Mit der Kutsche ein Zeichen setzen

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(Foto: pm)
Mudau.  (pm) Vor gut sechs Wochen wollte Bäcker und Hobbykutscher, Peter Schlär aus Mudau, ein Zeichen gegen die hohen Spritpreise setzen. Kurz um spannte er seine beiden Wallache Emilio und Freddy ein und belieferte mit der Kutsche seine nahegelegenen Verkaufsfilialen und Kunden.

Längst ist das nicht irgendeine Kutsche, immerhin ist das Gefährt mehr als 120 Jahre alt und noch immer in tadellosem Zustand. „Bis auf die Scheibenbremse und dem Lack ist noch alles original“, erklärte Bäckermeister Peter Schlär dieser Tage Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

Spontan hatte er in Schlärs Bäckerei in Mudau vorbeigeschaut. „Wirklich toll, wenn man Hobby und Beruf verbinden kann“, befindet Hauk über Schlärs kreative Aktion. Doch der tiefgründige Sinn gibt zu denken: „Unsere Handwerksbetriebe leiden noch immer unter den Folgen der Pandemie, seit Wochen wird obendrein die gesamte Wirtschaft vom Ukrainekrieg verunsichert. Das schlägt sich vor allem auf Energie- und Rohstoffpreise nieder“, fasst Hauk im Gespräch mit Schlär zusammen.

Mit seiner Aktion treffe Peter Schlär den Nerv vieler und spreche auch ihm aus dem Herzen. „In Zeiten knapper Rohstoffe müssen wir umdenken und Verzicht üben. Die Kutschfahrt ist natürlich nur symbolisch aber wir müssen begreifen, dass die Zeiten geprägt von ‚höher, schneller, weiter‘ vorbei sind“, ist sich Peter Schlär sicher.

Und tatsächlich ist das Interesse an Schlärs Geschichte um die Bäckerkutsche enorm. Neben dem Fernsehen schaffte es der bescheidene Bäcker mit Kutsche aus dem Odenwald sogar in überregionale Zeitungen.

Unterdessen bleibt zu hoffen, dass die Geschichte bei dem ein oder anderen zum Nachdenken anregt. Peter Schlär jedenfalls wird ab und an den Lieferwagen stehen lassen und je nach Möglichkeit seine Backwaren mit der Kutsche ausliefern. „Diese Entschleunigung tut gut“, so Schlär.

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