Instandsetzung der Wehrbrücke

(Symbolbild – Hofherr)

Bauarbeiten beginnen ab Anfang Juni

Hirschhorn.  (pm) Mit der Baumaßnahme zur grundhaften Instandsetzung der Wehrbrücke im Zuge der Kreisstraße K 38 zwischen Hirschhorn und Ersheim kann voraussichtlich erst ab Anfang Juni begonnen werden.

Ursprünglich war ein Baubeginn im Frühjahr 2022 geplant. Die derzeit laufenden Bauvorbereitungen verzögern sich jedoch aufgrund von Lieferengpässen und Verfügbarkeit von Walzstahl für die Hilfskonstruktionen, um die Brücke für die Sanierung der Hauptträger statisch entlasten zu können. Bis zur Klärung der gesicherten Lieferung der Stahlträger für die Hilfskonstruktionen verzögert sich auch der Baubeginn mit Verkehrssicherung und Gerüstaufbau, um unnötige Behinderungen und Kosten zu vermeiden.

Mit den Bauarbeiten wird daher voraussichtlich erst Anfang Juni begonnen, zunächst unter halbseitiger Sperrung, etwa ab August 2022 wird dann die erste Vollsperrung nötig sein.

Für die Arbeiten an den Hauptträgern der Brücke sind unter anderem aus statischen Gründen insgesamt fünf Vollsperrungen mit einer Dauer von jeweils rund sechs Wochen erforderlich, wobei der Fuß- und Radverkehr davon ausgenommen ist. In den Zeiten zwischen den statisch relevanten Arbeiten an den Hauptträgern kann die Fahrbahn jeweils wieder halbseitig für den Verkehr freigegeben werden.

Nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten an der Stahlkonstruktion ist eine Erneuerung der Fahrbahn und der Fahrbahnabdichtung auf der Brücke erforderlich. Für diese Bauarbeiten wird nochmals eine Vollsperrung mit einer Dauer von rund drei Wochen erforderlich.

Die Umleitung während der einzelnen Vollsperrungen erfolgt über Schönbrunn/Moosbrunn und Eberbach. Für den Anliegerverkehr bis 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht wird eine Umleitung über die Brentanostraße und die Rettungszufahrt am Tunnel Hirschhorn zur B 37 eingerichtet. Die Verkehrsführung an der Rettungszufahrt erfolgt mit dreiphasiger Ampelregelung, so dass in beide Fahrtrichtungen auf die Bundesstraße aufgefahren werden kann sowie von der Bundesstraße aus Richtung Heidelberg und aus Richtung Eberbach in Richtung Ersheim auf Brentanostraße eingefahren werden kann.

Die gesamte Baumaßnahme wird rund 26 Monate andauern.

Zur Baumaßnahme

Neben der Verbindungsfunktion zwischen den beiden Hirschhorner Stadtteilen dient die Wehrbrücke zur Anbindung des Flusskraftwerks der Neckar AG, als Revisionsweg zu den Wehrpfeilern und als Leitungsbrücke für Wehr- und Kraftwerksbetreiber sowie den verschiedenen Versorgungsunternehmen.

Die Wehrbrücke wurde im Zuge der Errichtung der Neckarstaustufe Hirschhorn in den Jahren 1931 bis 1935 als genietete Stahlkonstruktion errichtet und 1979/1980 umgebaut und erweitert. Die Wehrbrücke setzt sich aus zwei Teilbrücken zusammen, der zweifeldrigen Schleusenbrücke auf der Seite Ersheim und der namensgebenden dreifeldrigen Wehrbrücke auf Hirschhorner Seite.

Beide Stahlkonstruktionen besitzen einen offenen Querschnitt aus einem zweistegigen Plattenbalken und einer orthotropen Fahrbahnplatte aus Stahl.

Die Wehrbrücke weist sichtbare Korrosionsschäden an der Überbaukonstruktion und insbesondere eine Spaltkorrosion an den Verstärkungsblechen der Längsträgeruntergurte auf. Hier wölben sich die Stahllaschen infolge der Volumenvergrößerung des rostenden Stahls auf.

Da die Spaltkorrosion weiter fortschreitet und sich der Druck auf die Verstärkungsbleche weiter erhöht, besteht für die Instandsetzung der Längsträgeruntergurte der Brücke ein dringender Handlungsbedarf. Um die Verkehrssicherheit und die Standsicherheit des Bauwerks dauerhaft zu gewährleisten, ist die geplante Baumaßnahme zwingend erforderlich.

Zur Beseitigung der Spaltkorrosion an den Brückenträgern müssen die Verstärkungsbleche an den Längsträgeruntergurten sowohl in den einzelnen Brückenfeldern als auch über den Innenstützungen ausgebaut und erneuert werden. Dabei müssen je Hautträger mehrere hundert Nieten aus der Stahlkonstruktion gelöst werden. Bevor die Hauptträger zerlegt werden können, muss das jeweilige Brückenfeld und der Hauptträger statisch über eine Hilfskonstruktion auf der Brücke entlastet werden. Hierfür sind aufwendige Auswechsel- und Gerüstbauten erforderlich. Diese Bauarbeiten am teilweise demontierten Hauptträger können aus statischen Gründen nur unter Vollsperrung der Brücke erfolgen.

Die insgesamt erforderlichen Instandsetzungsarbeiten an der Brücke setzen sich aus den nachfolgenden Einzel-Maßnahmen zusammen:
– Betonsanierung der Pfeilerköpfe und Auflager,
– Beseitigung und Unterbinden der Spaltkorrosion an den Hauptträgern,
– Wiederherstellen und Pflege der Lager- und Übergangskonstruktionen,
– Wiederherstellung und Ersatz fehlerhafter oder fehlender Ausstattungsteile,
– Wiederherstellen des kompletten Korrosionsschutzes auf Brückenober- und unterseite,
– Erneuerung der Abdichtung und des Belages der Fahrbahn.

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