„Geh deinen ganz eigenen Weg“

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Gut besuchte Veranstaltung zur Berufsorientierung am GTO gibt Einblicke in das Duale Studium. (Foto: pm)

Osterburken.  (pm) „Geh deinen ganz eigenen Weg. Finanziell unabhängig mit super Karrierechancen.“ Damit verbindet man ein Studium an der Dualen Hochschule von Baden-Württemberg (DHBW) in Mosbach.

Die Schulleiterin des GTO, Oberstudiendirektorin Regina Krudewig-Bartel, konnte zu einer Veranstaltung im Rahmen der Berufsorientierung Diplom-Pädagogin und Studienberaterin Janine Berger und Luca Fleckenstein von der DHBW Mosbach, sowie zahlreiche Gäste begrüßen. Ihr Dank galt dem Vorbereitungsteam unter Studienrätin Vera-Katharina Heeg und Studiendirektor Sven Auerbach und allen an der Veranstaltung Beteiligten.

Janine Berger und Luca Fleckenstein, einem Studenten des Maschinenbaus und der Verfahrenstechnik, der bei der Osterburkener Firma AZO seine praktische Ausbildung absolviert, gewährten aus erster Hand Einblicke in Theorie und Praxis des dualen Studiums.

Für Luca Fleckenstein stand sein Interesse an einem dualen Studium schon früh fest. Ein studienbegleitender Praxisanteil ermögliche Einblicke in den „echten“ Berufsalltag. Zudem verdiene man bereits Geld und brauche in den Semesterferien nicht zu arbeiten. Die Dozenten, die oftmals langjährige Mitarbeiter in ihren Firmen seien, stünden für Fragen jederzeit zur Verfügung. Die familiäre Art der Ausbildung erleichtere die Arbeit.

Der Fokus liege auf einem stets praxisnahen Vorgehen und die allzeitige Anwendbarkeit. Die ersten drei Semester seien intensiv. In den Unternehmen würden in der Praxisphase den Studierenden Projektarbeiten mit begleitenden Versuchen zugeteilt. Zugleich durchlaufe man in den Unternehmen alle Abteilungen, um sich ein vollumfängliches Bild des Ausbildungsbetriebs zu machen. Zum Teil fachfremde begleitende Vorlesungen sollen ein realistisches Bild auf die Situation und die Möglichkeiten in Unternehmen aufzeigen.

Das Land oder die EU fördern zudem Auslandsaufenthalte an den diversen Partnerhochschulen. Auch die internationalen Partner schicken Leute an die Standorte des DHBW. An Kursen für die Austauschstudenten können auch deutsche Studierende, die dann als Mentoren fungieren, teilnehmen.

Janine Berger umriss in ihren Ausführungen die wesentlichen Aspekte eines Studiums an der DHBW und gab einen Überblick über das Innenleben der Dualen Hochschule. Das Studium beginne jedes Jahr am 01. Oktober. Die Einschreibung an der Hochschule sei mit dem Abschluss eines Ausbildungsvertrages Formsache und könne bis Ende September erfolgen. Die Unternehmen reservierten sich im Vorfeld Studienplätze an der dualen Hochschule und suchten deutlich früher Studierende gemäß ihres Bedarfs.

Man müsse sich frühzeitig um einen Dualen Ausbildungsplatz bemühen und das Angebot sondieren. Neben einer Betrachtung der eigenen Fähigkeiten sei eine Betrachtung von außen sinnvoll. Im Vorfeld seien für den beruflichen Erfolg die nötige Ausbildung und Zusatzqualifikationen zu klären. Hilfreich seien hierbei das BOGY-Projekt und die (außer)-schulischen Angebote zur Berufsinformation. Baden-Württemberg verfüge über insgesamt neun regionale Angebote zur Berufsberatung im dualen Bereich.

Das duale Studium selbst gestaltet sich in jeweils sechs mal drei Monate jeweils abwechselnd in Theorie und Praxis in Kursen von zirka dreißig Studierenden. 1000 Unternehmen stünden als regionale Praxispartner zur Verfügung, insgesamt seien es 10000 in Baden-Württemberg. Daran erkenne man auch das wachsende Ansehen des dualen Studiums, das mit einem Bachelor- oder Masterabschluss ende.

Trotz acht Stunden Arbeit pro Tag inklusive Vor- und Nachbereitung sei die Abbrecher- oder Durchfallquote dieses stark im Vorfeld durchstrukturierten Studiums sehr gering. Der Theorieblock alleine ersetze 3,5 Jahre an einer normalen Fachhochschule. Im Gegensatz zur Universität erfolge eine sofortige Spezialisierung, die das Vorziehen gewisser Studieninhalte erlaube.

Das Studium, das von den Universitäten vollumfänglich anerkannt wird, ende definitiv nach drei Jahren. Im vierten bis sechsten Semester stehen vermehrt wissenschaftliche Arbeiten im Vordergrund. In jedem Fall brauche man ein gutes Zeitmanagement.

Doch auch die praktische Schulung und Anwendung komme nicht zu kurz. Zwei Partner stehen an der Schule und am Unternehmen für die Studierenden als Mentoren bereit. Gemeinsame Projektarbeiten von Studierenden, Schule und Unternehmen seien Usus. Die Unternehmen bekommen einen Praxisplan, damit sie mit den Studierenden gewisse Themen und Aspekte durchgehen können.

Die DHBW ist international ausgerichtet und hat ein eigenes Auslandsamt. Das vierte Semester kann mit Zustimmung der Unternehmen an rund 80 Partnerhochschulen stattfinden.

Darüber hinaus ermöglicht die umfangreiche Nutzung digitaler Angebote der Hochschule die Einbeziehung externer Dozenten zur Optimierung der Ausbildung.
Die DHBW in Mosbach und Bad Mergentheim bietet im Bereich Technik und Wirtschaft 27 Studiengänge an. Viele Angebote beziehen sich auf BWL als Studiengang mit diversen Spezialisierungsmöglichkeiten und neun spezifischen Studienvertiefungen. Ebenso wie die Wirtschaft könne die DHBW flexibel auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren.

Eine Übernahmequote von über 85 Prozent bestätigt den Erfolg des Konzepts. Die Unternehmen sehen das Duale Studium als Personalentwicklungsinstrument. Junge Leute bleiben in Region und werden oftmals zu langfristigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wie aber bekommt man einen Studienplatz? In jedem Fall müsse man herausstechen. Die erste Kontaktaufnahme erfolge oft über Berufs- und Ausbildungsmessen, auf denen man schnell Ansprechpartner findet. Eine solche Messe wird auch am GTO veranstaltet werden. Bei dieser aufgrund der besonderen Situation um Corona schulinternen Veranstaltung am 08. April 2022 haben die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 und der zehnten Klassen die Möglichkeit, sich mit den Unternehmen „bekannt zu machen“. Eine perfekte Bewerbung sei aber nötig. Hilfreich sei in jedem Fall das Angebot des Probearbeitens, damit habe man einen Fuß in der Tür des Unternehmens. Auf der Bewerberbörse „Dual Match“ könne man zeitlich befristet das eigene Profil für interessierte Unternehmen hinterlegen – eine Ergänzung zur eigenen Aktivbewerbung.

Am 17. November findet ab 8.30 Uhr der DigiDay statt: Unternehmen präsentieren an diesem Tag in Kurzvorträgen ihre Plätze und Ausbildungsabläufe. Interessierte haben die Möglichkeit, Zeitfenster zu buchen und nach einer Anmeldung den ersten Kontakt herzustellen.

Studiendirektor Sven Auerbach dankte den Vortragenden und Studienrätin Vera-Katharina Heeg für die gelungene Veranstaltung bzw. Organisation des Abends. Im schooleigenen Moodle-Bereich zur Berufsorientierung findet sich eine Linkliste mit Partnern und Kontaktmöglichkeiten. Die Präsentation werde ebenfalls dort eingestellt werden.

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