„Biogas wird noch wichtiger“

(Foto: pm)

Minister Peter Hauk besuchte die Biogasanlage Wetterauer

Großeicholzheim. (pm) Der Wind wehte leicht und auch die Sonne blickte durch als der Landtagsabgeordnete und Minister Peter Hauk (CDU) die Biogasanlage in Großeicholzheim besuchte.

Auf seiner Sommertour besucht der Minister regelmäßig Betriebe in der Region, um sich ein Bild von verschiedenen Sachverhalten zu machen. „Als zuständiger Landwirtschaftsminister ist mir das Thema Biogas ein Thema von zukunftsträchtiger Bedeutung. Biogas ist speicherbar und somit flexibel verfügbar, auch wenn der Wind eine Pause einlegt und sich die Sonne hinter den Wolken versteckt“, so Hauk.

Im Jahr 2006 gründete Reiner Wetterauer mit Partnern die Biogas Seckach GmbH und realisierte den Bau einer Biogasanlage. Die Anlage, die rund 800m vom Ortsrand Großeicholzheim entfernt liegt, umfasst eine installierte Leistung von 840 Kilowatt. „Die Anlage wird überwiegend aus Mais, Grassilage und dem Häckselgut der grünen Silphie gespeist“, informiert Reiner Wetterauer im Beisein vom Leiter des Bauamts der Gemeinde Seckach Roland Bangert sowie Großeicholzheims Ortsvorsteher Reinhold Rapp, beide als Vorsitzende der Bürger-Energie Großeicholzheim.

Während der durch die Anlage produzierte Strom ins Netz eingespeist wird, wird die Abwärme der Biogasanlage an 136 Haushalte in Großeicholzheim verkauft (NZ berichtete). Dafür notwendig war der Bau eines acht Kilometer langen Nahwärmenetzes im Seckacher Ortsteil. Ermöglicht wurde dieses Projekt durch die Bürger-Energie-Großeicholzheim eG im Jahr 2012. „Durch diesen Zusammenschluss wird Abwärme auf nachhaltige Weise genutzt um private Haushalte zu heizen. Das spart jährlich etwa 300.000 Liter Heizöl, was etwa 1.000 Tonnen Kohlenstoffsioxid entspricht“, erläutert der Vorsitzende der Bürger-Energie Reinhold Rapp dem Minister beim Rundgang über das Gelände der Anlage.

Insgesamt habe man durch das Modell der Bürgerenergiegenossenschaft den Kunden über zehn Jahre preisstabil Wärme liefern könnenund habe erst jetzt einen moderaten Aufschlag vornehmen müssen. „Das Nahwärmenetz ist somit für alle Beteiligten eine Win-win-Situation“, ergänzt Roland Bangert. Aktuell seien sogar weitere vier Hausanschlüsse im Bau.

Im Hinblick auf die Zukunft stellen sich den Vertretern dennoch einige Fragen, wie es in Sachen Biogas weitergehe. Abzuwarten sei zunächst auch die Ausschreibung zur Verlängerung der EEG-Vergütung für die Großeicholzheimer Anlage über das Jahr 2026 hinaus. Ganz konkret jedoch äußerte Wetterauer seine Bedenken gegenüber dem Minister in Sachen ausufernden Herausforderungen, denen man sich als Anlagenbetreiber täglich stellen müsse.

Beispielsweise die Ausstellung eines Nachhaltigkeitszertifikats, welches hohe Kosten verursache oder die Störfallregelung, welche Biogasanlagen quasi mit Atomkraftwerken gleichstellt. „Da kommt Vieles zusammen, was den Betrieb erschwert und sicher für den Endverbraucher auch nicht günstiger macht“, so Wetterauer, ganz abgesehenvon anfallenden Wartungs- und Unterhaltungskosten.

Minister Peter Hauk sicherte zu, einige der Anliegen mit nach Stuttgart zu nehmen und diesezu klären beziehungsweise mancher Belastung politisch Abhilfe zu schaffen.

Abschließend lobte der Minister den Mut von Unternehmer und Bürger vor Ort. „Sie in Großeicholzheim hatten als eines der einzigen Dörfer im Kreis den Mut zur Innovation und dürfen sich deshalb zu Recht Bioenergie-Dorf nennen“, attestierte Peter Hauk.

Allgemein gesprochen sieht Hauk in der Erzeugung von Biogas deutliches Potenzial: „Mit Biogas können wir einen erheblichen Anteil von Erdgas ersetzen.“ Gerade auch im Bereich Gülleveredelung oder Holzhackschnitzel aus dem heimischen Wald sieht Hauk Potenzial weitere Energie nutzbar zu machen.

 

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