Mosbach wird zur Plattform für Bioenergie

04.03.10

Vertreter aus allen 25 Bioenergie-Modellregionen erwartet

Mosbach. Die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) macht Mosbach in der nächsten Woche zur bundesweiten Plattform für Bioenergie. „Wir sind stolz, Vertreter aus allen 25 ausgezeichneten deutschen Bioenergie-Modellregionen zu einem Workshop begrüßen zu dürfen“, freut sich Oberbürgermeister Michael Jann. Dass die Wahl auf Mosbach gefallen ist, zeige, dass die Stadt eine gute Adresse für Kongresse und Tagungen sei.

Getagt wird von Montag bis Mittwoch in der Alten Mälzerei. Auf dem Programm stehen neben Fachvorträgen auch Exkursionsfahrten zu Bioenergie Anlagen in der Region. „Damit wollen wir den anderen Modellregionen zeigen, wie viel Energie wirklich in uns steckt“, erklärt Landrat Dr. Achim Brötel. Eines der Projekte, mit denen man punkten will, ist beispielsweise die Weiterentwicklung des Regionalen Gewerbeparks Osterburkens zu einem Null-Emissions-Gewerbegebiet.

Aber auch ein anderes Projekt hält Brötel für wegweisend: die Einführung einer Bioenergietonne. Aktuell läuft ein entsprechender Pilotversuch in Rosenberg. „Hier wird der Bürger ganz selbstverständlich bei der Entsorgung seines Abfalls zum Energielieferanten“, erläutert der Landrat. Für Küchen- und kleinere Gartenabfälleabfälle, aber auch für Hygieneartikel wie beispielsweise Windeln stehen in Rosenberg seit Anfang März 2010 die Bioenergietonnen bereit. Die Inhalte dieser Tonne, sogenannte „nasse Wertstoffe“, werden in einer Biogasanlage vergoren; es entsteht Strom und Wärme. Mit den Ergebnissen des Pilotversuchs soll aufgezeigt werden, wie groß das Biomassepotential ist, das bisher unentdeckt und vor allem ungenutzt in den privaten Haushalten versteckt ist.

Die rund 60 Teilnehmer werden in der Alten Mälzerei außerdem über neue und innovative Aspekte der Bioenergie diskutieren. Von der Tagung verspricht sich der Geschäftsführer der Bioenergie-Region H-O-T Sebastian Damm viele neue Impulse für die Region. „Für uns ist ein Erfahrungsaustausch mit den anderen Bioenergie-Regionen wichtig und lehrreich“. Das sei für die erfolgreiche Weiterentwicklung vieler Projekte enorm wichtig: „Schließlich müssen die gleichen Fehler nicht mehrfach gemacht werden.“

Insgesamt, so Damm, habe die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber nach dem ersten halben Jahr bereits alle Erwartungen übertroffen. „Ein wichtiges Ziel war, Impulse zu geben, woraus mittlerweile aber schon konkrete Projektideen geworden sind. An denen teilweise bereits gearbeitet wird“. Besonders das Thema Bioenergiedorf stehe hoch im Kurs. Über zehn Ortschaften hätten bereits Interesse angemeldet.

Die nächste größere Veranstaltung der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber findet am Mittwoch, 31. März in Mudau statt. Dort soll über genau dieses Thema, das Bioenergiedorf,  informiert werden. Die Bevölkerung wird dazu schon heute eingeladen, der Eintritt ist frei.

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