Sind das wirklich Alltagsmenschen?

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Noch bis Mitte Juni präsentiert Mosbach die sogenannten Alltagsmenschen. (Foto: pm)

Warum hat man keine lokalen Künstler für ein Projekt gesucht?

Kommentar

Mosbach. (rb) Seit einigen Wochen sind wieder da, die Alltagsmenschen, und begegnen uns in der Mosbacher Innenstadt an vielen prominenten Stellen nun schon zum dritten Mal (NZ berichtete). So manche interessierte Besucher sieht man bei den Figuren verweilen und sich angeregt unterhalten. Die Künstlerin Christel Lechner aus Iserlohn / NRW hat sich auf solche Figuren in Überlebensgröße spezialisiert, viele werden sie auch von der BUGA 2019 in Heilbronn kennen.

Allerdings fragt sich der kritische Betrachter, ob diese ausschließlich älteren und gut genährten Figuren ohne individuelle Gesichtszüge, gekleidet im 60-iger Jahre Stil der schwäbischen Hausfrau bzw. im Hausmeisterlook der 70-iger, wirklich ‚Alltagsmenschen‚ repräsentieren.

Von spielenden Kindern, dahin schlendernden jungen Leuten oder solchen mittleren Alters, unterschiedlicher Ethnien oder wer sonst zu unserem normalen Alltag gehört, ist leider nichts sehen. Dem kritischen Beobachter drängt sich so die Frage auf, wen die Ausstellungsmacher mit ihrer Kunst erreichen wollen.

Allerdings diskutiert man in Mosbach und den umliegenden Gemeinden auch, ob die Idee, eine solche Freiluftausstellung in der Altstadt zu kreieren, nicht auch ein tolles, ermutigendes, solidarisches, ja regelrecht gesellschaftlich notwendiges Projekt für die regionale Künstlerszene und die Bevölkerung gewesen wäre.

Vermutlich wäre dies mit etwas mehr Aufwand verbunden gewesen, aber es hätte Menschen trotz gerade erzwungenem Abstand zusammengebracht, wäre ein hoffnungsvolles Statement der Stadtverwaltung gewesen und hätte darüber hinaus gezeigt, dass die Beschränkungen in der Coronazeit auch zu einem Neudenken und frischen Ideen führen kann. Nicht nur eine deutliche Wertschätzung der Kunstschaffenden und Kunstliebhaber in der Region wäre der Effekt gewesen, sondern auch eine Signalwirkung über den Landkreis hinaus.

Gerade, weil die Stadt Mosbach als Veranstalter von der Sparkasse und anderen Sponsoren aus der Region unterstützt wird, hätte man die schätzungsweise 40.000 Euro, die die Ausstellung (wiederholt) kostet, aus der Region auch wieder in der Region investieren können.

Zum Weiterlesen:

3 Kommentare

  1. Was ist denn das hier?
    Kommentar, Leserbrief?
    Jedenfalls kein Pressebericht, wohl eher eine (Einzel-)Meinung. Und als solche sollte das dann auch namentlich gekennzeichnet sein.
    PS
    Mir gefallen die („sog.“) Alltagsmenschen übrigens. Und vielen anderen in meinem Bekanntenkreis ebenfalls; auch welchen, die extra deretwegen von weiter nach Mosbach gekommen sind. Ich finde es wiederum eine tolle Ausstellung und gute Idee der Stadt mit ihren Sponsoren. Auch wenn der Gedanke regionale Kunst (ebenfalls) zu präsentieren genauso ein diskutabler Vorschlag ist. Allerdings nicht mit Ausschließlichkeitscharakter.

    • Danke für die Reaktion und die zwischenzeitliche Kenntlichmachung als Kommentar. Manche Zeitungen schreiben auch einen Namen dazu. 😉

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