Lichterprozession war ein Höhepunkt

(Foto: pm)

Maria Himmelfahrt 2022: Festgottesdienst mit Kräuterweihe im Kurpark

Hettigenbeuern. (sch) „Oh Maria hilf!“ – dieser oftmals benutzte Stoßseufzer kann als kleines Glaubensbekenntnis gelten und umschreibt die Ausstrahlung des Festtages, wie er in Hettigenbeuern einmal mehr auf besondere Weise gefeiert wurde. Der Marienfeiertag im Morretal stellte gleichermaßen ein Bekenntnis des Vertrauens in die Gottesmutter und auch eine Bitte um die Fürsprache und Unterstützung Mariens dar.

Wunderschön geschmückte Marienaltäre, der Gottesdienst in der freien Natur, die Kräuterweihe und die besondere Atmosphäre an diesem Abend waren gleichermaßen ein großes Zeugnis der Marienverehrung und bündelten in die gemeinsame Bitte, Maria möge helfen.

Pater Daison begrüßte die zahlreichen Gläubigen im Kurpark und stellte die Gottesmutter, die mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde als Hoffnung für die Christen in den Mittelpunkt des Abends. In einer Welt, in der Frauen oftmals nicht respektiert seien, stehe an diesem Abend eine ganz besondere und wundervolle Frau im Mittelpunkt.

Neben Pater Daison und Diakon Gerhard Gramlich wirkte auch der aus Hettigenbeuern stammende Pfarrer Dominik Albert als Mitzelebrant an der Gestaltung des Gottesdienstes mit.

Musikalisch umrahmt wurden der Gottesdienst und die Prozession von den „Heddebörmer Musikanten“ und auch der gemischte Chor des Gesangvereins „Harmonie“ unter der Leitung von Dirigent Werner Scheuermann sorgte mit schönen Liedbeiträgen für eine festliche Stimmung.

„Oh Maria hilf“, diesen Stoßseufzer, bezeichnete Diakon Gerhard Gramlich in seiner ansprechenden Festpredigt als „ganz kleines Glaubensbekenntnis“. Er glaube nicht, dass dieses nur einfach gedankenlos daher gesagt werde.

Vielmehr vertrauen sich die Menschen damit Maria an, die als große Fürsprecherin und Helferin bekannt sei. Er erinnerte an das alte Volksgebet: „Jungfrau Mutter Gottes mein….: Wer hat je umsonst deine Hilfe angefleht, wann hast du vergessen ein kindlich Gebet?“.

Maria habe „ja“ gesagt zum Willen Gottes. Sie habe von einem Engel erfahren, dass sie den Sohn Gottes gebären solle und geantwortet: „Mir geschehe wie du gesagt“.

Mit dem Glauben von Maria, dass für Gott nichts unmöglich ist, habe sie vielen Gläubigen den Glauben geschenkt, sei zum Vorbild geworden. Über Jahrhunderte hinweg, sei immer wieder zu hören: „Maria hat geholfen“. Und gerade deswegen werde dieses „Oh Maria hilf!“ immer wieder über die Lippen kommen.

„Ist es wirklich so einfach? Spüren wir um uns herum dieses Vertrauen? Schwindet der Glaube nicht gerade?“, so beleuchtete der Diakon. Immer mehr Menschen verlassen die Kirche, sie finden keinen Halt mehr. Warum schaffe es die Kirche nicht, diesen Glauben, dieses Vertrauen weiterzugeben?

Es gebe wohl viele Ursachen, aber es gebe auch Hoffnung, so ermutigte er. Es sei, trotz aller Missstände, auch ein Ringen um eine Erneuerung, um einen gemeinsamen Weg aus der Krise spürbar, betonte er. Viele Stimmen werden laut, es gelte den Mut zu haben alle mit auf den Weg zu nehmen, auch wenn manches noch unvorstellbar erscheine.

(Foto: pm)
Das kleine Glaubensbekenntnis „Oh Maria hilf“, solle nicht nur so daher gesagt sein, es solle Vertrauen schenken, Vertrauen darauf, dass Gott gemeinsam mit den Gläubigen den Weg seiner Kirche gehe. Maria sei diesen Weg gegangen und am Ende wurde sie in den Himmel aufgenommen. Dort könne sie für die Menschen eintreten.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war dann die Segnung der Kräuter durch Pater Daison. Die Kräuterweihe gehöre traditionell zum Marienfeiertag, hob er hervor. Die Kräuter stehen symbolisch für die Heilung. Maria werde beispielsweise verehrt als Rose ohne Dornen und Blume des Feldes.

Die Kräuter seien manchmal klein und unscheinbar, aber haben Kraft zum Heilen. Durch Maria sei Heilung in die Welt gekommen, als sie den Heiland geboren hat. Die Kräuterbüschel sollen Heilung bringen, schloss Pater Daison insbesondere die Kranken in sein Gebet ein. Vor dem Gottesdienst waren Kräuterbüschel zugunsten des Dorothea-Gartens der Ministranten verkauft worden.

Es folgte begleitet vom Musikverein die Lichterprozession zum Bildstock der schmerzhaften Muttergottes. Entlang des Prozessionsweges waren liebevoll Marienaltäre mit Lichtern und Blumen aufgebaut. Am Bildstock wurde gemeinsam gebetet und die Bitten zu Maria gebracht.
„Es wurde heute eine besondere Ausstrahlung spürbar“, lobte Pater Daison nach dem Schlusssegen im Kurpark. Die ansprechende Atmosphäre erinnere ihn ein klein wenig an Lourdes. Er dankte allen die den Abend mitgestalteten: „Danke Hettigenbeuern für dieses schöne Erlebnis“, fasste er zusammen.
„Tschüss Maria, bis nächstes Jahr“ mit diesem Abschiedsgruß beendete Pater Daison einen eindrucksvollen Abend zu Ehren der Gottesmutter.

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