Kinderschutzbund findet keinen Vorsitzenden

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Der neue Vorstand des DKSB Neckar-Odenwald. (Foto: pm)

Corona behindert Kinderschutz im Neckar-Odenwald-Kreis – Dennoch aktiv zum Wohle der Kinder

Mosbach. (pm) Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Susanne Heering begrüßte die Mitglieder des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Neckar-Odenwald-Kreis e.V (DKSB) bei der diesjährigen Mitgliederversammlung .

Gemeinsam mit der Leiterin der Geschäftsstelle, Anette Weigler, stellte sie im Tätigkeitsbericht die verschiedenen Aktionen des Kinderschutzbundes im Jahre 2020 vor. Leider fielen viele Projekte, die in den vergangenen Jahren in unserem Landkreis durchgeführt werden konnten, aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen aus.

Die Gewaltpräventionsprojekte an Schulen konnten aufgrund der beiden langen Lockdowns nicht durchgeführt werden. Die Schüler mussten auf die Theaterstücke („Geheimsache Igel“ und „(K)ein normaler Tag“) sowie auf das Gewaltschutztraining verzichten. Allerdings werden die ausgefallenen Termine nachgeholt, sobald es die Situation wieder erlaubt.

Die Schüler der Hardbergschule mussten auf die regelmäßigen Besuche „ihres“ Therapiehundes Kimmi verzichten, denn sowohl Kimmi als auch sein „Frauchen“ Hildegard Mödinger zogen sich aus der Schularbeit zurück. „Hier suchen wir ganz dringend jemanden, der mit einem ausgebildeten Therapiehund diese wichtige Arbeit wieder aufnimmt!“, warb Susanne Heering bei den Anwesenden.

Auch das zweimal monatlich stattfindende Mütter-Café, welches in Kooperation mit den Soroptimistinnen (SI-Club) durchgeführt werden sollte, konnte im Jahr 2020 ebenfalls nicht angeboten werden. Von zwei geplanten Elternkursen fand nur ein Kurs statt, der allerdings im Dezember 2020 als online-Kurs beendet wurde.

Der geplante Vortrag für Eltern und Fachleute zum Thema „Kinder und Medien“ wurde schon frühzeitig auf das Folgejah 2021 verlegt. Anfang Oktober 2021 fand dieser dann in Fahrenbach statt und alle Anwesenden waren sich einig, dass dieser Vortrag noch einmal wiederholt werden sollte, zumal er auch mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.

Auch das neue Projekt des Kinderschutzbundes, die Familienbegleitung durch Ehrenamtliche, wurde durch die beiden langen Lockdowns heruntergefahren. „In 2021 starteten wir quasi wieder bei null, denn viele der ehemals gewonnenen und weitergebildeten Familienbegleiter, wollten nach den beiden Lockdowns aus den unterschiedlichsten Gründen die Arbeit in den Familien nicht mehr aufnehmen.“

Dank einer neuen Kampagne, die gemeinsam mit dem Netzwerk Familienpaten Baden-Württemberg durchgeführt wurde, konnten Mitte 2021 wieder einige neue Ehrenamtler in die Familien gehen. „Im Moment ist ein verstärkter Bedarf bei den Familien festzustellen, die die Unterstützung unserer Ehrenamtlichen in Anspruch nehmen“, konnte Anette Weigler ausführen.

Nun stellte sich die Frage, was denn in 2020 überhaupt stattfand . Die Aktion „Schutzengel“ wurde 2020 weiterhin finanziell unterstützt. Der Babybettenverleih wurde nachgefragt und auch die Einzelfallförderung, die einigen finanziell bedürftigen Familien zugute kam wurde aufrechterhalten. Die Kleiderkammer wurde wenig nachgefragt, sodass im Vorstand beschlossen wurde, diese im Laufe von 2021 aufzulösen.

Anette Weigler entwickelte im Coronajahr 2020 einige neue Projekte, die auch überregional Beachtung fanden. So wurde im September 2020 in Zusammenarbeit mit der Stadt Mosbach der „Platz der Kinderrechte“ – als erster Platz dieser Art in Baden-Württemberg – in Mosbach eingeweiht. Anwesend waren Oberbürgermeister Michael Jann und die stellvertretende Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Baden-Württemberg Christa Holtzhausen.

„Der Wasserspielplatz im Elzpark ist hier ein guter Standort, denn viele Eltern nutzen diesen Bereich, um mit ihren Kindern an der frischen Luft zu sein. Hier können in Zukunft sicherlich viele Aktionen starten und für die Kinderrechte werben“, äußerte sich Christa Holtzhausen.

Für ein weiteres neues Projekt erhielt der Kinderschutzbund die finanzielle Unterstützung des Ministeriums für ländlichen Raum. Als Preisträger des Projektwettbewerbs „gemeinsam schaffen!“ startete „KonTour – Kinderrechte on Tour“ im Oktober 2020 durch. Bei der Aktion geht es um die Bekanntmachung der Kinderrechte im Neckar-Odenwald-Kreis „auf breiter Front“, also überall da, wo Menschen sind und miteinander ins Gespräch kommen. Vorträge zu den Kinderrechten fanden zunächst online statt, sollen aber wieder in Präsenz durchgeführt werden. Unterstützung bekommt Anette Weigler hier von ihrer neuen Kollegin Miriam Dimmig-Leitheim.

Der Kassenwart Dieter Rosenfeld legte den Kassenbericht vor. Die Kassenprüfer bestätigten eine einwandfreie Kassenführung, sodass der Entlastung der Vorstandschaft nichts entgegenstand.

Anschließend stand eine Satzungsänderung auf dem Programm. Susanne Heering erläuterte die notwendigen Neuerungen, bei denen es um die Veränderung der Vorstandsstrukturen ging. Der Vorstand soll künftig als Team agieren. Die Änderung wurde von den Mitgliedern einstimmig beschlossen.

Bei der anstehenden Neuwahl des Vorstands blieb der Platz des Vorsitzenden vakant. Als Stellvertreter fungieren nun Benjamin Doth, Gabriele Gramlich und Gabriela Fischer-Rosenfeld. Susanne Heering wechselt in die Schriftführerposition. Die Kasse wird weiterhin von Dieter Rosenfeld verwaltet. Das Vorstandsteam wird durch die Beisitzer Norbert Bienek, Barbara Schneider, Ute Schneider-Jaksch, Monika Weber, Gabriele und Kurt Methfessel, Ingrid Heydecke und Reinhold Berberich ergänzt. Kassenprüfer bleiben Manuela Lintz und Günter Schultheiß.
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Der alte und neue Vorstand überreichte der scheidenden stellvertretenden Vorsitzenden Susanne Heering ein Fotoalbum und einen Blumenstrauß und dankte für die Arbeit in den vergangenen elf Jahren, in denen Heering den Kreisverband des Deutschen Kinderschutzbundes aufgebaut und und als Vorsitzende in Mosbach und der Region etabliert hat. „Ohne dein Engagement für die Kinderrechte wäre der Neckar-Odenwald-Kreis um eine wichtige Institution ärmer!“, lobte der neue Vorstand die Pionierarbeit von Susanne Heering.

Abschließend dankte Susanne Heering allen Vorstandsmitgliedern, der Geschäftsstellenleiterin und den Mitgliedern für die gute erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder und deren Eltern.

Gabriela Fischer-Rosenfeld (2.v.li.) und Anette Weigler (re.) dankten Susanne Heering (li.) für deren Aufbauarbeit. (Foto: pm)

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