Grüne Bundespolitikerin besucht Landwirte

Unser Bild zeigt von links: Andreas Hemberger, MdB Zoe Mayer, Amelie Pfeiffer, Arno Meuter. (Foto: Katrin Fleischmann)

Neckar-Odenwald-Kreis.  (pm) Auf Einladung der Kreisvorsitzenden Amelie Pfeiffer von Bündnis 90/Die Grünen verbrachte die grüne Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer einen Tag im Neckar-Odenwald-Kreis, wo sie mehrere landwirtschaftliche Betriebe besuchte.

Mayer ist Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung und kam gerne, um die Situation der Landwirtschaft besser kennenzulernen. Zoe Mayer setzt sich besonders für den Tierschutz ein. Bei den Betriebsbesichtigungen konnte sie die Bemühungen der Landwirte um Tierwohl und Umweltschutz erleben und im Gespräch mit Betriebsleitern die Probleme der Landwirtschaft erörtern.

Die Landwirte nutzten die Gelegenheit, die Besucherin nicht nur auf die schwierige Einkommenssituation vieler Betriebe aufmerksam zu machen, sondern auch viele weitere Probleme anzusprechen.

Beim Betrieb Hemberger in Heidersbach greift ein Rad ins andere. Aus Gülle und Mist der Milchviehhaltung wird in der hofeigenen Biogasanlage Strom und außerdem Wärme für 40 Häuser produziert.

Das Futter für die Tiere stammt weitgehend von den eigenen Flächen, die ein Paradebeispiel für regenerative Landwirtschaft sind, in Permakultur mit modernster Technik umweltschonend bearbeitet. Problematisch ist vor allem die überbordende Bürokratie, die kaum zu bewältigen ist, zudem sind neue Vorschriften für die Landwirtschaft oft gar nicht praktikabel.

Der „Strohschweine“-Betrieb Berberich in Rütschdorf steht ebenfalls für moderne Landwirtschaft, artgerechte Haltung und Kreislaufwirtschaft. Die Hofnachfolge ist gesichert. Bei der Vermarktung der Schweine geht der Betrieb eigene unabhängige Wege.

Die Strohschweine werden zu gut verhandelten Konditionen von mehreren Metzgereien aus dem Rhein-Main-Gebiet abgenommen, die deren Mehrwert zu schätzen wissen und mit diesem Angebot wiederum eine bewusste Kundschaft bedienen.

Im neuen Stall können die Mastschweine jederzeit in den überdachten Außenbereich wechseln, was sie auch gerne tun. Doch vom schwierigen Genehmigungsverfahren für den Stallbau erzählt der Betriebsleiter nur ungerne, passte der doch nicht in die gängigen Berechnungsprogramme. Tierwohl contra Verwaltung.

Auf dem Weg zur nächsten Besichtigung wurde kurz Halt gemacht, um in Vollmersdorf ein innovatives Projekt der Selbstbedienungs-Direktvermarktung zu besichtigen, das trotz seiner Abgelegenheit gut angelaufen ist. Die Tage der Milchviehhaltung dort sind aber wohl gezählt.

Beim Betrieb Pfeiffer in Bödigheim werden Legehennen in Bodenhaltung mit Wintergartenauslauf gehalten. Eine Umstellung auf biologische Landwirtschaft ist wegen mangelnder Flächen in Stallnähe nicht möglich.

Das Futter für das Geflügel produziert der Betrieb weitgehend selbst. Diese Form der Kreislaufwirtschaft, so Amelie Pfeiffer, sollte doch künftig neben der Haltungsform als Qualitätskriterium im Gütesiegel für Fleischprodukte enthalten sein.

Mit der Vermietung von Ferienhäusern und einem Reitbetrieb hat der Betrieb wirtschaftlich zwei weitere Standbeine, statt auf Wachstum wurde hier auf Diversifizierung gesetzt.

In den Gesprächen mit der Abgeordneten schnitten die Betriebsleiter viele verschieden Themen an und gaben Zoe Mayer konkrete Vorschläge mit nach Berlin. Dringend forderten die Landwirte Nachbesserungen bei der derzeitigen Praxis der flächenbezogenen Prämien.

Die Struktur des ländlichen Raums im Neckar-Odenwald-Kreis ist aufgrund historischer und geografischer Gegebenheiten durch kleinere und mittlere Betriebe geprägt, ein Plus für die Biodiversität und Artenvielfalt, jedoch nachteilig für die hiesigen landwirtschaftlichen Betriebe.

Betriebsbezogene statt flächenbezogener Prämien würde die Subventionen gerechter verteilen. Viele weitere Ideen wurden rege diskutiert, etwa ein Umlagesystem, bei dem beispielsweise die Mehrwertsteuer auf Fleisch auf 19 Prozent erhöht wird, um mit den Mehreinnahmen Investitionen in Tierwohlmaßnahmen zu fördern.

Umweltauflagen und Tierschutz sollten europaweit einheitlich werden, um Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen. In der Vermarktung sollte die Produktionsseite gegenüber den Abnehmern gestärkt werden, zurzeit haben einige wenige Firmen im Lebensmitteleinzelhandel eine ungesunde Machtstellung, was ihnen ermöglicht, Preise zu diktieren.

Mindestpreise auf Erzeugerebene würden den Produzenten einen finanziellen Spielraum geben. Hier brachte Amelie Pfeiffer den „Strategiedialog Landwirtschaft“ der Landesregierung zur Sprache, durch den gemeinsam mit Handel, Landwirten, Naturschutz, Politik und Gesellschaft Lösungsansätze entwickelt werden sollen.

Weiter regten die Landwirte an, landwirtschaftliche Gebäude schneller abschreiben zu können, sodass flexibler auf neue bauliche Anforderungen reagiert werden könne.

Zoe Mayer, die sich gut informiert und überall sehr interessiert gezeigt hatte, bedankte sich zum Schluss herzlich für die Offenheit der Betriebsleiter. Sie nehme mit den Anregungen viel guten Diskussionsstoff mit in die kommenden Ausschusssitzungen.

Auch Amelie Pfeiffer, die Initiatorin dieser informativen Rundreise, die von dem Vorstandsmitglied Arno Meuter begleitet wurde, bedankte sich für die konstruktiven Beiträge und versicherte, dass man gerne weiter im Gespräch bleiben möchte.

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