Kurzentrum Waldbrunn weitere Kostensteigerungen klären

16.03.10

Nachdem durch unsere Ankündigung im Vorfeld der gestrigen Gemeinderatssitzung weitere Kostensteigerungen bekannt wurden, reagierte die Verwaltung und nahm den entsprechenden Punkt von der Tagesordnung. Man müsse erst prüfen, wie es zu dieser neuerlichen Steigerung kommen konnte, ließ Bürgermeister Schölch Gemeinderäte und Zuhörer wissen. (Foto: Archiv/Hofherr)

Waldbrunn. (hof) Ohne Abstimmung wurden gestern weitere Kostensteigerungen im Zusammenhang mit dem Kurzentrum vorerst vertagt. Ursprünglich hätte das Gemeinderatsgremium laut Tagesordnung diverse Auftragserweiterungen in Höhe von 91.000 Euro beschließen sollen. Den größten Brocken machten dabei Mehrkosten im Zusammenhang mit der abgehängten Decke aus, die sich laut Drucksache auf 55.000 Euro belaufen sollten.
Bevor sich der Gemeinderat mit diesem Tagesordnungspunkt  befassen konnte, erläuterte Bürgermeister Klaus Schölch, dass man diesen Punkt nach Rücksprache mit dem Controller zurückgestellt habe. Man müsse erst klare und verlässliche Zahlen ermitteln und herausfinden, woher diese neuerlichen Mehrkosten rühren. Es sei durchaus vorstellbar, dass ein Planungsfehler zugrunde liege, so das Gemeindeoberhaupt.

Die Beschlüsse zu den anderen Tagesordnungspunkten waren schnell gefasst. So wurden zahlreiche Aufträge für die Bauarbeiten im Kurzentrum vergeben. Dabei bewege man sich innerhalb des festgesetzten Kostenrahmens, ließ Controller Siegfried Klotz die Kommunalpolitiker wissen. So wurden Dachdecker-, Maler- und Gipser- sowie Estricharbeiten und die Fassadenverkleidung vergeben. Darüber hinaus wurde der Auftrag für das Edelstahlaußenbecken erteilt. Dieser Posten schlägt mit 242.000 Euro zu Buche.

Anschließend stand die Verpachtung der Jagdbögen für weitere neun Jahre auf der Tagesordnung. In einem Gespräch mit den bisherigen Jagdpächtern konnte man sich auf einen für alle Beteiligten tragfähigen Kompromiss einigen. Dieser sieht unter anderem einen geringfügigen Preisabschlag in Höhe von insgesamt knapp 5.000 Euro jährlich vor, mit dem unter anderem auf zunehmende Jagdstörungen durch Waldbesucher (Mountainbiker, Joggern, Wanderer, Reiter) reagiert wird. Im Zusammenhang mit der Kontroverse um die Jagdsteuer, die an den Landkreis fließe, sind die Jäger nicht mehr bereit, verunfalltes Wild von Kreisstraßen zu beseitigen. Dies sei Aufgabe des Neckar-Odenwald-Kreises, waren sich die Waldbrunner Pächter einig. Bei Wildunfällen auf Gemeindestraßen werde man jedoch nach wie vor tätig. Eine Deckelung bzw. Pauschalierung der Wildschäden wurde nicht Vertragsbestandteil. Allerdings haben die Pächter künftig ein Sonderkündigungsrecht, sobald eine bestimmte Schadenssumme überschritten wird. Vor der Vergabe der Verträge wurde die Zusammenlegung der beiden Dielbacher Jagdbögen zu einem Bogen beschlossen.
Die Jagd in Oberdielbach wurde an Reinhold Klaiber vergeben. Das Revier am Katzenbuckel wird von Gerhard Neureither und Robert Joho vergeben. Den Jagdbogen Weisbach vergab der Gemeinderat weiterhin an Heinrich Gramling. Im Ortsteil Mülben bleibt Andreas Seybold Jagdpächter. Schollbrunn-Ost wird von Thomas Dürr, Dr. Herbert Neuwirth und Alfred Gunesch bejagt. In Schollbrunn-West wurde Gerhard Maier neuer Pächter. Der Jagdbogen Strümpfelbrunn wurde an Gerhard Schad und Wolfgang Grimm vergeben.

Anschließend stimmten die Gemeinderäte dem Abschluss eines neuen Stromliefervertrags mit der EnBW zu. Dieser hat einen Laufzeit von 36 Monaten und sieht entgegen des allgemeinen Trends keine Preissteigerung vor, sodass die Stromversorgung der gemeindeeigenen Immobilien mit 1.13 Mill. kw/h Strom weiterhin auf der derzeitigen Preisbasis erfolgt.

Vor der Bekanntgabe von Protokollen stimmten das Gremium der Aufnahme eines Darlehensbetrags in Höhe von 1 Mill. Euro bei der L-Bank Baden-Württemberg zu. Da inzwischen die Rechnungen für die Bauarbeiten im Kurzentrum eintreffen sei dieses Darlehen notwendig, so Kämmerer Joachim Gornik, um liquide zu bleiben.

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