZEIT

Mosbach.  (pm) Die Handballer des TV Mosbach haben mit dem Aufstieg in die Verbandsliga den größten Erfolg gefeiert und stehen vor der schwierigsten Herausforderung der Vereinsgeschichte.

Vor Beginn des Abenteuers stellte sich der Aufstiegstrainer unseren Fragen, die ihm von Dieter Mittmann gestellt wurden.

NZ: Sören Birkert, wir gratulieren nochmals zum größten Erfolg der Handballer des TV Mosbach, dem Aufstieg in die Verbandsliga. Das anspruchsvolle Vorbereitungsprogramm unter Corona-Bedingungen steht kurz vor dem Abschluss. Wo steht die Mannschaft?

Birkert: Vielen Dank für die Glückwünsche! Dieser Erfolg wäre nicht möglich gewesen, wenn die Mannschaft nicht so toll mitgezogen hätte. Auch die tolle Unterstützung der Fans, die immer wieder die Jahnhalle in ein „Tollhaus“ verwandelt haben, war ein unterstütztender Faktor.

Ich denke, dass wir mit unserer Mannschaft in der Verbandsliga mithalten können. Dies haben uns die Ergebnisse der Testspiele gezeigt.

Wichtig war es auch, dass sich kein Spieler schwer verletzt hat. Die neuen Spieler haben sich auf Anhieb integriert, was mir sehr wichtig war. Ich bin daher mit dem Verlauf der Vorbereitung sehr zufrieden.

NZ: Wie haben sich die Corona-Bedingungen auf das Training ausgewirkt?
Birkert: Natürlich war es zu Anfang lästig, Listen zu schreiben, die Händedesinfektion zu ermöglichen, erlaubte Übungen zu konzipieren und ständig neue Hygienebestimmungen umzusetzen.

Durch die Lockerungen ist glücklicherweise wieder ein bisschen Normalität in unser Trainingsgeschehen eingekehrt. Da die Mannschaft alles mitgetragen hat, gab es überhaupt keine Probleme. Im Gegenteil – Mittlerweile ist es ganz normal und selbstverständlich, dass man die vorgegeben Regeln umsetzt.

NZ: Sie haben den Abgang von Leistungsträgern wie Felix Knoll, Silas Hemmer, Sven Qualen und Sascha Filipiak zu verkraften und mit Fabian Schmid, Niklas Winter und Ralf Hofgräf drei neue Spieler zu integrieren. Wie ist das gelungen und hat sich das Team gefunden?

Birkert: Mit Silas Hemmer verlässt uns ein wichtiger junger Spieler, den jeder Trainer gern in seiner Mannschaft hat. Ich ziehe da immer den Vergleich mit Felix, der damals nach Horkheim gewechselt ist. Ich wünsche Silas eine verletzungsfreie und erfolgreiche Saison in Neckarsulm. Ich bin mir sicher, dass Silas irgendwann wieder die Farben der Mosbacher tragen wird. Bis dahin ist er jederzeit bei uns willkommen!

Felix Knoll, Sven Qualen und Sascha Filipiak verlassen uns erfahrene Spieler, die in der Mannschaft eine Lücke hinterlassen. Daher sind nun andere Spieler gefragt diese Lücken zu schließen. Ich bin aber zuversichtlich, dass das funktioniert.

Felix wird uns, soweit es seine Zeit zulässt, als Co-Trainer unterstützen, worüber ich mich sehr freue. Mit Fabian Schmid kommt auch ein erfahrener Spieler, mit Mosbacher Wurzeln zurück.
Niklas Winter und Ralf Hofgräf gehören zu den neuen jungen Wilden des TV, die frischen Wind in die Mannschaft bringen werden. Alle Spieler haben schon in den Trainingsspielen bewiesen, wie wichtig sie für die Mannschaft sind. Über die Integration habe ich mir keine Gedanken gemacht, das hat beim TVM schon immer gut gepasst.

Wenn man sich die Stimmung in der Mannschaft anschaut kann man schon sagen, dass sich das Team gefunden hat.

NZ: Konnten Sie sich schon über die kommenden Gegner informieren? Die Verbandsliga ist Neuland für Sie, das Team und den Verein.

Birkert: Ja, die eine oder andere Information haben wir schon bekommen. Natürlich sind für uns viele neue Mannschaften in der Verbandsliga. Wir werden daher versuchen Videos von den Gegnern zu bekommen, um sie besser studieren zu können. So hatten wir uns auch im letzten Jahr vorbereitet.

NZ: Der TV spielt immer vor einem gut gefüllten Haus mit bis zu 400 Fans. Nun stehen Geisterspiele bzw. Spiele vor einigen wenigen Zuschauern an. Es fehlt doch die wichtige Unterstützung von den Rängen, wird sich das auf die Leistung niederschlagen?

Birkert: Das ist eine berechtigte Frage. Als ehemaliger Spieler/ Gegner war es schon damals immer etwas Besonderes in Mosbach zu spielen. Vor allem wenn man als Spieler von den Fans getragen wird. Man kann sich als Zuschauer gar nicht vorstellen, was sie für einen Druck durch die eigenen Fans auf die gegnerische Mannschaft ausgeübt wird. Leider kann ich auch davon ein Lied singen, da wir mit Bad Wimpfen damals die Meisterschaft in diesem „Tollhaus“ verspielt haben.

Daher wäre ich froh, wenn wir am ersten Spieltag trotz Corona eine begrenzte Zahl an Zuschauern in der Halle hätten, um uns anzufeuern. Ich bin mir aber sicher, dass der TV und die Stadt Mosbach sicherlich eine Einigung finden werden, so dass am ersten Spieltag ein Support von den Rängen stattfinden kann.

NZ: Man kann Sie schon als „Mosbacher Urgestein“ bezeichnen. Als „Flügelflitzer“ haben Sie viele Spiele für den TV Mosbach in der Bezirks- und Landesliga bestritten. Nun führen Sie die Mannschaft in das größte Abenteuer der Herrenmannschaft. Wie fühlt sich das an?

 Birkert: Für mich schließt sich ein Kreis. Damals war ich als Spieler einer der Älteren und die Riege Knoll, Grimm, Mittmann und Blasmann gehörten damals zu den jungen Wilden.

Nun sind diese Spieler die älteren und es kommen junge Spieler nach, was auch für die gute Jugendarbeit im Verein spricht. Trotzdem haben diese Spieler in den letzten Jahren eine Ära geprägt, wie ich sie selbst noch nie erlebt habe. Daher bin ich stolz, auch einen geringen Teil als Spieler und Trainer beigetragen zu haben und meine Freude ist um so größer mit meinen alten Weggefährten so etwas Tolles erleben zu dürfen.

NZ: Und nun die obligatorische Schlussfrage: Wen erwarten Sie am Saisonende ganz vorne und was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft?

 Birkert:  In der heutigen Zeit, weiß man heute nicht, was morgen ist. Deshalb möchte ich mich nicht festlegen, wer in der Verbandsliga oben mitspielen wird. Für uns gilt es, nicht gleich wieder abzusteigen.

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