Lärmfeuer trotz schlechtem Wetter

01.04.10

(Foto: Hofherr)

Odenwald. (hi) Trotz Schlammschlacht und Feuerstößen, die nicht brennen wollten, ist  das erste Resümee der inzwischen ca. 30 Lärmfeuer-Veranstalter, die am  vergangenen Samstag die historische Signalkette vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes entzündeten, positiv.

Fast überall schreibt man aufgrund schwacher Besucherzahlen rote Zahlen,  und mancherorts wollte das Feuer einfach nicht brennen, da es sehr ausgiebig regnete. In Beerfelden sagte man die Veranstaltung am späten Nachmittag ab, da man keine Möglichkeit mehr sah, daß die Fernsicht der Feuer untereinander gesichert wäre. Da dies die Grundidee der ganzen Veranstaltung ist, nämlich Lichtsignale über große Entfernungen  weiterzugeben, hofft man dort nun für 2011 auf besseres Wetter. Alle Veranstalter sind daher froh, schon jetzt den Termin für 2011 auf den 09. April gelegt zu haben, da man dann doch mit etwas trockenerem und wärmeren Wetter rechnen kann.

Auf der Tromm hatten sich mehr als 150 Menschen eingefunden, um das riesige Feuer zu beobachten. Sie wurden von den Vaganten der Hölzerlipsbande in die Geschichte „Der Mühle zu Husterloh“ mit einem Wandertheater eingeführt. Leider konnte man vom Ireneturm aus nichts sehen und auch nicht gesehen werden, denn die Wolken hingen so tief, dass sie alles Licht einfach verschluckten. „Nichts desto trotz,“ so Veranstalter Jürgen Flügge, „ein gelungener Abend für unsere Gäste am Lagerfeuer im Hof-Theater-Tromm.“

In Klein-Breitenbach seufzte Veranstalter Eugen Egner vom Historischen Verein vorgestern: „unsere Regen- und Schlammschlacht ist vorbei. Es hat bei uns beinahe den ganzen Samstag geregnet. Als um 19.30 Uhr nochmals ein heftiger Regenguss herniederging, verflog auch die letzte Hoffnung auf viele Besucher. Die Wiese verwandelte sich in einen See, und bald danach in Schlamm.“ Dennoch kamen etwa 200 bis 250 Besucher nach Klein-Breitenbach. Das Feuer selbst war ein großes Ereignis und das anschließende Römische Feuerwerk war grandios. Von Klein-Breitenbach aus konnten die Lärmfeuer in Zotzenbach, Weiher und Vöckelsbach gut gesehen werden.

Im Lautertal regnete es ebenfalls, und so watete der Odenwälder Kleinkunstverein DoGuggschde e.V., Gesamtorganisator der Lärmfeuer, durch dicken Matsch. Dennoch war die geführte Räuberwanderung ausgebucht, es mußten sogar noch Teilnehmer abgewiesen werden. Dabei zeigte sich hier wieder einmal wie bei den meisten Veranstaltungen, die DoGuggschde alias Felsenmeerkobolde durchführt, daß die Besucher weitgehend von außerhalb des Lautertals kommen, zum Teil von weit her, aus Düsseldorf, Bad Soden und Frankfurt. Zur Zeit arbeitet der Verein für sein eigenes Lärmfeuer ein neues Konzept aus, auch wie die Besucher künftig schnell und gut mit Essen und Trinken versorgt werden können.

Die einheimische Gastronomie zeigte bislang wenig Interesse daran, so dass dies nun anders gelöst werden wird. Das geplante Theaterstück „Em Löffel-Lui soi Hochzisch“ – ebenfalls ausgebucht, mußte leider aufgrund einer schweren Verletzung eines Hauptdarstellers ausfallen. Es wird nun am 03. Juni (Fronleichnam) im Gasthaus Zur Traube aufgeführt werden.

Vom Raidelbacher Feuer, das übrigens sofort und hervorragend brannte, konnte man schemenhaft ein Licht auf dem Auerbacher Schloß erkennen, auch vom Borstein sah man die Fackeln, und der Widerschein des Feuerwerks auf der Burg Lindenfels war gut zu sehen. Vom Ohlyturm, wo Funker mit einer riesigen „Lichtkanone“ die Morsezeichen FB sendeten, war leider gar nichts zu sehen. Auf dem Ohlyturm kamen wenige Unentwegte zusammen, um bei Würstchen und Bier, Wind und Wetter den Blick oberhalb der Wolkendecke zu genießen.

Die faszinierende Lichtshow der Funker im Turm entschädigte die Fackelwanderer von der Kuralpe für den eisig schneidenden Wind. Auf der Kreidacher Höhe wurde es trotz anfänglichem Regen eine sehr schöne Veranstaltung mit den drei Odenwälder Apfelhoheiten und den Diana Jagdhornbläsern aus Weinheim.

Ganz im Osten, in Osterburken, war trotz der widrigen Umstände wegen des Wetters und der nicht so vielen Besucher wie erwartet, das Lärmfeuer ein Erfolg. „Wir liefen mit 70 Teilnehmern von Osterburken aus und überbrachten das Feuer an die Marienhöhe. Zunächst wollte das Feuer dann nicht angehen, so nass war es nach Sturmböen und Regen. Als wir mit unseren Gästen dann gemütlich in der Scheuer saßen, brannnte das Feuer zwei Stunden später ohne uns lichterloh,“ so Michael Wolf vom Histotainment Park Adventon, Organisator des Osterburkener Feuers.

Auch in Merchingen ging es nicht problemlos. man wollte mit einem Kanonenschuss vom nächsten Hügel von Adventon per echtem „Lärm“ das Feuer  nach Merchingen bringen, allerdings wurde das Pulver so nass, dass es nur zischte.

Nicht geklappt hat aufgrund des Regens das Ballonglühen auf der Neutscher Höhe: „Leider konnten wir die Hülle nicht aufblasen, haben aber etwas Feuer gegeben,“ so Katja Gesche von Atanua-Ballon.

Infos im Internet:
www.laermfeuer.org

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1 Kommentar

  1. Wir lassen uns vom Wetter nicht unterkriegen. Die Veranstaltung war trotz aller kleinerer Mängel ganz toll, wie die Fotos beweisen. Beim nächsten mal wird alles noch besser und damit das so wird, üben wir gleich zur Walpurgisnacht mit Welttanztag und Hexenfeuer

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